Rutenbauforum (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/index.php)
- Rutenbau (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/board.php?boardid=36)
-- allgemein (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/board.php?boardid=105)
--- Erste Fliegenrute Hilfe!!! (http://www.rutenbauforum.de/rodbuilding/thread.php?threadid=9232)


Geschrieben von wusdorf am 23.11.2014 um 20:14:

  Erste Fliegenrute Hilfe!!!

Hallo,

ich stehe nun davor meine erste Fliegenrute zu bauen. Hab als Blank den Sonderposten-Blank von T24 in #5 genommen. Mit der Auswahl von RH und Griff komme ich noch zurecht.

Jetzt gehts los:

welche Ringe? Ich dachte an Einstegringe.
10 Ringe??? welche größen??? und wie werden die Ringgrößen abgestuft?
1 Leitring?

Da ich natürlich scharf aufs üben bin hab ich jetzt zwecks Schnurbeschaffung den nackten Blank vermessen. Ist das überhaupt zu empfehlen oder sollte man nur die fertige Rute vermessen?
Bei der Messung kam folgendes raus:
3,75° = 13,61g ist der Blank ehr ein 4er???
15°= 63,48
Powerfaktor: 4,66

wie muss ich mit den Ergebnissen umgehen, auf der Solitip Seite finde ich keine Tabelle mehr.

Vielen Dank schon mal für die Hilfe Augenzwinkern

Es kommen auch bestimmt noch mehr Fragen auf.



Geschrieben von OstfriesischerFischer am 23.11.2014 um 21:11:

  RE: Erste Fliegenrute Hilfe!!!

Winken1 moin wusdorf Winken1

Frag doch mal den Karl Batsch, der ist richtiger Rutenbauer, wie ich gelesen habe. Ich bin auch erst seit gestern als ,,Neuling,, hier u. möchte auch selber bauen u. lese mich hier durch.



Geschrieben von sepp73 am 23.11.2014 um 22:37:

  RE: Erste Fliegenrute Hilfe!!!

Servus!
Keine Panik, dir kann geholfen werden. Mit 10+1 bist bei dem 8,6ft 5er Tac Slim Fly schon mal ganz gut dabei. Die Ringgrößen sind auch kein Problem. Ich würd (ich werde auch, hab den Blank auch schon auf Halde) mit einem Startring in Grösse 10 oder 12 anfangen. Welcher Ring, das kommt zuerst mal auf den eigenen Geschmack an. Ich werd wohl einen aus der Fuji KW-Serie nehmen. Bei den Einstegringen, genauso wie bei Schlangenringen vollziehe ich die Reduktion auf die kleinste Größe (1) i.d.R. mit 3 Ringen. Die ganze Beringung schaut dann wie folgt aus: Starter, Einsteg 4-3-2-1-1-1-1-1-1 + Top mit passendem Ringdurchmesser.

Wegen der Schnur würde ich mir jetzt auch noch keinen Kopf machen, eine passende Schnur eines bekannten Herstellers dürfte in jeden Fall das richtige sein. Ich werde die Rute mit einer 5er Rio Gold fischen, das passt sicher...
Gruss, Sepp



Geschrieben von Black Angel am 24.11.2014 um 07:15:

 

Hallo,

lies Dich mal hier ein, da wurde mir zur gleichen Problematik sehr viel geholfen.



Geschrieben von Reinhard 02 am 24.11.2014 um 10:12:

 

In dem von Jens verlinktem thread wird auch das Ausbalancieren von Fliegenruten angesprochen.
Das macht man nicht, wenn überhaupt, kann man die Rute über das Rollengewicht ausbalancieren.
Bei den heutigen eher hohen Rollengewichten im Vergleich vor 30 Jahren ist das kein Problem.

In welcher Situation soll eine Fliegenrute überhaupt ausbalanciert sein: beim Einstrippen noch am ehesten,
- bei kurzen Würfen - bei langen Würfen??

Wenn man sich darüber Gedanken macht, dann kann man entweder übers Rollengewicht arbeiten oder über die Ausrichtung des Rollenhalters: in Richtung Griff geschraubt oder umgekehrt.

Es gibt ja eher das Gegenteil heutzutage: mit Hilfe des Abel-Arms zB. versucht man, das Rollengewicht noch näher unter die Hand zu bekommen, um eine bessere Balance bei schweren Rollen zu erhalten.

Auch kürzere Ruten sind eher hecklastig denn kopflastig.

Reinhard



Geschrieben von Tisie am 24.11.2014 um 11:35:

 

Hallo Reinhard,

ich bin völlig Deiner Meinung, ein Detail verwundert mich jedoch:

Zitat:
Original von Reinhard 02
Bei den heutigen eher hohen Rollengewichten im Vergleich vor 30 Jahren ist das kein Problem.


Also wenn ich z.B. meine alte große System 2 (ungelochte Spule + Gehäuse!) mit den heutigen LA Alu- oder gar Kunststoffrollen (die ja nur noch aus Löchern bestehen) vergleiche, komme ich zu einer anderen Aussage Augenzwinkern

Gruß, Matthias



Geschrieben von wusdorf am 24.11.2014 um 21:04:

 

Danke , das hat schon mal geholfen.
Dann kann ich meine Bestellung so langsam abschicken.

@sepp73
werde mich an deinen Beringungsvorschlag halten. Scheint mir logisch und stimmig zu sein.

Vielleicht kann mir noch jemand bezüglich der Vermessung was sagen.



Geschrieben von Reinhard 02 am 25.11.2014 um 11:53:

 

@ Tisie

Als ich 1980 mit dem Fliegenfischen begann, fischte man auf einer 5/6er Rute Rollen von 100- 120 gr.
Meine 2. Fliegenrolle zB. war eine gebrauchte Hardy Viscount, die hat 80gr!! und fasst eine DT 6 mit backing.
Oder Leeda Dragonfly 60 u. 80 : ca. 100gr.
Maryat 7,5: 100gr
auf der 7er Streamerrute eine DAM 25, die fast eine DT 7 und viel backing bei einem Gewicht von 135 gr!! Shakespeare Magnesium in 7,0 ; 7,5 und 9 cm --Gewichte 85 - 105 gr.... und das ist bei weitem noch nicht alles, was meine Vitrine ziert großes Grinsen
Ich fische noch viele der alten Rollen, aber mit relativ leichten Schnüren. Dann muss ich zwar mehr backing draufmachen, habe aber immer noch leichtere Gewichte als heutige günstige Largarbor-Rollen.
zB. wiegt die große Shakespeare Magnsium mit entsprechend viel backing 120 gr. bei 9 cm Durchmesser!!
Bei heutigen Rollen mit vergleichbaren Durchmesser-Gewichtsrelationen muss man schon zu den teureren Fabrikaten greifen.
Natürlich waren die Hemmungen, (ich möchte nicht von Bremsen sprechen) damals einfacher, aber völlig ausreichend.
Wichtig ist letztendlich, dass ein Überlaufen der Spule verhindert wird.

Reinhard



Geschrieben von Tisie am 25.11.2014 um 13:43:

 

Hi Reinhard,

ich sehe da nicht so den großen Unterschied, z.B.:

- Danielsson Original Nymph W: 88g
- Danielsson FW 5eight: 128g
- Loop XACT 8-12: 191g

Nur mal als Beispiel aus jeder Klasse bzw. Grobeinteilung <#5, #5-8, #8-12.

Gruß, Matthias



Geschrieben von Reinhard 02 am 25.11.2014 um 16:36:

 

Das sind aber keine Durchschnittsbeispiele, sondern eher Aussnahmen, Matthias - und sie sind in dem von mir angesrochenen höher preisigen Segment angesiedelt( Danielsson original u. FW)
Die FW 5eight war ein Sondermodell und gibt es glaub ich nicht mehr.
Die entsprechende F3W 4seven wiegt 148gr und kostet ca. 300,-
Die Lööp ist eine Kunststoffrolle und daher nicht mit den anderen 98% Alurollen vergleichbar.

Eine Standart 5/6er Large Arbor Rolle im Preisbereich bis 150,--€ wiegt heute ca. 150-160gr. Sie hat zwar den Vorteil, vielleicht 1cm größer zu sein als die "Altvorderen" aber ist entsprechend schwerer. Und 30-50 gr mehr oder weniger Rollengewicht machen sich durchaus bemerkbar, vor allem an kürzeren Ruten.

Ich schreibe das hier, um die Interessierten, vor allem die Anfänger im Fliegenfischen, darauf aufmerksam zu machen, dass manches Large Arbor design eine Mogelpackung ist bezüglich der Größe - Gewicht ist!

So sind zB. die leider nicht mehr produzierten Orvis Battenkill Barstock Rollen trotz ihres klassischen Designs mit dünner Achse superleichte, qualitativ sehr gute und günstige Rollen, die man einfach durch mehr Backing auch in niedrigeren Schnurklassen bei geringem Gewicht fischen kann.

Der Nachfolger, die Battenkill I -III, leider nur noch mit Klick-Hemmung, haben auch ein super Durchmesser-Gewichtsverhältniss, die IIIer, eigentlich als 5-7er tituliert, kann man, bei 90gr Eigengewicht und 83mm, mit mehr Backing auch noch schön als "Large Arbor" an einer 3er Rute fischen.

Reinhard



Geschrieben von Tisie am 25.11.2014 um 17:29:

 

Hi Reinhard,

ja, ich habe auch noch so eine schöne kleine Rolle ("Amicus" Gr. 1, baugleich Stenzel Koh-I-Noor, dürfte auch aus der Vosseler Schmiede stammen, zumindest legt das die Bauform nahe) ... und die behalte ich auch Augenzwinkern

Zitat:
Original von Reinhard 02
Eine Standart 5/6er Large Arbor Rolle im Preisbereich bis 150,--€ wiegt heute ca. 150-160gr.


OK, das war mir so nicht bewusst ... als günstige Alternativen fand ich die Kunststoffrollen immer OK und würde die auch heute den Druckguss-Alu-Rollen vorziehen. Zumindest die Loop-Rollen aus Kunststoff haben mich immer überzeugt und tun dies heute noch (z.B. für 'ne selten benutzte Leine - sind ja günstiger als 'ne E-Spule einiger Alu-Rollen Augenzwinkern ) ... als Upgrade landet man ja dann fast zwangsläufig bei Danielsson & Co.

Die Grundaussage - damit mal back to Topic (sorry für's abschweifen) - daß man einer Fliegenrute auf gar keinen Fall Ausgleichsgewichte in den Hintern schiebt, kann ich jedenfalls voll und ganz befürworten!

Gruß, Matthias



Geschrieben von wusdorf am 25.11.2014 um 18:24:

 

Zitat:
Original von Tisie
Hi Reinhard,

ja, ich habe auch noch so eine schöne kleine Rolle ("Amicus" Gr. 1, baugleich Stenzel Koh-I-Noor, dürfte auch aus der Vosseler Schmiede stammen, zumindest legt das die Bauform nahe) ... und die behalte ich auch Augenzwinkern


Na dann scheine ich ja nichts verkehrt gemacht zu haben, hab die Amicus in GR.2 gekauft.

Aber wie bekomme ich jetzt raus welche Schnur ich brauche?
Ich würd doch schon gern welche bestellen (es juckt halt in den Fingern).



Geschrieben von Reinhard 02 am 25.11.2014 um 19:44:

 

Deinen Daten nach ist es aber eine 5er, daher passt entweder eine DT 5 oder eine WF 5 mit einer längeren Keule, ca. 14m .
Die Rio Gold 5er könnte ich vorschlagen.
Ich habe die 6er und die 8er und beide liegen etwas über ihrer Klasse, daher müsste die 5er bei dir passen.
Ich würde dir keine kürzere Keule als 14m emphehlen, wegen des besseren Mendens beim Nymphen und Trockenfischen.

DT Schnüre gibt es nicht mehr so viel am Markt, wenn du noch eine Sientific Angler Standart in hellgrün findest, die habe ich selber 3 X, sehr günstig, ca. 30,-, und sehr dauerhaft. fishingtackle24 in Karlsruhe könnten noch welche haben. Auch die anderen Schnüre von SA sind gut, aber teurer.
Ansonsten ist aber normalerweise jede bekannte Marke ok.

Allerdings habe ich mir letztes Jahr eine Orvis trout WF 4 besorgt und die Schnur finde ich ziemlich sch.... Die hat irgendwie eine rauhe Oberfläche und ist laut!

Vossler und Stenzel sind 2 verschiedene Marken und haben meines Wissens nichts miteinander zu tun, die Amica ist wohl von Stenzel, ich habe auch 2 Koh-I-noor III, allerdings mit den alten bronzenen Spulen von RST.
RST Rollen sind von Stenzel.

Reinhard



Geschrieben von schlangenholz am 25.11.2014 um 20:07:

 

Hi
Vosseler und Stenzel haben wirklich nichts miteinander zu tun.
Das weiß ich sicher, wir haben ja mal mit ein paar Forumsmitgliedern eine Betriebsbesichtigung gemacht.



Geschrieben von wusdorf am 25.11.2014 um 20:59:

 

Hallo Reinhard02

die Sientific Angler gibt es noch wie von dir vermutet bei Fishingtackle24.

Da ich ja noch so ziemlich alles lernen muss was das Fliegenfischen angeht, stehe ich bei der Frage Dt oder WF schon wieder auf dem Schlauch. Vom Preis her sagt mir die Schnur für den Einstieg auf jeden Fall zu.

Wenn ich bei uns am Bach Fische kommt es nicht so auf Wurfweite an, auch die Seen bei uns in denen mal mit ner Forelle zu Rechnen wäre sind nicht Riesig. Am Bach werde ich wohl erstmal mit Rollwürfen Arbeiten müssen.

Wichtiger ist mir das die Schnur für mich als Anfänger leicht zu händeln ist.Ich muss das werfen ja erstmal vernünftig lernen.

Die Schusskopflänge der Schnur ist nur für #6 mit 12,2m angegeben für Klasse 5 ist sie nicht angegeben. Weshalb sollte dir Keule nach meinen Messwerten etwas länger sein? Wenn ich das Richtig verstanden habe werden ja die erste 9,14m der Schnur gewogen und die Messung bezieht sich auf die ersten 15m der Schnur.

Bezogen auf DT Schnur
AFTMA-Klassen Gramm pro 15 m / 9,14 m
Kl Gra min max
1,0 6,4 5,8 7,1 3,9
2,0 8,6 7,9 9,2 5,2
3,0 10,7 10,1 11,4 6,5
4,0 12,7 12,2 13,5 7,7
5,0 15,0 14,4 15,7 9,1
6,0 17,2 16,3 18,0 10,4
7,0 19,8 18,8 20,8 12,0
8,0 22,4 21,6 23,6 13,6
9,0 26,1 24,4 27,7 15,8

Also müsste doch eine #5 Schnur 9,1g auf 9,14m wiegen und nach 15m dementspechend mehr oder???
Da in der Tabelle bei Kl. 5 das min Gewicht mit 14,4g angegeben ist fing ich an zu zweifeln, vor allem weil der Blank noch nackt ist.



Geschrieben von Reinhard 02 am 25.11.2014 um 21:30:

 

Du machst dir viel zu viel Gedanken und hängst zu sehr an den Zahlen.

Am Bach hast du nur kurze Wurfweiten und am See eher lange.
Wenn du optimal ausgestattet sein willst, müsste die Schnur für den Bach eher schwerer sein und für den See - längere Wurfweiten - mehr Schnur in der Luft -eher leichter, oder eine schwere Kurzkeule/ Schusskopf.

Optimal mit einer Schnur schlecht zu machen, wenn du nimmst, was ich emphohlen habe, kommst Du gut zurecht.

Wenn du es komplieziert willst: 7er für ganz kurze Würfe im Bach, 6er für etwas weitere Würfe, DT 5 für weitere Würfe und gutes Menden und eine 6er oder 7er mit 13gr. Keulengewicht für den See - alles klar großes Grinsen

Reinhard



Geschrieben von wusdorf am 25.11.2014 um 21:44:

 

Ok jetzt hast du mich geschafft Lachen-5

Also ne DT5 von Sientific Angler, hab ich das jetzt richtig verstanden?



Geschrieben von Reinhard 02 am 25.11.2014 um 22:00:

 

Daumenhoch2



Geschrieben von sepp73 am 25.11.2014 um 22:16:

 

Servus, ich noch mal!
Also ne DT (Double-Taper, also doppelt verjüngt, d.h. die dünne Spitze ist wird bis zur Mitte der Schnur immer dicker und wird dann wieder dünner) würde ich für den Einsteiger im FliFi jetzt nicht unbedingt empfehlen, ich denk mir halt grade am Anfang tut man sich mit einer WF, bei der man die Aufladung der Rute deutlicher spürt, leichter. Zudem mein ich dass sich bei einer WF (Weight-Forward, also eine Keulenschnur, gefolgt von einer dünnen Runningline) der Erfolg in Form weiterer Würfe, durch das wegen der besseren Aufladung leichter erkennbare Wurftiming, schneller einstellt.
Eine DT ist, zumindest heutzutage, eher was für spezielle Bereiche, z.B. am Bach mit wenig Rückraum wo ich eben in der Hauptsache Wasserwürfe verwenden muss oder wo ich eine saubere Präsentation auf kurze Distanz liefern muss wegen scheuer Fische oder so. Das kann man aber nach einiger Übung und wenn man den Wurfablauf und das Timing etwas verinnerlicht hat, mit der WF genauso gut. Ich verwende eine DT nur noch auf meiner 2er Bachrute aber auch auf der werde ich über kurz oder lang zu einer WF wechseln weil ab und an sollte man auch mal auf Distanz servieren und das fällt damit einfach leichter und durch weniger Leerwürfe verscheucht man die Fische nicht so leicht.
Übrigens: nur meine Meinung, muss sich keiner davon angegriffen fühlen...
Gruss, Sepp



Geschrieben von Tisie am 26.11.2014 um 13:22:

 

Zitat:
Original von schlangenholz
Hi
Vosseler und Stenzel haben wirklich nichts miteinander zu tun.
Das weiß ich sicher, wir haben ja mal mit ein paar Forumsmitgliedern eine Betriebsbesichtigung gemacht.


OK, danke für die Info ... ich hatte das aufgrund der quasi gleichen Bauform/Konstruktion einer früheren Vosseler Rolle vermutet, auch weil ich von Vosseler ein passendes E-Teil für meine Amicus bekommen hatte.

Gruß, Matthias


Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH