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Geschrieben von Lurbie am 02.03.2016 um 12:41:
Kevlite Restauration
Guten Tach zusammen!
Ich bin Lukas, 19J, und komme aus Neuss in NRW.
Ich fische hauptsächlich auf Karpfen und bin was Ruten angeht verwöhnt. Ich konnte von einem Auswanderer einen Vierling 13ft 2,5lbs Harrison Chimeras fertig aufgebaut für sehr wenig Geld bekommen.
Ich habe als Kind von einem Bekannten als erste Ruten zwei ältere NW Kevlite geschenkt bekommen.
Mit diesen Ruten verbinde ich sehr viele Emotionen und um diese soll es in meinem Projekt gehen.
Ich möchte die Ruten neu beringen, lackieren und den geteilten Korkgriff durch einen Vollkorkgriff ersetzen. Diese Aufgaben sind mit genug Recherche hier im Forum und auf Youtube.de wohl gut machbar.
Nun habe ich aber noch eine Mammutaufgabe für mein erstes Projekt:
Die Kev´s sind mit einer Zapfenverbindung versehen. Diese ist über die Jahre abgenutzt worden und wird bald nicht mehr halten.
Ich werde mir dafür viel Zeit nehmen.
Sobald ich mich genügend informiert habe und bereit bin anzufangen, werde ich das Projekt hier mit Bildern dokumentieren und sicherlich auch die ein oder andere Frage stellen.
BIS DAHIN,
Lukas
Geschrieben von MeFo-Schreck am 02.03.2016 um 13:05:
RE: Kevlite Restauration
Na dann herzlich

bei den Rutenbau-Junkies
Du schreibst was von
"Die Kev´s sind mit einer Zapfenverbindung versehen. Diese ist über die Jahre abgenutzt worden und wird bald nicht mehr halten."
Wackeln da die Zapfen oder sitzt der Zapfen inzwischen so tief in der Spitze, dass kaum noch "Luft" zwischen Hand- und Spitzenteil ist?
Geschrieben von Reinhard 02 am 02.03.2016 um 17:24:
Also die Zapfen sind das geringste Problem, vor allem, da du ja alles neu aufbaust und wickelst: Man sägt einfach in 0,5cm Schritten das Spitzenteil unten abe, bis wieder ca. 0,5-1cm Luft ist nach dem Zusammenstecken.
Vorsicht, wenn du den gesamten blank schleifen willst- DANN gibts richtig Arbeit. Wenn du beim Schleifen die Kevlarfasern erwischst (lässt sich kaum vermeiden) werden die nach dem 1. Lackiervorgang wie kurze Häarchen abstehen - dann must du nochmal VORSICHTIG abschleifen - nochmal lackieren - danach könnten immer noch Häarchen abstehen...................
Reinhard
Geschrieben von Lurbie am 03.03.2016 um 10:27:
RE: Kevlite Restauration
Das Forum ist ja richtig aktiv! Toll!
Die Zapfen wackeln kein bisschen. Sie sitzen sogar noch recht fest.
Die eine Rute hat sogar noch genügend Zapfendicke (ca 2cm Platz).
Nun könnte ich die andere Rute abschleifen/absägen um wieder Platz zu schaffen, allerdings befürchte ich, dass es auf der Rutenablage optisch auffällt, wenn die eine Rute 2cm kürzer ist.
Ich dachte daran den Zapfen entweder mit Kerzenwachs zu behandeln, wie es bei anderen Ruten von mir schon länger klappt, oder eine dünne UHU Endfest-Schicht aufzutragen und den Zapfen mühevoll neu einzuschleifen.
Was haltet ihr davon?
Zum Lack:
Ich kann nicht definieren, ob der Lack der Drauf ist der Blanklack ist, oder ob der Blank unground war und nun einfach eine Klarlackschicht bekommen hat. Ich denke sogar, dass das der Originalzustand des Blanks ist und nur die Ringe aufgewickelt sind.
Habt ihr einen Tipp wie ich das feststellen kann?
Kann ich die Ringe einfach wie in der Youtube-Anleitung vom CMW runter nehmen?
Zu den Ringen:
Die aktuelle Beringung ist eine 7+1 Beringung von Fuji.
30, 25, 20, 16, 14, 12, 10, 10.
Ich möchte gerne 40, 35, 30, 25, 20, 16, 14, 12 beringen.
Einen 40er Starter deshalb, weil ich den Griff von 50cm auf 55cm verlängern möchte, da ich ziemlich lange Ärmchen habe. Somit ist der Abstand zwischen Starter und Rolle geringer. Spricht etwas gegen diese Überlegung?
Kann mir jemand Ringe empfehlen? Evtl. Fuji Alcolites?
MfG Lukas
Geschrieben von Wernerbig am 03.03.2016 um 10:52:
Hi
Ein Foto vom Zapfen, den du eventuell bearbeiten willst wäre hilfreich.
Kerzenwachs würde ich sein lassen.
Zu den Ringen Fuji Alconite sind gute Ringe da machst du nichts falsch.
Wirst nur keinen 35er finden.
Also 40-30-25-20-16-12-12-12er Top sollte passen.
Nach der Anleitung von CMW warum nicht. Nur vorsichtig sein wenn der Ringfuß endet.
Wenn die Ringe weg sind sollte das mit dem Lack auch zu klären sein, oft löst sich dabei Lack von der Blanklackierung gerade bei so alten Ruten.
petri Werner
Geschrieben von MeFo-Schreck am 03.03.2016 um 11:16:
RE: Kevlite Restauration
| Zitat: |
Original von Lurbie
Ich dachte daran den Zapfen entweder mit Kerzenwachs zu behandeln, wie es bei anderen Ruten von mir schon länger klappt, oder eine dünne UHU Endfest-Schicht aufzutragen und den Zapfen mühevoll neu einzuschleifen.
|
Besser als Uhu-Endfest oder 2-K-Rutenlack zu solch einem "Aufbau" eines abgenutzten Zapfens eignen sich Poly-Urethan-Kleber (PU-Kleber) wie PU-Max oder ähnlichem.
Das sind eigentlich aufschäumende Kleber für die Holz-Verarbeitung, die spalltfüllend für Holz-Verklebungen gemacht sind.
Wenn man solch einen Kleber
dünn auf einen Zapfen aufträgt (einreiben mit Gummi-Handschuh, evt. mehrmals nach durchhärten), schäumt er nicht auf sindern bildet einen klare, glatte und sehr harte Schicht auf dem Zapfen und lässt ihn Schicht für Schicht gleichmässig dicker werden, so dass der Zapfen nicht mehr so tief ins Spitzenteil passt.
Einzige Problematik dabei

ist die Tatsache, dass solche Kleber seit rund 3 Jahren nicht mehr direkt an den Endverbraucher verkauft werden dürfen (wg. möglicher Gesundheitsgefährdung bei unsachgemässem Umgang) sondern nur noch an das Gewerbe (Tischler, Schreiner, etc. ).
Evtl. hast Du im Bekanntenkreis da jemanden oder frag einfach mal beim Schreiner "um die Ecke" freundlich nach ob er Dir sowas besorgen kann.
Geschrieben von chrischan am 03.03.2016 um 12:34:
RE: Kevlite Restauration
Hi,
wir sprechen hier schon von den Kevlite mit sichtbarer Kevlarverstärkung?
Es gab auch welche die wie die Sealey nach einem einfachen Carbonblank aussahen aber mit einer Kevlarmatte verstärkt waren.
Sofern der Blanklack noch ok ist würde ich natürlich lediglich die Ringe wechseln. Sollte der Blanklack beschädigt sein, dann würde ich den Blank vorsichtig nass anschleifen und neu lackieren - den alten Lack also nicht vollständig entfernen.
Bzgl. Der Zapfen.
Hast Du eventuell schon versucht die Spitzenteile einfach mal zu vertauschen? Eventuell passt es ja dann.
Ansonsten wie Axel es bereits beschrieben hat zunächst mehrere Schichten PU-Kleber einsetzten. Hilft dies nicht, dann muss die Säge ran.
Gruß
Christian
Geschrieben von Lurbie am 04.03.2016 um 08:41:
Moin,
Die Spitzenteile habe ich vertauscht. Kein Unterschied.
Ich werde das mit dem PU-Kleber versuchen. Zum Glück habe ich hier im Dorf reichlich Bekannte. Sollte der Zapfen nicht auf anhieb passen kann man ja die Kreide-Methode anwenden und nacharbeiten.
Nachdem ich gestern mal grob überschlagen habe, sehe ich von den Alconite Ringen ab. Das Ganze wird mir als Student zu teuer und ich weiche auf Hardloys aus.
Den Blank werde ich nächste Woche strippen, nachdem ich dieses Wochenende mal damit gefischt habe.
Kann man kleinere Kratzer im Klarlack rauspolieren oder muss ich anschleifen und neu lackieren?
Wenn der Lack steht ist der Kork Griff dran. Ich möchte einen 550mm langen Korkgriff aus Parallelstücken bauen, da mir die Ringe auf CMW und Tackle24 echt wieder das Budget sprengen. Im Griff möchte ich eine 20-30mm lange Unterbrechung einbauen, um dort die Ruten einzuklemmen.
Habt ihr Alternativen zum Fuji DPS Rollenhalter? Dieser war ursprünglich verbaut und sieht hochwertig aus, allerdings passen in den 18er große Rollenfüße nicht rein, weshalb ich einen 20er unterwickeln werde.
Fotos von der Rute werde ich am Wochenende einstellen.
Vielen Dank für die stetigen Tipps!
Geschrieben von Lurbie am 14.03.2016 um 10:58:
Hallo Zusammen,
Mein Blank ist jetzt komplett gestrippt und wartet auf den Aufbau.
Nun habe ich gesehen, dass der Lack nicht mehr so schön ist und habe gleich ein großes Gebinde Rodcoat bestellt.
Muss ich den Lack, der auf den Ruten drauf ist komplett abschleifen oder reicht ein anschleifen?
MfG Lukas
Geschrieben von MeFo-Schreck am 14.03.2016 um 11:04:
Ich würde nur anschleifen, da es gerade bei Kevlar-Blanks es Probleme geben kann wenn beim kompletten abschleifen es mal zu tief geht und Blankfasern "angekratzt" werden.
Geschrieben von Reinhard 02 am 14.03.2016 um 22:26:
Ich würde garnicht schleifen, sondern allenfalls mit sehr feiner Stahlwolle gaaanz leicht anrauhen.
Ansonsten könnte das Problem mit den Kevlarfasern auftauchen, s.o.
Reinhard
Geschrieben von Lurbie am 17.03.2016 um 10:02:
Das habe ich jetzt wohl zu spät gelesen.
Ich habe in einigen Threads die Methode mit der Rasierklinge gesehen und bereits auf etwa 20cm des Blanks versucht.
Kann ich jetzt trotzdem noch den Rest der Rute anschleifen und später lackieren, ohne, dass es sichtbar ist?
Ich habe ein weiteres Problem:
Der Winding Check den ich für den 18er Fuji DNPS ist zu groß. einerseits hat er recht viel Spiel auf dem Blank, andererseits ist er minimal breiter als das Ende des RH.
Ich denke ich werde neue Winding Checks Bestellen.
mfG Lukas
Geschrieben von chrischan am 17.03.2016 um 19:00:
Nabend,
ich musste leider durch Schnellschüsse auch so manches Lehrgeld zahlen.
Was ich nicht so ganz verstehe ist, dass Dir hier 3x empfohlen wurde den Blanklack nur anzuschleifen bzw. mit Stahlwolle anzurauen.
Bei einem Kevlarblank wäre der Griff zur Klinge und das Abschaben des gesamten Lackes meine letzte Wahl.
Stell bitte ein Foto ein, dann kann man den Istzustand besser beurteilen.
Eventuell könntest Du den Lack mit der Klinge bis zur nächsten zukünftigen Ringposition weiter entfernen und dann nur noch schleifen.
Allerdings kann es sein, dass sich die Ruten dann später nicht mehr gleichen.
Nochmal zum Lack - welchen Rodcoat hast Du Dir genau besorgt?
Gruß
Christian
Geschrieben von Lurbie am 18.03.2016 um 10:20:
Ich mache heute Nachmittag gerne Bilder. Die Stellen an denen ich angefangen habe den lack abzutragen sind jeweils auf dem HT im Griffbereich.
Sollte das also nachher sch.. aussehen ist es egal, weil der Kork drauf sitzt.
Den Rutenlack habe ich von tackle24. Mehr als dass es ein 2k lack ist weiß ich aus dem Stehgreif leider nicht.
MfG Lukas
Geschrieben von Lurbie am 19.03.2016 um 10:56:
Guten Morgen,
Ich habe mal ein Bild meiner Blanks eingestellt. Es sieht allerdings schlimmer aus, als es ist, denn die deutlich hellen Stellen sind noch Reste vom Kleber des Griffs.
Insgesamt liegen die geschliffenen Stellen nur im Bereich des RH.
Mein Rutenlack ist der Flexcoat von tackle24 und mein Kleber ist ein 2k von Roddancer.
Jetzt habe ich eine Frage zum Arbeitsablauf:
1) Blank komplett lackieren
2) Griffmontage + Winding Checks etc
3) Ringe anbinden
4) Ringwicklungen lackieren
Ist das so korrekt?
MfG Lukas
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