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Geschrieben von Rene am 05.11.2011 um 00:01:
Meine neue 5wt
Hallo,
muss doch auch mal meine neue Fliegenrute hier vorstellen.
Nichts Aufregendes bei den Komponenten:
Blank vom Moehnesee, aus 2001, damals als PacBay Private Label verkauft. Stand bei mir etwas im Keller.
Griff, Rutenhalter, Ringe auch von dort.
Der dunkle Ring am Ende des Griffes sind 5 Scheiben Kirschrinde. Ich habe die Scheiben mit einem Lochbohrer aus der Rinde geschnitten, mit Ponal Laminatkleber verklebt, mittels dicker Schraube, 4 Unterlegscheiben und Muttern gepresst. Dann an Bohrmaschine mit Schleifpapier in Form gebracht, zum Schluss stundenlang von Hand geschmirgelt. Mit Leinöl versiegelt und mit Ponal an den Kork geklebt. Die Übung hat vermutlich länger gedauert, als der ganze Rest des Aufbaus.
Bei den Bindungen habe ich mich an einem 2-farbigen Dekor versucht.
Bei den Schnur-Ringen bin ich versuchsweise einen anderen Weg gegangen. Ich habe den Blank waagerecht eingespannt und mit ca 60 g belastet. Mit 2 Zollstöcken die X/Y Punkte der Kurve aufgenommen, anschließend mittels einiger Zeilen Java dazu passende Polynome ermittelt. Das beste passende Polynom habe ich dann benutzt, um nach dem Prinzip Einfallwinkel = Ausfallwinkel (Am Ring) die Ringabstände berechnen zu lassen.
Interessanterweise sind dabei Ringabstände herausgekommen, die in der obere Hälfte in etwa gleich waren, und erst unten sich vergroesserten. Auf dem Photo, das die ganze Rute zeigt, kann man das ganz gut sehen.
Ich war mit ihr ein Mal am Wasser. Sie lädt gut auf, aber ob das nur an den Ringabständen liegt?
Gruß
Rene
Geschrieben von MuddlerMinnnow am 14.11.2011 um 12:19:
RE: Meine neue 5wt
Das ist eine feine Rute geworden! Ich finde sie sehr geschmackvoll in den Komponenten und handwerklich top!
Jetzt ist Winterzeit und ich komme hoffentlich auch mal zu einem Erstlingswerk!
Viele Grüße
Gabriel
Geschrieben von laverda am 14.11.2011 um 18:55:
Hi Rene,
die Idee, die Biegekurve mittels Polynom zu approximieren, find ich interessant.
Welcher Ordnung war denn das Polynom, das am besten passte?
Ich gehe mal davon aus, dass du die Ringanzahl als feste Größe genommen hast und für diese Anzahl Stützstellen mit gleichen Winkeln der Sekanten untereinander berechnet hast??
Gruß vom platten Niederrhein
Geschrieben von Lemberger am 14.11.2011 um 19:17:
Servus,
schön gemacht. Wobei es mir persönlich besser gefällt, wenn das Oberteil des Rollenhalters im Griff versenkt ist.
Aber dann wären vermutlich die Rindenscheiben gebrochen. Ist letztendlich auch eine Sache des Geschmacks.
Geschrieben von Rene am 14.11.2011 um 19:39:
Hi,
@Lemberger: Du hast Recht, ich hatte auch ueberlegt, den Halter zu versenken. Da ich auch Angst um die Scheibe hatte, und der Farbton ok war (auch schoen zur Scheibe passte) habe ich es gelassen.
@laverda. Meine Messpunkte haben natürlich einen Fehler, daher habe ich mir überlegt, wie ich das ausgleichen kann. Für Polynome habe ich auf die schnelle nichts gefunden oder herleiten können, habe ich mir was anderes überlegt.
Ich habe mir aus den 10 oder 12 Messpunkten, die ich hatte, alle möglichen Kombinationen von n Messpunkten genommen, mit denen als Stützstellen ganz brutal das Lagrange Polynom ermittelt und dann die Abweichungen der Punkte zu dem Polynom ermittelt. Das Polynom mit der geringsten Abweichung habe ich dann genommen und dann den von Dir beschriebenen Prozess gestartet habe. Als Vorgabe hier die Anzahl der Ringe, sowie die Position des Bockringes. Dann solange mit dem Abstand des ersten Ringes probiert, bis bei gewünschter Ringanzahl der letzte Ring den Bockring-Abstand traf.
Das optimale Polynom war uebrigens 5ten Grades.
Waere interessant, das Ganze für verschiedene Gewichte durchzuprobieren und dann mal zu sehen, welche unterschiedliche Positionen für die Ringe sich ergeben. Ist doch schoen, dass es noch Herausforderungen gibt..
Rene
Geschrieben von hirs am 14.11.2011 um 22:45:
Servus Rene,
feines Gerät, die Wicklungen gefallen mir sehr gut.
Die Idee mit der Kirschrinde ist ja genial!
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