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Geschrieben von PikeMania am 25.02.2011 um 16:09:

  Überschubverbindung verstärken

Hi,

ich habe als Rutenbau-Einsteiger eine Frage zur Überschubverbindung. Konkret handelt es sich um einen 2-teiligen Blank einer Spinnrute (CTS LRS 15-45g SD-904).

Im ST der Überschubverbindung wird ja, so wie ich es gesehen habe, immer eine Wicklung angebracht. Dient diese nur der Optik oder auch der Verstärkung der Überschubverbindung?

Und wie ist es im HT? Ich meine da doch bei fertig aufgebauten Ruten auch mal eine Verstärkung gesehen zu haben. Wahrscheinlich eine Art Zapfen, welcher in den Blank geschoben wird und bündig mit der Oberkante des HT abschliesst?!? Jedenfalls konnte man durch das HT nicht "durchschauen"...

Bei dem genannten CTS Blank ist keine Verstärkung im HT zu sehen (man kann durch das HT "durchschauen") und ich frage mich ob ich da eine einbauen sollte... Denken2



Geschrieben von Posenrute am 25.02.2011 um 16:26:

 

Zitat:
Im ST der Überschubverbindung wird ja, so wie ich es gesehen habe, immer eine Wicklung angebracht. Dient diese nur der Optik oder auch der Verstärkung der Überschubverbindung?


Richtig, im Normalfall dient diese Wicklung als Verstärkung, damit das Blankende dort nicht ausreißen kann. Es soll auch verhindert werden, den Blank, der hier leichter verformt werden kann zu zerdrücken.

Es soll Blanks geben, die am Ende schon mit Extramaterial verstärkt wurden. Hier wird auf eine Extrastützwicklung verzichtet.

Zitat:
Und wie ist es im HT? Ich meine da doch bei fertig aufgebauten Ruten auch mal eine Verstärkung gesehen zu haben. Wahrscheinlich eine Art Zapfen, welcher in den Blank geschoben wird und bündig mit der Oberkante des HT abschliesst?!? Jedenfalls konnte man durch das HT nicht "durchschauen"...


Diese Wicklung dient wohl eher der Optik. Mit ihr soll eine "elegantere" Zapfenverbindung optisch nachgeahmt werden.

Dass in das HT einer Rute mit Überschubverbindung noch ein Zapfen eingepasst wird, wäre mir absolut neu.
-> nicht notwendig

Grüße und viel Spaß beim Bauen!



Geschrieben von Reinhard 02 am 25.02.2011 um 16:51:

 

Es gab vor Jahren bei OU-Ruten (Over-Under) ab und zu das Problem, dass sie genau unter der Steckverbindung gebrochen sind.
Die Berechnungen, wie stark das HT an dieser Stelle sein muss, waren wohl noch nicht so ausgereift.

Das Problem ist der abrupte Durchmesserverlust des blanks an dieser Stelle.

Beispiele waren zB. die verschiedenen Nachbauten der UglyStick-Ruten.
Diese gab es unter anderen von Silstar und bei denen sind die Handteile ab und zu gebrochen.
Ich habe daraufhin meine 3m mit ca. 150g WG mit einer Verstärkung im Handteil versehen.
Auch eine Karpfenrutenserie brach gerne an dieser Stelle ab.

Heutzutage kommt es anscheinend nicht mehr so häufig vor, die Hersteller haben halt auch dazu gelernt.

Aber diese Stelle ist/war ein "Knackpunkt" bei den OU-Blanks.

Die Wicklung am HT ist aber eine Zierwicklung und nicht nötig.

Reinhard



Geschrieben von PikeMania am 26.02.2011 um 11:18:

 

Zitat:
Original von Posenrute
Dass in das HT einer Rute mit Überschubverbindung noch ein Zapfen eingepasst wird, wäre mir absolut neu.
-> nicht notwendig


Ich habe mir gestern Abend meine Stangenruten mit Überschubverbindung angeschaut. Bei fast allen ist das Handteil mittels eines Art Zapfens verstärkt. Denken2 Der Zapfen schließt bündig mit der Oberkante das Handteils ab. Bei einigen Ruten ist er zu sehen, bei anderen ist er durch die Lackierung nicht mehr zu sehen (sieht dann aus wie Vollmaterial).

Zitat:
Original von Reinhard 02
Das Problem ist der abrupte Durchmesserverlust des blanks an dieser Stelle.


Wie meinst du daß genau? Daß direkt unterhalb der Steckverbindung am HT die Wandungsstärke abrupt abfällt?



Geschrieben von Blauzahn am 26.02.2011 um 12:30:

 

Hallo,
ich habe gerade so einen "Patienten" in Behandlung und habe ein Foto von der Stützwicklung/-Hülse am Spitzenteil gemacht.
Diese ist, wie meine Vorredner schon richtig beschrieben, eine Verstärkung des Blanks bzw. der dünnen Blankwandung am Überschub.
Bei kräftigen Ruten, in meinem Fall eine Spinnrute mit 160gr WG, macht sogar eine Hülse Sinn, welche ich aus Messing selbst angefertigt habe.

Mittagsgruß,
René



Geschrieben von Posenrute am 26.02.2011 um 17:54:

 

Zitat:
Ich habe mir gestern Abend meine Stangenruten mit Überschubverbindung angeschaut. Bei fast allen ist das Handteil mittels eines Art Zapfens verstärkt. Denken2 Der Zapfen schließt bündig mit der Oberkante das Handteils ab. Bei einigen Ruten ist er zu sehen, bei anderen ist er durch die Lackierung nicht mehr zu sehen (sieht dann aus wie Vollmaterial).


Hola PikeMania,

kann es sein, dass Du den Stopfen gegen Verschmutzung meinst?
Piek da mal vorsichtig gegen, meist ist dieser Stopfen aus Gummi, Schaumstoff(Duplon) oder sogar aus Kork.
Aber vorsicht, oft werden diese Stopfen nur geklemmt. Wenn Du dort zu starken Druck ausübst, könntest Du den Stopfen weiter in das HT schieben.

Winken1



Geschrieben von Reinhard 02 am 26.02.2011 um 20:32:

 

Hallo Michael,
ich meine denn Durchmesserunterschied zwischen ST unteres Ende (dick) und HT oberes Ende (dünn)

Im HT muss die Wandstärke sichtbar dicker sein als am unteren Ende des ST, um die gleiche Stärke zu haben. und diese Wandstärke im HT war zu gering.

Ich glaube nicht, das es Stangenruten gibt, die an dieser Stelle eine nachträgliche Verstärkung haben, viel zu aufwendig.

Und auch von blanks kenne ich das nicht.



Geschrieben von PikeMania am 28.02.2011 um 10:28:

 

Zitat:
Original von Posenrute
kann es sein, dass Du den Stopfen gegen Verschmutzung meinst?
Piek da mal vorsichtig gegen, meist ist dieser Stopfen aus Gummi, Schaumstoff(Duplon) oder sogar aus Kork.


Tatsächlich, der Stopfen ist aus Gummi oder ähnlichem weichen Material und dient wohl als Schutz vor Verschmutzung Danke
Ich werde den Stopfen an meiner Rute in jedem Fall nachrüsten (ein wenig mechanischen Schutz bietet er ja außerdem auch)...

@Reinhard: Ich schicke dir, sobald ich etwas mehr Zeit habe, eine PN mit einer Zeichnung. Auch wenn dieser Fehler bei neueren Blanks nicht mehr auftritt, läßt er mir irgendwie keine Ruhe Augenzwinkern



Geschrieben von Mad am 28.02.2011 um 14:46:

 

servus,

wegen der steckverbindung brauchst dir keine soooo großen gedanken machen. Winken1
die überschubverbindungen bei zb cts oder harrison halten schon.
ich persönlich mache nur am spitzenteil eine wicklung. eine hülse als verstärkung finde ich überflüßig.



Geschrieben von laverda am 28.02.2011 um 15:41:

 

Hi miteinander,
wir machen uns soooo viele Gedanken um Haltbarkeit, so manches wird sicherheitshalber üppig überdimensioniert.

Am Überschub wirken wirklich mal sehr große Kräfte und auch, wenn es WAHRSCHEINLICH selten Probleme gibt, erscheint mir eine Stützwicklung hier mehr als sinnvoll. Insbesondere 2Hand Fliegenruten werden sehr stark ineinandergepresst, um ein Lockern der Schubverbindung möglichst lang hinauszuzögern. So macher sichert die Sache sogar noch mit Tape. Außerdem ist hier die Möglichkeit zur Beschädigung durch z.B. Sandkörnchen recht groß und wenn erstmal ein Mikroriss vorhanden ist, kann der auf Dauer diese Stelle sehr stark schwächen. (Kerbwirkung, Dauerbruchgefahr)

Der gute Theo Matschewski wickelt die sogar mit Dyneema und gibt dies explizit als Qualitätsmerkmal seiner Ruten an.

Ich selbst habe stets einen Ring auf dem Überschub, von daher schlage ich damit 2 Fliegen mit einer Klappe. Daumenhoch3

Metallhülsen würde ich auch nicht verwenden, weil durch unterschiedliche Wärmedehnung von Metall und Kunststoff zusätzliche hohe Spannungsspitzen in diese Stelle eingeleitet werden können, insbesondere an den "Kanten".

Gruß vom platten Niederrhein


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