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Geschrieben von laverda am 28.11.2010 um 19:56:

  Aktionsänderung an Blanks

Hi Rutenfans,
Es gibt im technischen Faserhandel sogenannte Kohlefaser-Rovings, das sind gebündelte ungeflochtene und unversponnene Kohlefaserfäden.
Auf so manchen Ruten der "härteren" Fraktion findet man spiralförmig gegeneinanderlaufende und somit wabenförmig aufgebrachte Kohlefaserstränge.

Hat einer von euch sowas schon mal gemacht, also nachträglich auf einen Blank zur Aktionsanpassung diese "Waben" draufgeleimt?

Es geht mir nicht darum Wallerprügel zu verstärken sondern z.B. einem im unteren Handteil mir etwas zu weichen Fliegenblank ggf. das Rückgrat zu stärken.

Kürzen, Verlängern zur Anpassung alles gut und nett, jetzt würd ich gerne noch einen Schritt weiter gehen.

Gruß vom platten Niederrhein



Geschrieben von hirs am 28.11.2010 um 20:51:

 

Winken1


Ich habe derartige Versuche hinter mir.

Und zwar in Form von Kohlefasergewebeschlauch. Auf meiner Wettberwerbsrute z.B. ist es zu sehen.

Da hat aber das dreiviertelte des HT`s einen zusätzlichen Konischen Aufbau unter dem Carbon. Das hat sich als sehr positiv herausgestellt.


Ich muss aber auch dazu sagen, dass es nicht sonderlich viel bringt. Zumindest nicht in der Vorgehensweise wie ich an die Sache rangehe. Es dient bei mir 90% der Optik.


Aber in Verbindung mit dem Richtigen Epoxisystem (ähnlich Spannlack) sollte deine Idee durchaus umzusetzen sein.


In die Richtung bin ich aber noch nicht gegangen, da bei leichteren Ruten schnell mal zu viel Gewicht zusammenkommt......



Geschrieben von laverda am 28.11.2010 um 21:27:

 

Hi Matthias,
besten Dank für die schnelle Rückmeldung.
Der Wettbewerbsblank hat ja eh schon ein für Fliegenruten "brutales" Rückgrat im unteren Handteil. Als 3,50m 2-Händer aufgebaut, ist die definitiv als sehr schnell zu bezeichnen.

Die ganze Geschichte soll den Blank ja auch nur einen Tick, eben um das gewisse Etwas verändern. Die Gewichtserhöhung sehe ich sehr entspannt, es geht um max einige Gramm und das auch nur im unteren Rutenbereich. Viel wichtiger als die absolute Masse ist mir die richtige Balance und die lässt sich zum Glück sehr einfach einstellen.

Gruß vom platten Niederrhein



Geschrieben von hirs am 28.11.2010 um 21:42:

 

Winken1

Zitat:
Die ganze Geschichte soll den Blank ja auch nur einen Tick, eben um das gewisse Etwas verändern.



Das sollte durchaus umzusetzen sein. Wie gesagt, ich würde da auf Epoxisysteme mit Eigenspannung zurückgreifen. Ich weis von Bogenbauern das es sowas gibt. Nur weis ich nicht, wo ich danach suchen sollte. Evtl. bei R&G?



Zitat:
Der Wettbewerbsblank hat ja eh schon ein für Fliegenruten "brutales" Rückgrat im unteren Handteil.




Ich habe ja nur ca. 65cm unterhalb der Steckung vom HT genutzt. Und die CTS -Spitze die ich implantiert habe war ein wenig spitzenbetonter als die orginale. Da hatte ich zu viel Biegung über dem RH.

Die Aussteifung alleine mit Kohlefaser hätte nicht gereicht. Ich häng mal ein Pic an.

Und die laufenden Projekte großes Grinsen



Geschrieben von Effi am 28.11.2010 um 21:57:

 

Wow Hirs Respekt

Das Rütchen is der Hammer

echt Spitzen Arbeit Zweidaumenhoch

Mich fasziniert dass das Carbon Gewebe so gleichmäßig geblieben ist!

war bestimmt ein Haufen Arbeit Respekt Respekt Respekt



Geschrieben von MeFo-Schreck am 28.11.2010 um 22:00:

 

Gelöscht



Geschrieben von Effi am 28.11.2010 um 22:15:

 

Kann ich gut verstehen!

wie gesagt Respekt

Leider war ich noch kein Rutenbauer als das Treffen war!
Aber das nächste kommt bestimmt - und dann bin ich zum "Quatschen" auch dabei Winken1



Geschrieben von laverda am 28.11.2010 um 22:35:

 

Zitat:
Original von hirs
Winken1
........
Das sollte durchaus umzusetzen sein. Wie gesagt, ich würde da auf Epoxisysteme mit Eigenspannung zurückgreifen. Ich weis von Bogenbauern das es sowas gibt. Nur weis ich nicht, wo ich danach suchen sollte. Evtl. bei R&G?
.......


Stimmt, dein Rütchen ist zu Recht Sieger geworden!!!!

Der Tipp mit den Bogenbauern ist klasse!! Ich werde mal sehen, welche Infos ich bekommen kann. Es gibt da bestimmt genau so Verrückte wie uns.

Gruß vom platten Niederrhein



Geschrieben von hirs am 28.11.2010 um 22:48:

 

Danke für die Blumen.



Wenn du was in Erfahrung bringst, setzt das bitte hier rein. Das interessiert mich auch sehr. Daumenhoch


Nur das Gewicht macht mir noch Sorgen. Auf eine Länge von 50cm kannst du mit ca. 8-10g rechnen. Je nach Gewebeart, Blankdurchmesser und Lackauftrag.....
---> Nach meinen Erfahrungswerten. Und ich schleife die Fasern extrem runter (der Optik wegen).



Bei deinem Vorhaben müssen die Fasern ja erhalten bleiben. Also entweder noch mehr Gewicht in Form von Lack in kauf nehmen, damit das Finish stimmt. Oder auf die Optik verzichten und nur durchtränken. Das gibt ne ordentliche Hügellandschaft großes Grinsen

Wenn ich wieder mal Laminiere mach ich ein paar Pic´s dazu.



Geschrieben von laverda am 28.11.2010 um 23:25:

 

Hi Matthias,
wie bereits erwähnt, 2 Stränge, spiralförmig gegenläufig draufwickeln.
Ich denke hier an Stränge von etwa der Stärke eines kräftigeren Bindegarns
Steigungswinkel 45°, unter diesem Winkel wirken auch bei gerader Biegung die Schubspannungen.
Wenn ich dies in Angriff nehme, werde ich hier posten, ist aber zunächst erstmal nur eine Idee.

Gruß vom platten Niederrhein



Geschrieben von MAT am 29.11.2010 um 11:05:

 

Servus,

ich hab mit Verstärkungen schon etwas experimentiert, da ich vor kurzem eine gebrochene Rute wieder repariert habe und das im Spitzenteil, war ziemliche Fumelei.
Dabei hab ich auch hauptsächlich mit Gewebeschläuchen gearbeitet, da ich keine wirkliche Alternative dazu gefunden hab.
Eine Gute Quelle für alle möglichen Schläuche und Fasern ist übrigens.
http://www.bacuplast.de/
Ein Problem war auch das man keine wirklich dünne Kohlefaserstränge bekommt. Die Rovings die ich gefunden hab waren für eine feine definierte Verstärkung deutlich zu dick.
Eine Alternative wäre eventuell noch diese UD Kohlefasergelege
http://www.bacuplast.de/kohlefaser/udkohlefasergelege.html
Die man mit Faser in Längsrichtung um den Blank wickelt. Dadurch wären alle Fasern in Lastrichtung und sollten eine maximale Versteifung bewirken.

Ehrlich gesagt glaub ich nicht das eine Spiralwicklung um den Blank herum eine merkliche Aktionsänderung bewirkt, aber Versuch macht klug.

Ach ja noch ein Tipp wie man eine gewisse Komprimierung des CFK erreicht. Nach der Fixierung Tränkung der Kohlefaser kann man einen Schrumpfschlauch darüber schieben und erwärmen. Positiver Nebeneffekt ist eine Verringerung der Viskosität des Harzes (es wird dünnflüssiger) und zusammen mit dem gewissen Druck der sich durch die Schrumpfung des Schrumpfschlauchs ergibt ist eine gute Tränkung sichergestellt.

Ach ja wenn einer von euch einen dünneren Kohlefaserfaden findet wär ich auch sehr interessiert daran. Eine Trennung eines dicken Rovings ist übrigens nicht wirklich der Bringer da die Fasern nicht so 100% parallel laufen und der Strang extrem ausfranst wenn man versuch einen dünneren abzuspalten.

Gruß
Matthias



Geschrieben von heinz am 29.11.2010 um 14:34:

 

Vielleicht kann ja der "Poledoc.de" weiterhelfen. Ralf baut auch sehr dünne Polecups aus Kohlefaser. Anrufen kostet ja heute nichts mehr.

Gruß Heinz



Geschrieben von hirs am 29.11.2010 um 21:52:

 

Winken1


http://www.conrad.de/ce/de/product/886601/KOHLEROVING-1610-TEX-20-M


Dieses Roving hatte ich kürzlich in der Hand.


Ist nicht dicker als ein Blatt Papier und etwa 4-5mm breit. Daumenhoch2



Geschrieben von MAT am 29.11.2010 um 22:23:

 

Ich hatte sogar ein nur halb so dickes Roving und fand das für solche Anwendungen nicht wirklich brauchbar. Insbesondere da die Fasern nicht wirklich parallel zueinander liegen. Aber vll ist das auch von Roving zu Roving verschieden.

Gruß
Matthias



Geschrieben von Blauzahn am 30.11.2010 um 20:07:

 

Hallo Siggi,
ruf doch einfach mal bei Theo an.
Er benutzt diese bzw. ähnliche Fasern bei seinem Solitip-Tuning.
Vllt. hat er ja einen Tip, bzw. kann dir seine Erfahrungen erläutern....
er kann dir auch sicher seine Meinung zu deinem Vorhaben erläutern.

Ich kann dir in "Teilen" folgen, sehe aber nicht unbedingt einen effektiven Ansatz, bzw. einen Grund für dein Vorhaben. Dazu gibt es die Blankindustrie, aus dessen Portfolio wir nur den passenden Rohling aussuchen müssen.

Grüße
René


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