Geschrieben von Pikepauly am 17.07.2008 um 13:40:
Rutenbaumode
Moin Moin!
Was meint ihr, unterliegt der Rutenbau einer modischen Beeinflussung und wer steuert die?
Mir ist zum Beispiel aufgefallen, daß es jahrelang einen Trend hin zu schwarz/anthrazit bei Blanks und zu brünierten (Gunsmoke) bzw. schwarzen Komponenten gab.
Ähnlich wie bei Autos kehrt jetzt aber der Chrom bzw. Silberlook zurück.
Ein grosser Rutenbauer hat mir vor ein paar Tagen erzählt, daß Fuji und andere Komponentenbauer an so einem Look arbeiten bzw. sowas schon fertig haben.
Wo kommen solche Trends her?
Japan, USA??
Eure Meinung ist gefragt!
Geschrieben von AngelDet am 19.07.2008 um 14:09:
RE: Rutenbaumode
| Zitat: |
Original von Pikepauly
Was meint ihr, unterliegt der Rutenbau einer modischen Beeinflussung und wer steuert die?
Wo kommen solche Trends her?
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Na - wir machen das inzwischen!
Es sind doch gerade die gezeigten publizierten Bespiele, sei es die ganz schwarzen Japan-Bauten oder eben andere klassische, Neo-Klassische oder echte Materialinnovationen, das hat Breitenwirkung, besonders wenn es in den Foren publiziert wird !
Beispiel: Roter Rollentrend, eingeführt mit der Red-Arc, nicht Spro allleine. Erst als viele positiv drüber berichteten, gabe es einen Hype.
Beispiel: Japanimport-Rollen ...
Beispiel: Harrison, besonders VHF ...
Das sind einige von den Begebenheiten, die prägen.
Der Glitter-Glitzer-Gold-Chrom Trend hat aber keine wirkliche Chance.
Ist wie bei Jagdwaffen, letztlich zählt das erfolgreiche, das wertige und qualitative, das dezente.
Die Glitterdinger sind eher was für die Unterhaltung, Entertainment, Beschäftigung, wie Sticken und Strümpfe sticken, nur eben andere Leuts.
Bei den "Fischjagdwaffen" haben sich doch lange schon einige Stile etabliert, und die bleiben auch. Innoavation ist immer möglich, aber als Superposition des bewährten, nicht irgendeine Andersartigkeit.
Rote und gelbe Ruten aus Japan können bzw. konnten da nicht wirklich was dran ändern, das ist einmal interessant und auffällig, dann wieder schnell weg. So wie Mode eber ist: Eine Saison und dann out.
Die klassischen Dinge haben ihren eigenen Wert, ihre eigene Qualität, ihren eigenen Zyklus. Der dürfte mindestens bei 20 Jahren liegen.
Wenn ich mir aber die Faszination und fast schon Hype um Gesplisste und Drahtringe angucke, können es auch 50 Jahre und mehr sein, vlt. unvergänglich, solange es irgendwo bewahrt wird?
Insofern glaube ich nicht an EINEN Modetrend. Es gibt kurzlebige, die versucht jeder Anbieter für seine ZWecke marketing-mäßig zu instrumentalisieren. Die wirklich wogenden großen Zyklen sind aber ganz anders, viel länger und viel kritischer betrachtet, ausgesiebt.
Beispiel: Rollen
Was hat sich wirklich innovatives seit 30 Jahren ergeben?
Für Spinnrollen spielfreie Rücklaufsperrenlager, schonende große Schnurlaufröllchen, bessere fassbare Bügel (Airbails) und exakter passende Getriebe, das wars.
Dabei sogar einige Rückschritte wie Verlust der Druckknopfspulen bei Frontbremsrollen, Verlust der trickreichen Einklappbarkeit, tragende Teile aus Kunststoff und insbesondere negativ bei Rotoren und Gehäusen.
Auf die Forstschritte mag ich als Spinnangler aber nicht mehr verzichten, beim Grundangeln hat es noch nicht einmal nennenswert gebracht, da schon eher das Baitrunner-System. Alles andere an Experimenten, Glitter, Design und Bedürfniswecken ist schnell wieder weg gewesen, out, für die Tonne.
Beispiel: Ruten
Was hat sich wirklich getan: breites Durchsetzen von Ringeinlagen wie SIC, ein Quasi-Standard wie DER Fuji-Rollenhalter, und sehr hochmodulierte leichte Blanks aus Kohlefaser unter Verdrängung der alten Materialien, wobei diese Entwicklung längst nicht ungeteilt positiv gesehen wird.
Dazu nur wieder die Gesplisste und die Glasfaserrute, die weiterhin "modisch" gefragt sind, und Kohlefaserruten, die wie die VHF ja durchaus als übermoduliert kontrovers diskutiert werden. ("Ende der Fahnenstange")
Auf die gute Ringeinlagen und den unproblematischen Rollenhalter mag ich nun auch nicht mehr verzichten.