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Geschrieben von Wayne am 01.02.2023 um 02:22:
Rollenhalter zu groß
Hallo liebe Bastler,
ich bin seit einigen Tagen als Gast im Forum unterwegs und habe schon reichlich Informationen aufgenommen. Das Rutenbauen scheint, vor allem ohne jegliche Vorkenntnisse, doch komplizierter zu sein als ich am Anfang dachte.
Ich habe mir vorgenommen, eine erste Rute aufzubauen und bin gerade dabei die Komponenten zusammenzustellen. Die Rute soll als leichte Barschrute dienen. Als Blank habe ich den Sensum1 12g gewählt. Die Auswahl hat allein gefühlt 3 Tage gedauert. Ringe habe ich auch schon.
Als nächstes wollte ich einen einfachen Rollenhalter suchen. Die Wahl fiel auf den Fuji VSS. Ich musste aber feststellen, dass es den nur mit Innendurchmesser von mindesten 13mm gibt. Die Rute, die ich aufbauen möchte hat allerdings einen Durchmesser von 7,5mm beim Handteil.
Ist das zu viel zum Unterfüttern?
Gibt es schlankere Rollenhalter? In den gängigen Shops finde ich keine.
Ich hoffe einer von den kompetenten Mitgliedern hier kann mir helfen.
LG Wayne
Geschrieben von Jeronimo66 am 01.02.2023 um 06:27:
Moin,
eine 3mm dicke Unterfütterung mit Tape halte ich für völlig unbedenklich. Auch wenn du nur mit drei (oder vier)schmalen Tapestreifen unterfütterst (die Enden des Rollenfußes sollte auf der Unterfütterung sitzen), solltest du bei dem leichten Blank auf der sicheren Seite sein. Aber fest mit einem stabilen Tape (nicht dieses billge aus dem Discounter) wickeln und die Seiten der Tapewicklung mitbedenken, damit diese in sich Festigkeit bekommen.
Gruß
Carsten
Geschrieben von Knobi am 01.02.2023 um 10:22:
Man kann auch mit solchen Teilen
klick arbeiten. Diese lassen sich sehr leicht bearbeiten / schleifen.
Ich selber nehme aber meist Tape zum unterfüttern, wie Carsten es schon schrieb.
Gruss, Frank
Geschrieben von Reinhard 02 am 01.02.2023 um 10:58:
...aber unbedingt nur das flache Tape verwenden - niemals das elastische geriffelte!
Geschrieben von fly fish one am 01.02.2023 um 12:10:
Oooooooh shyce!!!!
LG,
Frank
Geschrieben von Tölkie am 01.02.2023 um 12:35:
Hallo Wayne
Fein, dass Du hier gelandet bist. Wie Du sieht stehen wir gleich mit Rat und Tat zur Seite. Vl. hast Du Lust dich noch kurz vorzustellen? Finden wir ganz nett :-)!
Ruten bauen ist nicht kompliziert, ist ja nur ein paar Fertigteile kaufen, zusammenstecken und verkleben. Ringe gibt es auch, die wickelt man dran und lackiert sie, fertig

.
So hat mir jemand mal gesagt......
Ich habe im Laufe der Jahre gemerkt, das stimmt so nicht ganz. Es gibt doch Details zu berücksichtigen, die dazu führen, ob man 100% Performance erreicht oder nicht. Geht natürlich nur im direkten Vergleich oder man stellt bei einem Neuaufbau fest, dass das neue Ringkonzept eine Rute z.B. einfach ein paar Prozent besser macht.
LG Bernd
Geschrieben von Wolfgang-K am 01.02.2023 um 14:43:
Servus
Euren Tesakrepp werde ich nie verstehen, nur weil es sehr schnell geht ??.
Jedes Kabel oder Holz Streifen die ich in meinem Tesa zusammengeklebt habe ist nach einem Jahr nur noch ein einziger klebriger Baz.
Des Weiteren wird sich in dem Hohlraum (alleine durch Kondensatbildung ) Feuchtigkeit ansetzen,
auch diese wird der Tesa nicht wirklich vertragen. Was bleibt ist nur die stütze durch den Kleber .
Also was spricht für diese Schaumkerne von Frank oder einfach etwas Fußboden Kork ( zum Nulltarif). Das ist dann eine sehr langanhaltende Montage.
PS Ihr könnt mich jetzt erschlagen und ich werde trotzdem nie Tesa verwenden.
Gruß Wolfgang
Geschrieben von miso am 01.02.2023 um 15:16:
RE: Servus
| Zitat: |
Original von Wolfgang-K
Euren Tesakrepp werde ich nie verstehen, nur weil es sehr schnell geht ??.
Jedes Kabel oder Holz Streifen die ich in meinem Tesa zusammengeklebt habe ist nach einem Jahr nur noch ein einziger klebriger Baz.
Des Weiteren wird sich in dem Hohlraum (alleine durch Kondensatbildung ) Feuchtigkeit ansetzen,
auch diese wird der Tesa nicht wirklich vertragen. Was bleibt ist nur die stütze durch den Kleber .
Also was spricht für diese Schaumkerne von Frank oder einfach etwas Fußboden Kork ( zum Nulltarif). Das ist dann eine sehr langanhaltende Montage.
PS Ihr könnt mich jetzt erschlagen und ich werde trotzdem nie Tesa verwenden.
Gruß Wolfgang |
Geschrieben von sepp73 am 01.02.2023 um 15:33:
RE: Servus
Servus,
klar hält das Tesa-Krepp nicht von alleine auf Dauer, zum unterfüttern ist es aber trotzdem das beste was es gibt. Die Stabilität des ganzen kommt aus nicht aus der Klebeschicht, der an der Unterseite des Krepp-Bandes angebracht ist, die dient nur dazu um das Band an Ort und Stelle zu halten. Die Stabilität des Aufbaues kommt aus dem 2K-Kleber, den man an den Seiten der Tape-Lagen aufbringt... Zigtausende, sowohl erfahrene als auch weniger erfahrene Rutenbauer können sich auf Dauer nicht irren und schlechte Arbeit abliefern...
Zudem hab ich im Laufe der Jahre wohl an die 300 Ruten gebaut und bei keiner einzigen hat sich der Griff oder sonst was gelöst, wenn ich das nicht wollte und mit Gewalt herbeigeführt habe. Das beste ist nämlich, dass man einen mit Tape-Lagen verklebten Rollenhalter allein durch einige Minuten über Wasserdampf absolut beschädigungsfrei wieder ablösen kann. Der Grund dafür ist, dass zwar der 2k-Kleber weit mehr Hitze verträgt als das Material der üblichen Kunststoff-Rollenhalter, das Tape bzw. dessen Klebeschicht jedoch nicht und so gibt diese bereits nach kurzer Zeit, z.B. über einem Wasserkocher oder Topf auf und das Bauteil lässt sich beschädigungsfrei ablösen, sollte das mal nötig sein.
Freilich erfüllt auch das Kork-Tape seinen Zweck, die Hartschaumarbors natürlich auch und ich hab auch schon viel abenteuerlichere Lösungen bei Stangenruten gesehen (z.B. eine Kreuzwicklung mit einer dicken Hanfschnur bei einer 10er TFO TiCR), die einfachere und zuverlässige Verarbeitung des Malerkrepps sowie die Möglichkeit des Wiederablösens ohne Beschädigung bieten m.E. aber viel mehr Vorteile...
Gruss, Sepp
Geschrieben von fly fish one am 01.02.2023 um 15:53:
Ich finde zunehmend das Tape auch blöd, aber es geht halt so fix.

Nun die Schaumkerne, ob die jetzt wirklich länger halten, keine Ahnung, aber, lieber Wolfgang, dass mit dem Fußbodenkork! Da hast Du meine volle Aufmerksamkeit! Wie genau meinst Du das????
LG,
Frank
Nachtrag für Wolfgang: Ich habe das Bild nicht gleich richtig gesehen!! Danke!! Finde das eine gute Idee!
Geschrieben von Reinhard 02 am 01.02.2023 um 16:39:
| Zitat: |
Original von fly fish one
Nun die Schaumkerne, ob die jetzt wirklich länger halten, keine Ahnung, ..
LG,
Frank
|
Genau, Klebeband funktioniert bei mit seit über 40 Jahren, dass muss so ein Schaumkern erstmal beweisen.
Man muss ja hoffen, dass der Kern sich auf Dauer nicht verformt oder der Kunststoff anfängt, zu zerbröseln an der Oberseite zum RH ect.
Ich glaube nicht, dass der jahrelang unter widrigsten Beedingungen getestet wurde, bevor er in den Verkauf kam.
Reinhard
Geschrieben von Wolfgang-K am 01.02.2023 um 16:58:
Re: Sepp und Reinhard
Servus Sepp,
Ich klebe den Kork mit 5 Minuten Epoxi auf, da ich keinen Spaltausgleich brauche, und für die Revision ist das sehr einfach, da sich 5 Minuten Epoxi schon nach 70° völlig verabschiedet, ( siehe Datenblatt).
Und wenn alle keine Zeit haben etwas vernünftiges ( In meinen Augen) zu machen, sei versichert mir ist die Zeit nicht zu schade. Aber grins ich wusste schon im Vorfeld bevor ich es geschrieben habe, das es Verfechter von Tesa gibt. Kann es auch, jedoch niemals bei meinen Ruten.
Gruß Wolfgang
PS. In der Industrie geht es immer um Minuten und Siekunden und Kohle.
http://www.ezentrumbilder.de/rg/pdf/td_de_155100.pdf[/URL]
Geschrieben von Knobi am 01.02.2023 um 18:17:
Verwirrt den Neurutenbaukolegen nicht gleich bei seiner ersten Frage, vorallem keine Raketenwissenschaft daraus machen wie man ein RH verklebt.
Der Sepp hat es ,mit seiner Erfahrung, sehr gut erklärt, mit allen Vor und Nachteilen.
Es gibt auch genügend YouTube Videos die man sich anschauen kann zb.von CMW.
Mach dir keinen Kopf, das geht gut mit Tape und hält, wenn du es richtig machst, bombensicher.
Gruss, Frank
Geschrieben von Tölkie am 01.02.2023 um 18:29:
Ich nehme immer glattes Tesa oder 3M, schön mit 2K Kleber bestrichen und es hält und hält und hält …
Kenne zig Shimo Ruten, die beim Doctor waren, wo sich der Hartschaum unter dem RH aufgelöst hat.
Wüsste nicht was Kork an Vorteilen bringen sollte. Die Rutenbauindustrie arbeitet mit Fertigteilen an Hartschaum, das geht schnell. Sicher nicht mit Tesa and. Ordentlich Tesa wickeln, dauert deutlich länger. Hmmm, könnte Kork nicht auch recht stark dämpfen? Ggf. gewünscht oder auch nicht.
Geschrieben von Jeronimo66 am 01.02.2023 um 18:38:
RE: Servus
| Zitat: |
Original von sepp73
Servus,
klar hält das Tesa-Krepp nicht von alleine auf Dauer, zum unterfüttern ist es aber trotzdem das beste was es gibt. Die Stabilität des ganzen kommt aus nicht aus der Klebeschicht, der an der Unterseite des Krepp-Bandes angebracht ist, die dient nur dazu um das Band an Ort und Stelle zu halten. Die Stabilität des Aufbaues kommt aus dem 2K-Kleber, den man an den Seiten der Tape-Lagen aufbringt... Zigtausende, sowohl erfahrene als auch weniger erfahrene Rutenbauer können sich auf Dauer nicht irren und schlechte Arbeit abliefern...
Zudem hab ich im Laufe der Jahre wohl an die 300 Ruten gebaut und bei keiner einzigen hat sich der Griff oder sonst was gelöst, wenn ich das nicht wollte und mit Gewalt herbeigeführt habe. Das beste ist nämlich, dass man einen mit Tape-Lagen verklebten Rollenhalter allein durch einige Minuten über Wasserdampf absolut beschädigungsfrei wieder ablösen kann. Der Grund dafür ist, dass zwar der 2k-Kleber weit mehr Hitze verträgt als das Material der üblichen Kunststoff-Rollenhalter, das Tape bzw. dessen Klebeschicht jedoch nicht und so gibt diese bereits nach kurzer Zeit, z.B. über einem Wasserkocher oder Topf auf und das Bauteil lässt sich beschädigungsfrei ablösen, sollte das mal nötig sein.
Freilich erfüllt auch das Kork-Tape seinen Zweck, die Hartschaumarbors natürlich auch und ich hab auch schon viel abenteuerlichere Lösungen bei Stangenruten gesehen (z.B. eine Kreuzwicklung mit einer dicken Hanfschnur bei einer 10er TFO TiCR), die einfachere und zuverlässige Verarbeitung des Malerkrepps sowie die Möglichkeit des Wiederablösens ohne Beschädigung bieten m.E. aber viel mehr Vorteile...
Gruss, Sepp |
Bin voll bei dir! Tape ist eine einfache und praktische Lösung!
Gerade die Möglichkeit den Rollenhalter noch einmal auszutauschen ist unbezahlbar. Habe ich bei meiner ersten Fliegenrute überhaupt bereits gemacht und bei der Zweiten ist es auch fällig.
Habe neben Tape auch schon verschiedene Schnüre, Schaumstoffklebeband oder Kork gesehen. Die Rollenhalter saßen alle fest, aber die mit Tape gaben bei Wärme irgendwann nach. Den mit Kork und einen mit Schnur musste ich aufsägen, den zweiten mit Schnur sogar ganz absägen.
Gruß
Carsten
Geschrieben von miso am 01.02.2023 um 20:11:
RE: Servus
Das Klebeband ist angenehm, weil man keine Drehmaschine benötigt, um den Durchmesser anzupassen. Der 2- K Kleber hält halt den normalen Beanspruchungen stand. Besser wäre es, dem Kleber Fasern beizumischen, dann bringt er auch noch richtig Stabilität.
Aber ihr habt Recht, es funktioniert schon seit Jahren genau so gut, wie aus Bambus gefertigte Fliegenruten
Geschrieben von Wayne am 02.02.2023 um 15:15:
Oha, das ging ja schnell

aber die verschiedenen Antworten und die gleich entstandene Diskussion zeigt mir, dass die Frage anscheinend berechtigt war.
Ich habe jetzt erst mal das Tape (braucht man ja sowieso) sowie den Schaumkern für 2€ bestellt und werde dann gucken, was sich einfacher/besser anfühlt. Die Bestellung wurde heute abgeschickt. Freue mich schon riesig drauf die erste Rute zu bauen.
Vielen Dank erst mal für all die ausführlichen Antworten. Wirklich super, so ein Forum als Hilfe zu haben! Ich denke, da werden noch so einige Fragen in nächster Zeit kommen.
Natürlich stelle ich mich euch auch gerne vor: Ich bin 32 Jahre alt, wohne in Leipzig und angle seitdem ich ca. 6 Jahre alt bin mit größeren Pausen dazwischen. Seit 3-4 Jahren bin ich sehr begeisterter Spinnfischer geworden und habe mich, wenn man das so sagen kann, in letzter Zeit auf Barsche eingeschossen. Dadurch haben sich meine Ködergrößen und Rutenstärken in letzter Zeit auch immer weiter reduziert. Die perfekte Rute für die Gegebenheiten in der Stadt und meinen Angeltechniken zu finden (langsam fließende, flache Kanäle mit oft schlammigem Untergrund, viele potentielle Hänger...) beschäftigt mich seitdem ich das Hobby etwas ernsthafter betreibe.
Durch die einsetzende Schonzeit wollte ich eine Rutenspitze reparieren und bin dabei über ein Video zum Rutenbau gestolpert. Da ich ohnehin gerne bastele (Angelschrank, Angelköder etc.) und demnächst ein bisschen Zeit haben werde dachte ich, "das ist genau das richtige jetzt"! Und ich hoffe das ist es auch
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