Rutenbauforum (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/index.php)
- Reparatur/Austausch/Pflege (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/board.php?boardid=55)
-- Umbau teilweise (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/board.php?boardid=82)
--- Reparatur noch möglich? (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/thread.php?threadid=2602)
Geschrieben von Kohlmeise am 31.01.2010 um 13:05:
Reparatur noch möglich?
Hallo Leute,
bevor demnächst (ich hoffe in 2 -4 Tagen) die Fotos von der aufgebauten Marathon kommen

,
nun noch ne andere Frage zu einem Umbau. Habe gerade keine Kamera zur Hand, deswegen versuche ich es so gut als möglich zu beschreiben:
Also, es handelt sich um das Mittelteil einer alten 3-teiligen Floatrute (WG ca. 50-70 gramm). Der Überschub hatte einen ganz unten einen Riss, so dass ich etwa 1,5 cm gekürzt habe. Es reicht auch so, um eine stabile Verbindung zu erreichen.
Nun das große ABER: beim Kürzen mithilfe der PUK-Säge ist ein Splitter übriggeblieben, der sich dummerweise auch vom Blank gelöst hat. So ist nun direkt am Überschub ein etwa 1-1,5mm breiter und ca. 4 cm langer Riß entstanden, etwa halb so tief wie das Blankmaterial stark ist. Was kann ich tun?
Ich dachte daran, auf diesen 4 cm den Blank mit einer Schicht Epox flächig zu überziehen. Dann mit Garn straff abwickeln (wird halt etwas länger als eine "normale" Überschubwicklung), und dann ganz normal noch mal lackieren. Müsste doch klappen, oder?
Geschrieben von laverda am 31.01.2010 um 16:53:
Hi Kohlmeise,
Ich habe schon einige eingerissene und gebrochene Ruten repariert und dies so gemacht, wie du beschrieben hast. Die Abschlusswicklung muss unbedingt min 2 cm länger als der Riss sein!! Ich würde hier sogar auf +5cm gehen. Den Spalt selbst nur dünn ausbessern und darüber eine stramme Wicklung mit dehnungsfreiem Garn!!! Ich verwende für solche Fälle Aramidfaser oder eine hochwertige dünne geflochtene Angelschnur (Fireline etc.).
Über diese Wicklung Epoxi und die Sache hält jeder Belastung stand.
Am Überschub überlagern sich die Spannungen aus Rutenbiegung (Zug-, Druck, Biegespannungen aus der Biegung der Rute und zusätzliche Zug-, Scherspannungen aus dem Presssitz der beiden Rutenteile. Diese müssen an der Reparaturstelle komplett von der "Bandage" aufgenommen werden können, ansonsten reißt es weiter (Spannungsspitzen aufgrund von Kerbwirkung). Deshalb kann die Reparatur an dieser Stell nicht mit einer gewöhnlichen Ring- oder Abschlusswicklung verglichen werden.
Geschrieben von derextremexxl am 31.01.2010 um 17:03:
| Zitat: |
Original von laverda
....Ich verwende für solche Fälle Aramidfaser oder eine hochwertige dünne geflochtene Angelschnur (Fireline etc.)..... |
Servus
Nimmst du nicht immer geflochtene Angelschnur zum Wicklen?
Aber so dürfte es ausreichenden Halt geben. Ich finde sogar du musst nicht erst Exopxi in den Riss geben. Beim Lackieren füllt sich dieser Bereich doch eh mit dem Rutenlack (Epoxi). Würde vielleicht sogar bei den unteren 2-3cm eine doppelte Wicklung machen. Aus meiner Sicht reicht normales Bindegarn aus. Bei so vielen Wicklungen dehnt sich im lackierten Zustand doch so gut wie nichts mehr.
Grüße,
Alex
Geschrieben von Kohlmeise am 31.01.2010 um 20:02:
Ok, danke euch schonmal!
Mir ist vor allem wichtig, dass ihr der Rute auch noch eine Chance geben würdet! Wenn´s mehr oder weniger sinnlos wäre, würde ich die Reparatur nicht ins Auge fassen. Ist aber ein Liebhaberstück, die mir schon schöne Fische beschert hat. Deswegen wird sie auch wieder hergerichtet.
Geschrieben von laverda am 31.01.2010 um 20:33:
Hi Det,
wenns stabil sein soll nehm ich die immer gern, wie gesagt , ist für lau.
Aber für die Reparatur darfs gerne auch Aramid pur sein, das Zeug wird sonst für kugelsichere Westen verwendet.
Aber ganz im Ernst, bei Reparatur von hoch belasteten Stellen und gerade bei Rissgefahr am Überschub würde ich kein Risiko eingehen, da wirken auf den paar Zentimetern sehr große Spannungen und Kohlefaser ist nicht flexibel, so dass die Wickelmatrix genau so wenig nachgeben darf, sonst hat man am Rissanfang extreme Spannungsspitzen durch Hebelwirkung in einer Richtung, für die die Faserrichtung der Kohlefaser nicht ausgelegt ist.
Polyestergarn wäre mir persönlich in diesem Fall nicht sicher genug (Dehnung) und das Epoxi ist eher zum Füllen und Fixieren der Fasern und kann keinerlei Kräfte aufnemen.
Übrigens werde ich doch glatt bei der nächsten Rute mal arbeiten wie ihr Profis und mir Bindegarn und Lack besorgen.
Ich bin trotz meiner 47 Lenze noch lernfähig...........hoffe ich.
Geschrieben von Kohlmeise am 04.03.2010 um 07:58:
Würde es wohl Sinn machen, direkt auf den Riss (der wie gesagt, nicht duch das ganze Material geht) einen Ring zu binden, oder ist das eher kontraproduktiv?
Weil eigentlich denke ich mir: Ring = absolute Versteifung = beste Möglichkeit, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und den Riss wirklich gut gegen Zugkräfte zu schützen.
Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH