Rutenbauforum (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/index.php)
- Lack und Kleber (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/board.php?boardid=39)
-- Lackieren -> Das finish (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/board.php?boardid=43)
--- Schlieren im Lack beim Threadmaster (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/thread.php?threadid=2933)


Geschrieben von Slotti am 28.03.2010 um 11:48:

  Schlieren im Lack beim Threadmaster

Moin Jungs,

ich bin verzweifelt. Ich habe zurzeit ein kleines Gebinde Threadmaster im Einsatz. Dort habe ich wieder ein Problem mit dem ich zu anfangs auch immer mal Probleme hatte.

Ich stelle den Lack 30 min vorm lackieren auf die Heizung, nehme 2 neue Spritzen und ziehe 2x2ml Lack auf, rühre diesen 3 min langsam in einem Plastikbecher und schütte in anschließend in Alufolie, soweit so gut.

Der Lack läßt sich auch wirklich gut verarbeiten und auftragen.

ABER

nach dem Trocknen finde ich auf nahezu allen Bindungen (mal mehr oder weniger stark) schlieren, sieht im ersten Moment fast aus wie getrocknetes Wasser. Es entsteht eine regelrechter Film der sich mit dem Finger verwischen läßt, wirkt fast wie ein Fettfilm. Der Film läßt sich aber nicht komplett wegwischen sondern der Lack wirkt dort eher matt und minimal milchig, außerdem braucht er auch ein paar Tage länger bis er richtig ausgehärtet ist.

Ich bin echt total ratlos.

Ein unkorrektes Mischungsverhältnis und zu kurzes rühren schließe ich eigentlich aus da ich da sehr gewissenhaft vorgehe. Ich hatte dieses Problem auch schon beim Flexcoat Lite, habe irgendwann das Gebinde in die Tonne geworfen.

Hat jemand viellecht schonmal ein ähnliches Problem gehabt und eine Idee was das sein kann?

Überlagerter Lack?

Ist es möglich das der Lack irgendwie feuchtigkeit ziehen kann und die sich dann so bemerkbar macht?


Bin für alles dankbar

Grüße Mark



Geschrieben von BigPaco am 28.03.2010 um 14:47:

 

HI Mark!

Ich kann mir vorstellen, dass wenn du dieses Phänomen schon bei zwei verschiedenen Lackmarken hattest, dass das nichts mehr mit dem Lack zu tun hat... Wenn du deinen kompletten Lack vor dem Mischen 30 Min auf die Heizung stellst und das mehrfach, und dann erst abmischt, dann könnte da durch das Aufwärmen und dann Abkühlen vor dem Mischen Kondenswasser in den Lackbehältern entstanden sein, das sich mit untergemischt hat...
Ich stelle erst meine Mischung her und stelle sie dann im Mischbecher für 1 Min auf die Heizung und hatte diesen Effekt noch nie..

Vielleicht hilfts Denken2

Gruß

Rainer



Geschrieben von michl82 am 28.03.2010 um 16:01:

 

hi,

hatte das selbe problem auch schon einmal.

meine lösung war ganz simpel, der lack war einfach zu warm durch das heizen auf dem heizkörper (dieser war nicht auf max gestellt), beim nächsten mal einfach mal ausprobieren mit weniger wärme

du solltest ausserdem darauf achten das wenn der lack schon lange steht, das du ihn schon einen tag vorher erwärmst, nicht das eine komponente kristallisiert ist.

gruß



Geschrieben von Slotti am 28.03.2010 um 17:33:

 

hmm,

die ganze Sache wirkte auf mich durchaus wie ein Feuchtigkeitsprolem. Ich habe mir nun die beiden Flüssigkeiten einmal genauer betrachtet und in der hellen Flüssigkeit waren ein paar wenige kleine Bläschen (dachte ich). Nachdem ich mir den Deckel und den Behälter etwas genauer angesehen habe sieht es für mich jetzt eher so aus als sei das tatsächlich Kodenswasser....

das würde natürlich einiges erklären, ich werde den Lack jetzt mal im Wasserbad erhitzen und hoffe das das Wasser dadurch wieder verschwindet oder die Gebinde am besten gleich in die Tonne treten.?



Geschrieben von BigPaco am 28.03.2010 um 20:13:

 

Hi Mark,

wenn du den Lack im Wasserbad erhitzt, dann hast du nachher das Kondensproblem aber wieder...
Ich würd die Komponenten offen rumstehen lassen und sie höchstens hin und wieder mal aufrühren, damit all das Wasser verdunsten kann. Dann Deckel drauf und gut is´.

gruß

Rainer



Geschrieben von Da Vinci am 28.03.2010 um 20:18:

 

Hi,

hatte das Problem vor kurzem auch - bei mir wars 100% zu viel Luftfeuchtigkeit. Hatten letzen Herbst einen Wasserschaden neben meinem Rutenbauraum... war auch verzweifelt weil ich nicht wusste woher - vorher hatte ich im selben Raum nie Probleme...
Seitdem lackiere ich notgedrungen im Wohnzimmer und habe keine Probleme mehr. Wird noch ne Weile dauern bis die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk ist - solange muss ich halt ausweichen - war jedenfalls happy als ichs raus hatte warum.

Gruß,

Jochen



Geschrieben von Tisie am 28.03.2010 um 20:41:

  RE: Schlieren im Lack beim Threadmaster

Hi Mark,

Zitat:
Original von Slotti
Ich stelle den Lack 30 min vorm lackieren auf die Heizung, nehme 2 neue Spritzen und ziehe 2x2ml Lack auf, rühre diesen 3 min langsam in einem Plastikbecher und schütte in anschließend in Alufolie, soweit so gut.

ich verarbeite Threadmaster genauso, nur daß ich nicht auf der Heizung sondern in einem Glas mit warmen Wasser erwärme.

Ich würde wie Jochen auf zu hohe Luftfeuchtigkeit tippen. Einen ähnlichen Effekt sieht man auch, wenn man die Wicklungen nach dem Lackieren mit einem Strohhalm anbläst. Durch die Feuchtigkeit in der Atemluft beschlägt der Lack, was nach kurzer Zeit wieder verschwindet. Danach bleiben manchmal ganz leicht die von Dir beschriebenen Schlieren, die aber spätestens nach ein paar Minuten auch wieder weg sind.

Ich würde Dir empfehlen, bei möglichst trockenem Wetter zu lackieren und den Raum ein paar Stunden vor dem Lackieren richtig aufzuheizen. Dann eine Stunde vor dem Lackieren Heizung runter und lange stoßlüften. Danach Heizung nur so weit wieder aufdrehen, wie es für die Verarbeitung des Lackes nötig ist.

Viel Erfolg, Matthias



Geschrieben von Slotti am 29.03.2010 um 09:53:

 

Hi nochmal,

ich denke es dürften mehrere Faktoren sein die da zusammenspielen. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher das die helle Flüssigkeit des Lacks schon irgendwie Kondenswasser gezogen hat, denn bei dem Gebinde Flexcoat Lite welches ich zurzeit auch im Einsatz habe ,habe ich die Probleme nicht. Kann natürlich auch sein das der Threadmaster da etwas empfindlicher ist.

Ansonsten paßt das alles ins Bild, ich lackiere im Keller, der Raum ist auch recht schwer aufzuheizen und die Luftfeuchtigkeit ist dort sicher höher als in meinem Wohnzimmer.

Trotzdem muß auch irgendwas mit dem Lack sein sonst wären die Probleme beim Flexcoat auch.

Ich habe den Lack gestern erhitzt und ihn anschließend 20 min mit offenem Deckel in die Warmhaltemöglichkeit meines Kaminofens gestellt und ihn dann verschlossen. Ich werde die Tage den Lack nochmals probieren und schauen was passiert.



Geschrieben von OnTheMove am 29.03.2010 um 10:21:

 

Bericht mal ob es dann besser ist.

Ich glaube das selbe Problem auch mal gehabt zu haben.

Ist auf jeden fall sehr interessant für mich!

grüße Markus



Geschrieben von Chrizzi am 29.03.2010 um 10:29:

 

Zitat:
Original von SlottiAnsonsten paßt das alles ins Bild, ich lackiere im Keller, der Raum ist auch recht schwer aufzuheizen und die Luftfeuchtigkeit ist dort sicher höher als in meinem Wohnzimmer.


Im Baumarkt gibt es für günstiges Geld einfache Raumentfeuchter die mit Calciumchlorid trocknen. Einfach so ein Beutel Granulat oder gepresste Tablette in so ein Plastikgehäuse packen und das Teil macht seinen Dienst.

Vielleicht ist das ja eine einfache gute Alternative.


Ich hab den Threadmaster Lack bisher nie erwärmt oder was auch immer. Einfach in einem Mischbecher langsam verrührt bis der Lack klar war, dann in eine Aluschale rein.

Schlieren hatte ich bisher noch nie.

Ist es eigentlich wichtig, dass der Lack auf "frisches Alu" kommt? Oder kann ich im Prinzip auch die alte Schale nehmen, wo der ausgehärtete Lack noch drin ist?



Geschrieben von Slotti am 29.03.2010 um 10:33:

 

@ OTM , werde dann berichten.

@ Chrizzi, danke werd ich mich beim nächsten Baumarktbesuch, danach umschauen Augenzwinkern


Zitat:
Original von Chrizzi

Ist es eigentlich wichtig, dass der Lack auf "frisches Alu" kommt? Oder kann ich im Prinzip auch die alte Schale nehmen, wo der ausgehärtete Lack noch drin ist?


Sollte schon auf frisches Alu , wenn da noch Lack drin ist kippst du den ja darauf und nicht aufs Alu Augenzwinkern

Um nicht immer eine neue Schale nehmen zu müssen lege ich die Schale mit Alufolie aus und werfe diese "Einlage" nach dem lackieren weg, so hast du dauerhaft was von deiner Schale.



Geschrieben von Chrizzi am 29.03.2010 um 10:59:

 

Die Raumentfeuchter kriegst du schon für etwa ein 10er. Die Granulattüten/Tabletten scheinen auch recht lange zu halten.

Zitat:
Original von SlottiSollte schon auf frisches Alu , wenn da noch Lack drin ist kippst du den ja darauf und nicht aufs Alu Augenzwinkern

Um nicht immer eine neue Schale nehmen zu müssen lege ich die Schale mit Alufolie aus und werfe diese "Einlage" nach dem lackieren weg, so hast du dauerhaft was von deiner Schale.


Genau, wenn ich einen Lackboden hab, brauch ich ja eigentlich keine Alu-Schale. Was macht denn das Alu, dass es wichtig ist, den Lack auf das Alu zu geben?



Geschrieben von Höllenlurch am 30.03.2010 um 08:15:

 

Es verzögert die Abbindezeit des Lackes...



Geschrieben von Slotti am 30.03.2010 um 09:24:

 

und ich denke das im Lack enthaltene Bläschen durch das umschütten schneller zerfallen.



Geschrieben von OnTheMove am 30.03.2010 um 10:08:

 

Klingt auch logisch, da sich die Oberfläche der Lacks vergrößert.

grüße Markus



Geschrieben von TRANSformator am 30.03.2010 um 10:38:

 

Hab die letzten Tage auch fleißig mitgelesen, hatte aber keine Zeit, selbst auch was zu schrieben....nu aber.

Habe ja noch keine weitreichenden Erfahrungen gemacht, kann also nur von einer Rute mit Threadmaster berichten. Ich hatte mit dem Lack eigentlich garkeine Probleme.

Vorm Lackieren habe ich den Raum immer so auf 22 bis 24 Grad aufgeheizt. Bei mir kam der Lack direkt aus der Spritze, hatte also kein Gebinde. Vorm Lackieren habe ich den Lack für wenige Minuten (max. 5 Min) auf die Heizung gelegt. Dann sah man deutlich, dass der Lack flüssiger wurde. Beim Drehen der Spritze bewegte sich dann die Luftblase in der Spritze deutlich schneller und leichter. Ingesamt habe ich meist ca 1,5 bis 2 ml im Porzellan-Eierbecher angerührt. Etwa zwei bis drei Minuten unter langsamenem Rühren. Dann habe ich das Ganze einfach auf ein Stück Alufolie gekippt und dort zerlaufen lassen. Pinsel und Rührwerkzeug habe ich vor jedem Lackiervorgang gründlich mit Isopropanol gereinigt. Pinsel vorm Lack auftragen dann gut mit Lack tränken und ausdrücken, um die Luft zwischen den Borsten herauszudrücken. Verdünnt habe ich übrigens nicht. Brauchte also keinen Strohhalm zum Bläschen rauspusten.
Den Lack habe ich dann auf der drehenden Rute aufgetragen.
Mit Luftblasen hatte ich eigentlich garkeine Probleme. Auf der Alufolie war vereinzelt mal eine vorhanden, da hab ich einfach daruf geachtet, dass die auf der Folie bleibt und nicht an den Pinsel gerät.
Beim Trocknen lag die Lufttemperatur je meist so bei 22 bis max. 25 Grad, was sehr gut funktioniert hat.

Im Großen und Ganzen habe ich mich an diese Anleitung gehalten:
Klick

Damit bin ich nach meiner laienhaften Einschätzung sehr gut zurecht gekommen. Hoffe, dass bleibt auch so.

Gruß Daniel



Geschrieben von Slotti am 31.03.2010 um 08:50:

 

Zitat:
Original von OnTheMove
Bericht mal ob es dann besser ist.



Hallo Markus,

hab gestern nochmal mit dem Lack gearbeitet. Das Problem scheint wirklich weg zu sein. Ich habe die Lackierungen mit den Schlieren jetzt ein paar Tage durchtrocknen lassen , gestern abend gesäubert und entfettet und danach nochmals drüber, heute morgen sah es so aus als wäre alles in Ordnung.

Ich denke ich habe mir durch das mehrfache erwärmen des Lackbehälters im kühlen Keller tatsächlich irgendwie Kondenswasser eingefangen. Komischerweise nur in der hellen Flüssigkeit.

Werde da jetzt mehr aufpassen und den Lack warscheinlich nur noch beim Rühren erwärmen.

Grüße Mark


Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH