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Geschrieben von denny71 am 05.02.2014 um 21:41:

  gemessenes WG, hääää?

Hallo Rutenbauer,

ich muss mal diese blöde Frage stellen.

Seit mehreren Stunden, Tagen, Monaten. ......egal

lese ich immerwieder etwas von gemessenes WG oder WG berechnet odef reales WG....


Wie kann ich als unwissender das reale WG berechnen? Denken2

Ich bitte euch klärt mich auf.

gruß denny



Geschrieben von sepp73 am 06.02.2014 um 12:00:

  RE: gemessenes WG, hääää?

Das WG ist die Quadratwurzel aus Pi mal Rutenlänge mal Durchmesser zum Quadrat geteilt durch das Alter des Werfers... Lachen-5 Zunge-raus
Nö, nix für ungut, berechnen lässt sich ein WG nicht. Da müsstest dann ja Variablen wie die Grifflänge, die Beringung, die Wurftechnik und zig andere mit einbeziehen. Letztlich findet man das WG nur durch "Versuch und Irrtum" heraus. Also Gewicht an den Stecken und schauen ob der das ordentlich schmeissen kann. Als einzigen Anhaltspunkt für ein annäherndes Ergebnis gibts diverse Methoden um eine Rute zu vermessen (z.B. Common-Cents-System, Flyran und wie sie alle heissen). Dabei kriegt man dann eine gewisse Bandbreite von Gewichten heraus, die den Blank anständig aufladen müssten...

Gruss, Sepp



Geschrieben von BigPaco am 06.02.2014 um 12:28:

 

Oder nur kurz für den Hausgebrauch:

Spann die Rute horizontal ein, häng soviel Gewicht an die Spitze, bis die sich 10cm verneigt hat, dann hast Du in etwa das maximale WG der Rute.

Gruß

Rainer

Edith sagt: nicht ideales WG, sondern maximales WG!!!



Geschrieben von denny71 am 06.02.2014 um 15:52:

  RE: gemessenes WG, hääää?

Zitat:
Original von sepp73
Das WG ist die Quadratwurzel aus Pi mal Rutenlänge mal Durchmesser zum Quadrat geteilt durch das Alter des Werfers...
Gruss, Sepp


@ sepp,

danke für deine antwort. Daumenhoch2

habe ich natürlich gleich gemacht/ausgerechnet.

...bin auf 34,03g als WG gekommen. Po

@ rainer,

deine methode habe ich als nächstes überprüft.

hierbei bin ich auf 35g als WG gekommen.

im großen und ganzen stimmen die beiden ergebnisse schon überein. Pokal

*edit* muss aber zugeben, dass den rainer seine methode um einieges schneller ist. Daumenhoch3



PS: übrigens ist das Blank vom hersteller mit 5-35g als WG angegeben.



Geschrieben von BigPaco am 06.02.2014 um 17:12:

 

Hab meinen Beitrag nochmal geändert: nicht ideales, sondern maximals WG!!!

Gruß

Rainer



Geschrieben von fishmike am 07.02.2014 um 10:58:

 

Zitat:
Original von BigPaco
Oder nur kurz für den Hausgebrauch:

Spann die Rute horizontal ein, häng soviel Gewicht an die Spitze, bis die sich 10cm verneigt hat, dann hast Du in etwa das maximale WG der Rute.

Gruß

Rainer

Edith sagt: nicht ideales WG, sondern maximales WG!!!


Hallo Rainer,
wenn du die Rute einspannst, wo ist dann der Auflagepunkt? Beim Rollenhalter oder davor bzw. dahinter? Einen Unterschied im Ergebnis sollte es machen - oder?

Lg, Michael



Geschrieben von Reinhard 02 am 07.02.2014 um 11:54:

 

Ohne es ausprobiert zu haben:

Wie funktioniert die Methode von Rainer, denn es wird dabei überhaupt nicht auf den Aktionverlauf eingegangen.
Eine Rute mit Spitzenaktion biegt sich bei diesem Test schon unter relativ geringem Gewicht um die 10 cm, hat aber bestimmt noch viel Reserven im unteren Bereich, der sich noch garnicht biegt, extremes Beispiel Dropshotrute, da kommt die ganze Wurfkraft aus den unteren Bereichen.
Bei einer parabolischen Rute dagegen biegt sich vielleicht schon das Handteil mit bei der 10cm - Auslenkung.

Reinhard



Geschrieben von fishmike am 07.02.2014 um 12:46:

 

Zitat:
Original von Reinhard 02
Ohne es ausprobiert zu haben:

Wie funktioniert die Methode von Rainer, denn es wird dabei überhaupt nicht auf den Aktionverlauf eingegangen.
Eine Rute mit Spitzenaktion biegt sich bei diesem Test schon unter relativ geringem Gewicht um die 10 cm, hat aber bestimmt noch viel Reserven im unteren Bereich, der sich noch garnicht biegt, extremes Beispiel Dropshotrute, da kommt die ganze Wurfkraft aus den unteren Bereichen.
Bei einer parabolischen Rute dagegen biegt sich vielleicht schon das Handteil mit bei der 10cm - Auslenkung.

Reinhard


Danke Reinhard, auf genau das wollte ich eigentlich hinaus Augenzwinkern



Geschrieben von denny71 am 07.02.2014 um 13:36:

 

@ reinhard 02,
genau das ist auch meine überlegung.
kann man es so einfach pauschalisieren?
...ich glaube nicht.

auch wenn rainer/big paco mir nur mit meinen problem helfen wollte. Daumenhoch3

ich habe die letzten tage wegen dem von sepp angesprochenen common-cents-system gegooglet.

vieles gefunden, leider nicht meine sprache. also konnt ich nur per übersetzer lesen. verwirrt

wenn ich das alles halbwegs verstanden habe, geht es wohl hauptsächlich um aktionen von fliegenruten.

häng mal was rann.....

http://translate.google.de/translate?hl=de&sl=en&u=http://www.sexyloops.com/eric/database/tackledatabase.shtml&prev=/search%3Fq%3DCommon-Cents-System%26biw%3D1016%26bih%3D597

evtl. kann jemand damit was anfangen.
...ich nicht


mir bleibt wohl nix übrig als die andere methode die sepp auch ansprach. Feldversuch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!



Geschrieben von MeFo-Schreck am 07.02.2014 um 13:47:

 

Die Methode, die meiner Meinung nach zumindest einen guten Anhalt gibt, ist die sogenannte 3,75°-Methode, eine empirische Methode, die sich recht gut bewährt hat.
Dazu wird der Blank wie Rainer es auch sagte waagrecht eingespannt und zwar so, dass die vordere Auflagekante des Blanks der oberen Position des Rollenhalters entspricht. Die Länge an Blank, die nun frei hängt nenne ich mal "Freie Aktionslänge".
An die Spitze der Rute hängt man nun solange Gewicht bis die Spitze nun um 3,75° nach unten ausgelenkt ist. Da nun 3,75° schwer direkt zu messen sind, kann man über die Winkelbeziehungen (Sinus, Cosinus, Tangens, etc. ihr erinnert Euch dunkel an die Schulzeit ? großes Grinsen ) berechnen wieviel cm Auslenkung der Spitze aus der waagrechten dafür notwendig sind.
Ohne Euch weiter zu langweilen: Eine Auslenkung von 1/15 (ein fünfzehntel) der "Freien Aktionslänge" entspricht in sehr guter Näherung dieser 3,75°-Auslenkung.
Als Beispiel: Wir haben einen Blank von 270 cm und wollen die Oberkante des RH bei 50 cm haben. Damit haben wir eine "Freie Aktionslänge" von 270-50=220 cm
Wenn der Blank nun entsprechend waagrecht eingespannt ist, wird solange Gewicht vorne angehängt bis die Spitze 220/15=14,6 cm nach unten ausgelenkt ist. Diese Gewicht ist nun in guter Näherung das WG.
So bin ich bisher vorgegangen und bin mit der Methode eigentlich recht zufrieden. Daumenhoch , da die Ergebnisse in der Praxis doch recht gut Bestand hatten.



Geschrieben von denny71 am 07.02.2014 um 16:12:

 

@ axel,

das würde bedeuten, dass ein und das selbe blank bei unterschiedlicher positionierung des RH verschiedene WG`s hätte... Denken2



Geschrieben von MeFo-Schreck am 07.02.2014 um 16:22:

 

Da hst Du nicht ganz unrecht! Daumenhoch3 Das ist auch physikalisch ganz klar weil die Länge und Geometrie der Feder (und ein gebogener Blank ist physikalisch-mechanisch nichts anderes als eine gespannte Feder) sich verändert.
Nichtsdestotrotz werden wohl letztendlich keine riesigen WG-Unterschiede zustande kommen, da die individuellen Unterschiede in der Grifflänge in der Praxis wohl prozentual eher gering ausfallen werden.
Wenn man also bei meinem Beispiel statt 50 cm dann 60 cm als Oberkante des RH definieren würde (und 60 cm finde ich bei einer Spinnrute schon sehr lang als Griff) wäre die "Freie Aktionslänge" damit 210 cm-->die nötige Biegung wäre bei 14 cm (statt vorher 14,6 cm)-->dann würde ich auch bei dem geringen Biegungsunterschied ein nur geringen Unterschied im benötigten Gewicht erwarten.



Geschrieben von denny71 am 07.02.2014 um 19:10:

 

Danke axel,
sehr aufschlussreich deine aussage.

wenn ich nachher Feierabend habe werde ich das gleich mal durcharbeiten.
Bin auf das ergebnis jetzt schon gespannt.



Geschrieben von Black Angel am 07.02.2014 um 19:31:

 

Cooler Beitrag, Axel. Daumenhoch4

Da hab ich wieder was dazugelernt.

Grüße, Jens



Geschrieben von BigPaco am 07.02.2014 um 22:53:

 

Naja, es ist, wie ich schon schrieb eine kurze Lösung für den Hausgebrauch.
Ich spanne die Rute, die ich so messen will , vorne an der Stelle ein, die ich mit der Hand beim Wurf halte, also vor dem RH.
Das langt für einen guten Eindruck über das WG. Bei meinen Spinnen stimmte jedenfalls das Ergebnis immer nahezu.

Und ja..., es gibt noch alle möglichen speziellen Ruten, bei denen diese Methode nicht das Gelbe vom Ei ist. Weiß ich doch..., ja und?



Geschrieben von denny71 am 07.02.2014 um 23:07:

 

so feierabend und zu hause.

grad die 3,75° methode benutzt.
rutenlänge: 201cm
grifflänge: 38cm
201-38=163
163/15=10,86666666666 also 10,9


wie schon in einen oberen post angemerkt, hat meine gerte ein vom hersteller angegebenes wg von 5-35g.

mit der hausfrauentechnik vom rainer/big paco bin ich auf ein wg von ~35g gekommen.

mit der 3,75° methode komm ich Schock1
....auf 39g als wg gekommen!!!!!


wo liegt der fehler????

ist die variable 15 falsch ? Denken1
sind die herstellerangaben von ars.. ? Denken2
brauch ich mehr alkohol ? Du spinnst



Geschrieben von Reinhard 02 am 08.02.2014 um 07:17:

 

Die beste Antwort hast du eigentlich schon ganz am Anfang von Sepp bekommen.
Da eine Spinnrute, im Gegensatz zu einer Fliegenrute, mit sehr unterschiedlichen Wurfgewichten gefischt wird, ist eine Gramm-genaue Klassifizierung unnötig!
Erst wenn du eine Rute nur mit genau einem Köder, dh. gleiches Gewicht und gleichem Volumen, und maximaler Wurfweite fischen möchtest, sind all diese Überlegungen interessant.

Ansonsten ist es so, dass das maximale Wurfgewicht nicht das optimale Weit-Wurfgewicht ist!

Reinhard



Geschrieben von MeFo-Schreck am 08.02.2014 um 17:04:

 

Und ausserdem sind doch sehr viele Herstellerangaben ziemlich für den A**** Winken1 , egal ob WG-Angaben bei Spinnruten oder AFTMA-Klassifizierungen bei Fliegenruten.
Kann mich da an eine Daiwa-Spinnrute mit angeblich 40 g WG erinnern, die schon bei angehängten 25 g sich fast schon zur Parabolik bog Augenzwinkern und im anderen Extrem an Harrison-VHF-Blanks die vom Hersteller deutlich "unterzeichnet" sind.



Geschrieben von selberdreher am 08.02.2014 um 18:18:

 

Das unterzeichnen oder die zu geringe WG Angabe hat bei GRuten zum Zanderfischen und gufieren sogar System. hoffentlich bringe ich jetzt nicht noch die letzten Marketingmädels auch auf diesen trichter. wenn man das WG geringer angibt, wirkt die Rute beim begrabbeln sehr straff. der unbedarfte Kunde sucht ja immer nach ungefähr einem WG bei den Ruten und auch den Blanks. Steht auf zwei 15-50g und das eine Ding wirkt viel straffer, scheint es der bessere Kauf. cool Wenn das Nachmessen eine 80g ergibt, dann wäre das richtig aber ist halt schon gekauft und das Geld eingesackt.



Geschrieben von laverda am 09.02.2014 um 20:09:

 

Zitat:
Original von denny71

mit der 3,75° methode komm ich Schock1
....auf 39g als wg gekommen!!!!!
..........
wo liegt der fehler????

ist die variable 15 falsch ? Denken1
sind die herstellerangaben von ars.. ? Denken2
brauch ich mehr alkohol ? Du spinnst


Hi Denny,
messung ist i.O., im Zweifelsfall ist die Herstellerangabe für´n A**** und Alkohol ist selten eine Lösung Lachen-5

Ich habe in den Anfängen meiner Fliegenruten-Messungen auch meine Spinnruten vermessen und Pi mal Daumen war das 3,75°-Auslenkungsgewicht stets im oberen Viertel dessen, was ich mit der jeweiligen Rute noch als Spinnködergewicht beim Fischen nutzen würde.
Ganz wichtig ist, dass es sich bei dem Messergebnis einer Spinnrute NICHT um ein definiertes Wurfgewicht handelt sondern um einen Messwert, um Blankvergleiche vornehmen zu können. Wenn du deine übrigen Stecken mal genau so vermißt und dann mit den Gewichten vergleichst, die damit so richtig gut gehen, bekommst du sehr schnell ein Gefühl für die Übertragbarkeit deiner Messergebnisse auf unbekannte Blanks.

Mehr kann ich leider zum Thema Spinnruten nicht beitragen, da ich ausschließlich Fliegenruten baue und fische.

Gruß vom platten Niederrhein


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