Rutenbauforum (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/index.php)
- Lack und Kleber (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/board.php?boardid=39)
-- Lackieren -> Das finish (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/board.php?boardid=43)
--- Blank entlacken (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/thread.php?threadid=2818)
Geschrieben von Hamiota am 06.03.2010 um 17:28:
Blank entlacken
Hier mal das Gegenteil zum Lackieren. Wie bekommt man den alten Lack wieder ab? Ich hab´s einfach mal ausprobiert, auf die Gefahr hin den Blank zu schrotten. Aber nix da - es hat funktioniert.
Den Lack auf ca. 5cm vorsichtig mit einem Gasbrenner aufheizen. Wenn die ersten Blasen erscheinen ist es genug. Dann mit einem stumpfen Messer auch wieder vorsichtig im rechten Winkel abschaben. Solange man den Blank an der erhitzten Stelle noch anfassen kann, kann dem Blank nichts passieren. Anschliessend schleifen und polieren.
Extra für die Gewichtsfetischisten: Ich habe bei meinem Versuch von einem 1,40m Original-Blank 15gr. Lack herunter geholt.
Geschrieben von Polizei110 am 06.03.2010 um 17:58:
Gasbrenner

.Auf keinen fall.Alles was über 100 grad ist tod für blank. 2 neue kutermesser klingen für 2,10-2,40m länge.90 grad zur blank halten und abscharben bis zum kohlenfaser.
Geschrieben von bojuramartin am 09.06.2010 um 10:50:
Da bin ich doch mal ein wenig geschockt!
Welche Methode sollte man denn nutzen mit oder ohne externe Temperatur zuführung?
Geschrieben von MeFo-Schreck am 09.06.2010 um 13:10:
RE: Blank entlacken
Gelöscht
Geschrieben von bojuramartin am 09.06.2010 um 13:35:
Oh kam wohl nicht so rüber.
Welche Metode ist die Beste um einen Blank von der Alten Farbe bzw. Klarlack zu befreien.
Erwärmen und Runterkratzen?
Nur Runterkratzen?
Mit Schleifpapier?
Wie sollte man vorgehen, damit man den Rutenblank nicht danach als "Erfahrung" in die Tonne packen kann.
Geschrieben von Hamiota am 09.06.2010 um 15:24:
Doppelposting, bitte löschen
Geschrieben von Hamiota am 09.06.2010 um 15:25:
Meinem Blank geht es immer noch gut. Auch nach 3 Wochen täglichem Naturköderangeln und pilken an der Ostsee, incl. Hängerlösen über den Blank.
Ja , ja, ich weiß daß ich ein brutaler Materialschänder bin.
Ich will aber niemanden dazu bringen, seinen Blank einzuäschern - alle Tips ohne Gewähr.
Ach übrigens, der Blank ist jetzt Teil der "Schrecklichen Zwei"
Geschrieben von bojuramartin am 09.06.2010 um 16:37:
Sehen doch gut aus.
Denke mit der rosa Rute muss ich mich auch noch anfreunden, wenn meine Tochter mit mir los geht.
Hatte gerade in einen englischen Forum gelesen, dass die dort Abbeizer vorschlagen.
Bin da ein wenig Skeptisch, ob dadurch nicht der Harz angelöst wird!?
Geschrieben von AngelDet am 10.06.2010 um 12:41:
RE: Blank entlacken
| Zitat: |
Original von Hamiota
Extra für die Gewichtsfetischisten: Ich habe bei meinem Versuch von einem 1,40m Original-Blank 15gr. Lack herunter geholt. |
Das ist doch in der Tat mal ein erstklassiger Messwert, danke!
Ich messe meist nur additiv, nicht wie du hier so extrem subtraktiv.
Bestätigt immer wieder, das Lack in Menge doch ganz schön schwer ist, und sich selbst Rutenaufbauten auf einem gleichen ST fast in solch heftiger Gewichtszahl unterscheiden können.
Geschrieben von Slotti am 10.06.2010 um 12:48:
Ich nehme mal an die Rute ist schon etwas älter und da war wirklich massiv Lack drauf?
Ich kann mir bei heutigen modernen eingefärbeten Kohlefaserblanks, (CTS, Harrions, Pacbay) nicht vorstellen das man annähernd auf dieses Gewicht kommt.
Ich habe auch schon die ein oder andere Rute abgekratzt und von meinem empfinden waren das vielleicht max. 3-4 gr.
Geschrieben von Pleiteangler am 10.06.2010 um 13:04:
| Zitat: |
| Gasbrenner .Auf keinen fall.Alles was über 100 grad ist tod für blank. 2 neue kutermesser klingen für 2,10-2,40m länge.90 grad zur blank halten und abscharben bis zum kohlenfaser. |
Alle sagen immer "Oh Gott, bloß nicht mit Hitze/ Feuer an den Blank"!
Meines Wissen ist Kohlefaser recht Wärmebeständig.
Was passiert denn genau wenn man den Blank erhitzt?
- Zerbröselt er?
- Brennt er?
- Verbiegt er sich?
Hat es überhaupt schon mal jemand ausprobiert??
Werde es die Tage mal an nem Stückchen Restblank testen und euch dann berichten!
Geschrieben von habitealemagne am 10.06.2010 um 13:34:
Das Problem ist das bindende Harz, in den Blanks, was nicht immens wärmebeständig ist. Beim Entfernen von Bindungslacken, greife ich auch gelegentlich zur Hitze, aber in Maßen. Spitzenringe entferne ich auch mit Feuer. Und ja Kohlefaser als solches , ist bis zu einem gewissen Grade Hitzebeständig, aber irgendwann glüht sie.
Geschrieben von AngelDet am 10.06.2010 um 17:47:
| Zitat: |
Original von Pleiteangler
Meines Wissen ist Kohlefaser recht Wärmebeständig.
Was passiert denn genau wenn man den Blank erhitzt?
- Zerbröselt er?
- Brennt er?
- Verbiegt er sich?
Hat es überhaupt schon mal jemand ausprobiert??
|
Ist schon länger her, hab ich mit dem Entfernen von Rollenhaltern versucht.
Kritisch ist eine Heißluftpistole, mit der man lange drauf rumbrät und dann noch mechanische Gewalt (zum Ablösen) einwirken läßt.
Ich hab mir aus dem HT dann beim Abdrehen wollen und vorher schön heiß machen, und nachdem es nicht weich wurde noch mehr ... einen Spirelli (Nudel in Wendelform) in das HT gedreht, also das Rohr zusammengewürgt.
Das sieht lustiger aus, als es ist.
Bei einer bestimmten (mir nicht exakt bekannt, weiss laverda vlt.

) Temperatur von ca. bei Friteuse wird das Blankmaterial plötzlich butterweich und läßt sich leicht aus der runden Idealform wegdrücken und verformen. Das taugt für alles andere, aber nicht mehr zum angeln.
Wie Georg oben schon schreibt: Wenn man weit darunter bleibt und etwa effektiv im gesamten Material nur 50-70Grad erreicht, passiert nix schlimmes.
Ist aber eine Sache von Fingerspitzengefühl.
Geschrieben von Pleiteangler am 10.06.2010 um 21:04:
| Zitat: |
| Wie Georg oben schon schreibt: Wenn man weit darunter bleibt und etwa effektiv im gesamten Material nur 50-70Grad erreicht, passiert nix schlimmes. |
Temperaturen von 50-70 Grad sollte eine Rute schon aushalten. Sie liegt im Sommer ja auch mal im Auto und die Sonne scheint drauf, da wird sie locker mal auf bis zu 80 Grad erhitzt.
Habe noch keinen getroffen der seine Ruten in ner Kühltasche transportiert hat!
Geschrieben von PuraVida am 11.06.2010 um 01:23:
Bei 50-70 Grad wirft aber noch kein Lack blasen.
Geschrieben von Hamiota am 11.06.2010 um 20:40:
Die Oberfläche des Lacks wird bei der Hitzebehandlung schon heißer, daher die leichte Blasenbildung. Der Blank wird dabei durch die Lackschicht noch etwas isoliert. Aber dann ist absolut Schluß! Mit der Flamme am Blank arbeiten ist und bleibt eine Gratwanderung, die leicht schief gehen kann.
Wenn der Blank zu heiß wird, verliert das Harz die Bindekraft und die Fasern haben keinen Zusammenhalt mehr. Das passiert schon mal, wenn man einen Spitzenring, der mit ungeeignetem Kleber befestigt ist zu stark erhitzen muß um ihn zu entfernen. Beim Abziehen / -drehen zerfasert die Spitze oder knickt ab.
Geschrieben von Hamiota am 11.06.2010 um 21:02:
| Zitat: |
Original von Slotti
Ich nehme mal an die Rute ist schon etwas älter und da war wirklich massiv Lack drauf?...... |
Es handelt sich um einen ziemlich alten Brandungsrutenblank, der scheinbar schon mal überlackiert wurde
Geschrieben von bojuramartin am 13.06.2010 um 11:14:
Also wäre Wärme schon Ideal, wenn man da das Fingespitzengefühl nutzt.
Was haltet ihr von Abbeizer?
Kann man so etwas überhaupt gefahrlos nutzen, ohne das der Blank angegriffen wird?
Geschrieben von laverda am 15.06.2010 um 23:07:
Hi Blankgriller,
die genaue Temperatur bis zur Blankschädigung kann auch ich nicht genau nennen. Dafür ist die Bandbreite der Harzrezepturen viel zu groß.
In jedem Fall aber wesentlich über 100°C. Wenn also der Lack über Wasserdampf weich genug wird, droht sicher keine Gefahr für den Blank.
Alles Weitere ist eine Gratwanderung. Am ehesten geeignet für die thermische Lackentfernung ist eine Temperatur-regelbare Heißluftpistole.
Das Blank-Harz ist KEIN Thermoplast (z.B. PVC, PETusw.), der bei Erkalten seine ursprünglichen Werkstoffeigenschaften wiedererlangt, sondern ein Duroplast (z.B. Epoxi, Polyester), der bei Erreichen einer bestimmten Temperatur irreversible (nicht rückgängig machbare) Veränderungen erfährt (z.B. Festigkeitsverlust, Versprödung, Zersetzung usw.). Dies geschieht z.T. NICHT sicht- oder fühlbar!!! Der Kohlefaser selbst ist diese (geringe) Temperatur vollkommen schnurz.
In der Regel werden Duroplasterzeugnisse mit Oberflächenbeschichtung bzw unter Verwendung von Trennmitteln (Werkstück/Form) hergestellt, die die Oberflächenbeschaffenheit positiv beeinflussen. Selbst dünne "Beschichtungen" und Oberfächengüte haben Einfluss auf das mechanische (Bruch)Verhalten des Werkstücks (Blank). Dies ist ein Grund, warum ich Blanks mit hinreichender Oberfächenbeschaffenheit nicht lackiere und wenn, dann nur vorher reinige und NICHT anschleife.
Ich versuche mal, genaueres zur Temperaturbeständigkeit üblicher Kohlefaser-Matrix-Harze heraus zu bekommen und poste dies hier.
Gruß vom platten Niederrhein
Geschrieben von laverda am 17.06.2010 um 09:27:
Hi Rutenbauer,
wie erwartet, ist eine halbwegs allgemeingültige Angabe der Temperaturbeständigkeit auch von den mir bekannten Kuststoff-Verarbeitenden Betrieben nicht zu bekommen, zu groß sind die Unterschiede bei individuellen Zusätzen und deren Dosierung.
Allgemein werden GFK Bauteile mit UP-Harzen (ungesättigte Polyester) hergestellt.
Ohne nennenswerte Zusätze beträgt die Dauer-Gebrauchstemperatur bis etwa 50°C Kurzzeitbelastung bis ~ 90°C.
Ruten/Blanks unterliegen jedoch besonderen Belastungen, so dass die Harze mit Zusätzen gemischt werden und diese Angabe NICHT für Ruten/Blanks gilt.
Die 2-K Rutenlacke (z.B. Flexcoat) sind i.d.R. EP Harze (Epoxi) und die Temperaturbeständigkeit von Epoxi kann ebenfalls mit Zusätzen bis weit über 200° C gesteigert werden.
Insofern ist die thermische Entfernung von Rutenlacken stets "unberechenbar", da ich zu keiner Zeit sicher sein kann, ob nun der Lack oder die Rute eine höhere Temperaturbeständigkeit aufweist.
Ich habe testweise gestern ein Reststück einer "geschlachteten" Shimano-Rute über 30 min gekocht (100° C) und es hat sich weder beim Lack noch beim Blank per Kratztest irgendeine Veränderung feststellen lassen.
Gruß vom platten Niederrhein
Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH