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Geschrieben von laverda am 09.11.2009 um 17:09:

  Nochmal Ringabstand

Hi ihr Profis,
nochmal zu den Ringabständen:
In den meisten Fällen wird davon gesprochen, dass Leit- und Endring weitgehend fest liegen und der Rest nach Gefühl, Tabelle oder Berechnung zu posionieren ist.
Ich habe noch keine 2 stellige Anzahl an Ruten aufgebaut und für Fliegenruten schon einige Tipps auch von "außerboards" bekommen.
Ganz wichtiger Hinweis war, dass sich ein Ring unbedingt im Knotenpunkt der Eigenschwingung befinden muss.
Rute am Handteil Hin und Herschwingen, so dass Rückgrat und Spitze gegeneinander schwingen und auf etwa 1/3tel der Länge von der Spitze aus gesehen scheint diese dabei still zu stehen (Knotenpunkt).

Dies bedeutet dann, dass ich ausser dem Spitzenring eine 2. Position habe, die gemäß Blankaktion FESTSTEHT, die weiteren müssten dieser Anordnung gemäß verteilt werden.

Dieser Knotenpunkt ist ziemlich ortsfest, selbst beim Einkürzen der Spitze wandert der nur unwesentlich.
Bei meinen Messungen hat sich der Bereich um diesen Punkt tatsächlich als "Trennung" der Aktion von Rückgrat zu Spitze herausgestellt und von daher ist dort ein Ring mehr als sinnvoll, um die Aktion möglichst gut mit dem Schnurverlauf abzubilden.

Ist dies ein spezieller Aspekt nur für Fliegenruten oder könnte das allgemein so sein?



Geschrieben von TorstenHtr am 09.11.2009 um 20:50:

 

Hi laverda,

Es gibt viele Theorien zum Thema Ringplazierung ..

Das ist ein Fall für die "Mythbusters".

Ich persöhnlich finde die Knotenpunkttheorie wenig plausibel.

-> Ein solcher Knotenpunkt tritt erst bei der 1. Oberfrequenz auf.
Jedoch lässt sich zeigen, dass die tatsächliche Momentanfrequenz nicht wesentlich oberhalb der Grundfrequenz liegt (meist darunter). Selbst wenn eine solche Frequenz eintritt, wo wäre der Vorteil zu sehen, wenn lediglich ein Ring auf diesem Punkt liegt.
Selbst Phillips hält den Knotenpunkt für überbewertet und mystifiziert von Einigen, die Ruten aufbauen.

Eine Ringplatzierung, die die Belastung des Blanks gleichmässiger verteilt und die Schnur hinreichend gut führt, ist denke ich ausreichend und besser zu begründen. Viele verwenden einfache Heuristiken, die auf Logarithmen oder geometrische Reihen basieren.

Im "Rodmakermagazin" wurde ein Verfahren vorgeschlagen, wobei der Blank vorgespannt wird und die Ringe so ausgerichtet werden, dass Eintrittswinkel = Austrittswinkel.

Ich habe mir auch solch eine Platzierung berechnet, wobei ein Ring auf dem Überschub liegt - das spart eine Wicklung (macht z.B. Sage so)

Bis dann ..
Torsten



Geschrieben von laverda am 09.11.2009 um 21:32:

 

Hi Torsten,
wie gesagt, ich bin da ziemlicher Neuling und finde diese Platzierung recht einleuchtend, weil sich eben bei den Belastungsmessungen und der daraus resultierenden Biegekurve dieser Punkt als sehr hoch belastet herausstellte und die Biegekurve hier eine deutliche Zunahme erfährt. Wenn man also mit dem Schnurverlauf der Biegekurve und Aktion möglichst gut folgen möchte, ist es nachvollziehbar, hier einen Ring zu setzen.

Eine gleichmäßige Verteilung der restlichen ist davon unberührt es geht ja nur um die Platzierung eines Rings.
Am Wochenende in Möhnesee habe ich eine ganze Reihe Ruten von Winston, Thomas&Thomas usw. im High End Preissegment in die Hand genommen und ausnahmslos alle Ruten hatten im Knotenpunkt einen Ring egal welche Länge egal welches Wurfgewicht, welche Aktion.

Von daher wollte ich nur mal nachfragen, ob hier im Forum etwas mehr über Hintergründe dazu bekannt ist. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass diese Platzierung einfach nur dem Mystifizierungsdrang einiger Rutenbauer entspringt. Schaden kann es wohl nicht und von daher werde ich zunächst mal diese Platzierung beibehalten.

Ich will da auch keine Diskussion vom Zaun brechen, es hat mich halt nur interessiert und ein klein wenig "Mystik" hat selbst bei mir noch Platz. Die restlichen Ringe folgen dann nüchtern und gar nicht mystisch einer ln-Funktion.

großes Grinsen



Geschrieben von Olaf Karsten am 09.11.2009 um 22:37:

  RE: Nochmal Ringabstand

Bei mir ist überhaupt nur ein Ring gesetzt. Der Spitzenring kommt immer an die gleiche Stelle. großes Grinsen

Alles andere mache je nach Blank: belasten und nach Augenmaß die Laufringe verteilen.

Dann gehe ich immer Test werfen und spiele etwas mit dem Buttguide - Größe und Position. Thats it.

Olaf



Geschrieben von laverda am 10.11.2009 um 18:21:

  RE: Nochmal Ringabstand

Hi Olaf,
wenn der Spitzenring auf einmal woanders sitzt, sähe das bestimmt sehr lustig aus Lachen-5

Ich fange die Tage mit der nächsten Rute an und werde mal einige Fotos unter Belastung machen ,die Auslenkungswerte messen und auswerten sowie verschiedene Ringpositionen genauer unter die Lupe nehmen.

Bis denne



Geschrieben von TorstenHtr am 15.11.2009 um 22:12:

 

Hi laverda,

Zitat:

Eine gleichmäßige Verteilung der restlichen ist davon unberührt es geht ja nur um die Platzierung eines Rings. Am Wochenende in Möhnesee habe ich eine ganze Reihe Ruten von Winston, Thomas&Thomas usw. im High End Preissegment in die Hand genommen und ausnahmslos alle Ruten hatten im Knotenpunkt einen Ring egal welche Länge egal welches Wurfgewicht, welche Aktion.


Richtig - es geht nur um einen Ring und hier ist die Frage, welchen Unterschied eine Abweichung vom Knotenpunkt hätte.
Bei Fliegenruten ist der Ringabstand ohnehin recht klein; somit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Ring recht dicht am Knotenpunkt liegt. Ich denke jedoch nicht, dass jeder Hersteller seine Ringplazierung darauf hin optimiert. Z.B. ignoriert Sage selbst den "Spine" - trotzdem konnte ich bisher nicht feststellen, dass es irgendwelche Nachteile hat.
Also meiner Meinung nach kann man es machen - muss jedoch nicht, da kein signifikanter Unterschied, wenn man ein paar cm abweicht.

Bis dann..
Torsten


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