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Geschrieben von habitealemagne am 22.09.2025 um 06:00:
Hallo Carsten,
die relativ hohen NIF bzw. CCF bei Ruten, mit eher moderateren Aktionen sind mir auch schon aufgefallen, sei es bei der aktuellen Sage lightline oder besonders bei der Greys GR80, die bei den Franzosen(auf den englischen Seiten) vorgestellt und vermessen wurden. Ich würde das auch anders vermuten aber wer weiß.
Schon etwas her 2020
https://www.trout-and-co.com/article/gear/mouche/review-greys-gr80-9-5wt
Geschrieben von Jeronimo66 am 22.09.2025 um 07:52:
Moin,
bei den Schwingungstests ist mir bei der Dan Craft aufgefallen, dass die im Verhältnis sehr feine Spitze die Schwingungsarbeit verrichtet hat und natürlich mit dem Gewicht überfordert war. Im Umkehrschluss würde das Bedeuten, dass bei langsameren Aktionen die Schwingungsarbeit von verhältnismäßig kräftigeren Rutenteilen verrichtet wird, die dementsprechend schneller schwingen können. Etwas was ohne Belastung der Spitze mit einem der ERN entsprechenden Gewicht vielleicht ganz anders aussieht!
Hinweise zu meinen Ergebnissen bin ich noch schuldig! Sie entsprechen natürlich keiner wissenschaftlichen Norm und es gibt auch keine Gewähr darauf.
Ich habe nie mehr als drei Ruten hintereinander getestet, meist nur eine der Zwei. In der Regel dreimal die Zeit gestoppt. Die gestoppten Zeiten war fast immer innerhalb von 5 Hundertstel Sekunden! Lag dann das Ergebnis 120/gestoppte Zeit des obersten und untersten Wertes satt in einem Wert, habe ich das Ergebnis verwendet. Ansonsten habe ich noch 3 Mal die Zeit genommen. Es hat sich immer ein deutliches Cluster gezeigt. Ich würde sagen, dass meine Ergebnisse auf 1cpm genau sind auch wenn ein Unterschied von 0,1s schon 0,5cpm im Ergebnis ausmacht. Da ich bei dem Ergebnis die Nachkommastellen weggelassen habe, kann der Unterschied zweier benachbarter Werte theoretisch fast 2cpm betragen oder nur minimal sein. Beim nächsten Mal würde ich die Nachkommazahl des Durchschnittswertes notieren. Das habe ich nur bei zwei Werten gemacht, wo alle Ergebnisse genau bei x,5xxx gelandet sind.
Für die ERN habe ich mir einen neuen waagerechten Strich an die Wand gezeichnet und die Waage der Rute gepeilt. (Ich habe keine geeignete kleine Wasserwaage oder kleine Anschlagwinkel) Es gab Abweichungen zu alten Messungen, aber meist geringe. Es waren aber auch drei größere Fehler dabei. Davon waren aber zwei ursprünglich recht genau, und wurden von mir erst vor kurzem "verschlimmbessert". Die ERN ist für mich aber auch nur ein Hilfswert für meine eigene Einschätzung einer Rute und ein Vergleichswert, da es der häufigste Vergleichswert ist, den man finden kann.
Den 3,75° Wert habe ich immer mit überprüft. Abweichungen von 0,1g habe ich in der Regel nicht verbessert. Hier waren die Abweichungen auch sehr gering, vermutlich weil es für mich der wichtigste aller Werte ist. Den 15° Wert habe ich nicht überprüft, er hat für mich zu wenig Aussagekraft und der Powerfaktor zeigt bestenfalls eine Tendenz zur tatsächlichen Aktion. Ich habe irgendwo mal gezeigt, dass zwei Ruten mit einem annähernd gleichem PF eine deutlich unterschiedliche Aktion haben können, da die 15° Belastung zu gering ist um das tatsächliche Verhältnis von Spitze zu Rückgrat zu erfassen.
Geschrieben von habitealemagne am 22.09.2025 um 13:24:
| Zitat: |
Original von Jeronimo66
Im Umkehrschluss würde das Bedeuten, dass bei langsameren Aktionen die Schwingungsarbeit von verhältnismäßig kräftigeren Rutenteilen verrichtet wird, die dementsprechend schneller schwingen können.
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Könnte in der Tat auch eine Erklärung sein, warum Ruten mit moderateren Aktionen, eine hohe Eigenfrequenz haben können. Ich nehme an, bei Spitzenaktion
(und der leichten Anregung nach Messbeschreibung) schwingt fast nur die Spitze und bei durchgehender Aktion schwingt viel mehr. Warum das dann aber schneller ist, oder sein kann, ist mir noch nicht klar. Wäre mal interessant so eine Glas oder Tonkin Rute schwingen zu lassen, die eine moderate Aktion hat. Ich denke das schwingt mehr moderat langsamer. Müsste man mal probieren.
Geschrieben von Chrizzi am 22.09.2025 um 14:11:
Ich hab nicht alles gelesen, eher diesmal so gut wie nix.
Aber zum letzten Post...
Macht mal Slow Motion Videos davon.
Eventuell ist bei einer Fast nur die Spitze am schwingen, bei einer moderate der ganze Blank und die Spitze schwingt entgegen der Blankmitte. Also mitte rauf, Spitze runter. Weil die Mitte nicht soweit auslenkt, könnte dadurch eine höhere Frequenz entstehen.
Viel Spaß mit dem beigetragenenen Senf
Geschrieben von habitealemagne am 22.09.2025 um 14:18:
Ja das ist so, das sieht man auch, wenn man den Blank in die Hand nimmt und wie die sprichwörtliche Spaghetti schüttelt, da gibt es einen Ruhepunkt irgendwo im ca. letzten Drittel der Rute, unterhalb schwingt es in die Gegenrichtung wie oberhalb. In Flyran wird dieser Punkt mit erfasst und in der Berechnung mit verarbeitet. Dort ist er als Knotenpunkt bezeichnet.
Also bei dem Messaufbau, wie er in CCS für CCF vorgeschlagen wird, sieht man das nicht wirklich, aber das dort ein Knotenpunkt auch in schnelleren Blanks ist und oberhalb und unterhalb in Gegenrichtung schwingt, ist so. Und im Wurfablauf ist das auch so. Slow mo ist eine Idee, gibt sa so SW dafür, wo man die Einzelbilder eines Videos sehen kann, allerdings ist das für die Ermittlung, bei den meisten Fliegenruten drüber, finde ich. Wie oft die Spitze den Nullpunkt kreuzt, sehe ich. Und ich ermittel ja das, was mein Vorschlag vorgibt, um ihn zu überprüfen und zu bewerten. Ob der thematisierte Effekt hier stark zur Geltung kommt, da ja nur eine leichte Schwingung beim ermitteln angeregt wird, weiß ich nicht . Und wie gesagt ich folge einem Aufbau nach einem Vorschlag und nicht anderen Sachen , die vielleicht auch sein können.
Geschrieben von Chrizzi am 22.09.2025 um 14:21:
Genau, den Punkt hab ich vor etlichen Jahren mal im Zusammenhang mit Fliegenruten gehört/gelesen, dass man da einen Ring hinsetzen solle. Warum weshalb wieso, weiß ich nicht, aber ich hab auch noch keine Fliegenrute gebaut. Ob man sowas bei ner Spinnrute mal testen sollte, weiß ich auch nicht, zumal wie will man auf was testen?!
Geschrieben von habitealemagne am 22.09.2025 um 14:28:
Seit 2004 oder 07 ???? (ich schätze bei sexyloop im Archive steht es genau) gibt es das CCS System umgelegt für Spinnruten. Nennt sich URRS. Es gibt eine CCS Database, da ist die alte Database für Fliegenruten, mit einer Database für Spinnruten zusammengeführt und durchaus gut gefüllt. Im URRS wird auch eine Blankfrequenz ermittelt, aber etwas anders, als CCF. Richtigerweise muss ich sagen, dass Hanneman in URSS keine Ermittlung für einer Blankfrequenz als notwendig erachtet hat. Allerdings hat Olaf Carsten das System CCS und URSS nach Absprache mit seinem Erdenker einst auf Deutsch übersetzt und auch vorgestellt. Und dort gibt es einen Vorschlag zum Ermitteln von Frequenzen an Spinnruten und andere eigene Einbringungen. Und dort ist dann auch eine Videoaufnahme und das betrachten von Einzelbildern sinnvoll, weil da das Auge manchmal nicht mehr mitkommt.
Geschrieben von Jeronimo66 am 22.09.2025 um 19:14:
Moin,
komme im Moment hier nicht weiter, habe auch noch zwei Ruten im Aufbau .
Videos von der Schwingung werde ich sicherlich nicht machen. Ist mir zu aufwändig und im Moment will ich meine Messanlage nicht mehr sehen

.
Morgen wollte ich mal die ersten zwei Ruten vergleichen. Die One und die RPL interessieren mich auch im direkten Vergleich. Wollte ich schon eine Weile mal machen.
Gruß
Carsten
Geschrieben von habitealemagne am 23.09.2025 um 03:01:
Guten Morgen,
bloß keinen Stress, das soll ja kein Leistungssport werden. Bezüglich Frequenz, scheint mir das eh schwierig, da Unterschiede heraus zu fühlen, wenn die Werte so dicht beieinander liegen. Wär aber mal interessant, wenn 2 Ruten in ERN und AA recht dicht beieinander wären aber in NIF bzw. CCF z.B.
76 und 84 Ereignisse in der Minute. Dass sollte man spüren können.
Geschrieben von miso am 23.09.2025 um 17:32:
| Zitat: |
Original von Chrizzi
Ich hab nicht alles gelesen, eher diesmal so gut wie nix.
Aber zum letzten Post...
Macht mal Slow Motion Videos davon.
Eventuell ist bei einer Fast nur die Spitze am schwingen, bei einer moderate der ganze Blank und die Spitze schwingt entgegen der Blankmitte. Also mitte rauf, Spitze runter. Weil die Mitte nicht soweit auslenkt, könnte dadurch eine höhere Frequenz entstehen.
Viel Spaß mit dem beigetragenenen Senf |
Hallo Chris,
das mit den Schwingungen und der Frequenz wird ein guter Ansatz für die Charakterisierung einer Fliegenrute sein. Ich will das auch angehen mit einer Messeinrichtung. Leider brauch ich dafür noch ein wenig Zeit.
Hier aber schon mal die Theorie zum schwingenden Stab:
https://www.spektrum.de/lexikon/physik/stabschwingungen/13730
Egal, ob fast oder slow, man bekommt in Abhängigkeit der Frequenz mit jeder Rute jede Harmonische hin!
Geschrieben von Jeronimo66 am 23.09.2025 um 18:46:
Moin!
@Michael: Ich meine, dass alle meine Ruten wie auf Bild 1 geschwungen haben. Die beiden Sage heute auf jeden Fall.
Ich war heute dreimal je etwas 15-20 Minuten draußen und habe die Sage One und die RPL mal geworfen. Rekonvalesziere gerade und bin nicht wirklich fit, deshalb die kleinen Etappen.
Mit meiner halbierten DT#5 habe ich verschiedenen Leinenlängen ausprobiert und kann nicht sagen, ob ich eine Rute mit verbundenen Augen und dem gleichen Griff den Vorzug geben würde. Also beim Wedeln mit kurzer Schnur hat die RPL vielleicht einen Hauch die Nase vorne. Würde ich aber nicht drauf wetten. Bei 5m Schnur, 7m, 10m oder 12,5m merke ich keinen Unterschied. Mit etwa 10g Schnur vor der Rute merke ich auch nicht ob eine der Ruten vielleicht schneller bewegt werden möchte. Dabei wird die Sage relativ zur ERN etwas weniger belastet. Man sieht zwar, dass die One minimal weniger nachschwingt und etwas früher zur Ruhe kommt, bei meinem Wurfvermögen scheint das aber keinen Unterschied zu machen. Beim Trockenwedeln ist der Unterschied aber sehr deutlich zu sehen und auch zu fühlen. Wenn die Ruten mit einer klassenkonformen #5 Schnur (wie es der Aufdruck auf der Rute ja suggeriert) geworfen wird sind die Unterschiede minimal, ich würde die RPL einen Hauch vorne sehen.
Mit einer NAM M-Type #5 mit 13g auf 10,5m kommen beide Ruten sehr gut zurecht, wobei die One die Keule etwas weiter in die RL verlängern kann und etwas weiter wirft. Die One wirkt auf mich etwas straffer und direkter als die RPL und gibt ein wenig mehr Rückmeldung.
Mit einer Guideline Coastal Evolve #6 mit 10,5m Keule und 15,5g kommt die One im ersten Eindruck besser klar. Wieder fühlt sie sich straffer und direkter an. In der Entfernung hält die RPL bei mir aber absolut mit. Ich würde aber vermuten, dass ein sehr guter Werfer etwas mehr aus der One holen könnte.
Insgesamt empfinde ich die Ruten als sehr vergleichbar, wie es schon die Werte vermuten lassen. Das modernere Material der One lässt sich den Daten nicht entnehmen Es gibt aber unter „Last“ ein direkteres und strafferes Gefühl. Bei einer 4teiligen RPL würde ich aber schon ein etwas schlechteres Swing Weight vermuten. Ob dass dann ins Gewicht fällt ist aber eine andere Frage.
Schon erstaunlich wie wenig sich, zumindest für einen Ottonormalwerfer wie mich, zwischen der ersten RPL (1989-) und der Sage One (2011-2016) getan hat. Ich habe ja keine aus den zwei neueren Serien, aber ich brauche ganz sicher auch keine.
Ich habe eben noch mal beide Ruten nebeneinander eingespannt und mit 30, 60, 90, 120 und 150g belastet. Bei der One musste ich jedesmal ein wenig mehr dazulegen, so dass am Ende die RPL mit 152g und die One mit 165g belastet wurde. Der sichtbare Unterschied liegt ein wenig an dem Winkel der Fotos, deshalb ein Auschnittfoto bei 252/165g Belastung. Die RPL ist die vordere Rute.
Ich habe dann noch mal die CCF Klasse 5 bei beiden gemessen und die Schwingungen mit 9,1g Belastung gemessen. Es sind 92cpm bei der RPL und 95cpm bei der One. Das habe ich mit der halben DT #5 Schnur nicht spüren können und mit den schwereren Schnüren auch nicht.
Im Moment stehe ich einem möglichen Einfluss der Frequenz sehr skeptisch gegenüber. Mir scheint, dass es die Belastung durch die Schnur ist die eine Rute schneller oder langsamer erscheinen lässt.
Gruß
Carsten
Geschrieben von fly fish one am 23.09.2025 um 20:01:
Ich kann nicht immer nur motzen!

und zwar Alles!
Wenn doch nur Blogs, Zeitschriften, die ganzen "Tester", den Testaufbau, die Durchführung und Auswertung, in ähnlicher Weise führen würden, wäre das wunderbar!
Der Knackpunkt ist der Testaufbau! Denn der bedingt schon Wissen über einige technische Hintergründe! Wenn das Grütze ist, braucht man "Tests" nicht weiter lesen, höchstens noch zur Unterhaltung, aber nicht mehr als Lieferant an ernst zu nehmenden Informationen!
Ihr könnt das auch als OT wieder löschen, ist mir shyce egal Und JAU, steinalte CFK Blanks von guten Firmen mit Verstand entworfen, so wie von Dir sinnvoll getestet, sind IMMER eine "Bank"!! Das ist neben vielen Mythen die Dein Test eigentlich zerstört, der Denkwürdigste!
LG,
Frank
Geschrieben von Reinhard 02 am 24.09.2025 um 09:24:
| Zitat: |
Original von miso
Egal, ob fast oder slow, man bekommt in Abhängigkeit der Frequenz mit jeder Rute jede Harmonische hin! |
Könnte das aber vom Testaufbau abhängen?
Bei einer starren Fixierung am Ende der Rute dürfte es bei einem "normal" aufgebauten blank wohl immer die 1. Harmonie sein.
Wenn ich dagegen die Rute in der Hand halte, kann ich durch die Frequenz der Handbewegung alle 3 Harmonien erzeugen.
Reinhard
Geschrieben von Reinhard 02 am 24.09.2025 um 09:25:
| Zitat: |
Original von Jeronimo66
Im Moment stehe ich einem möglichen Einfluss der Frequenz sehr skeptisch gegenüber. Mir scheint, dass es die Belastung durch die Schnur ist die eine Rute schneller oder langsamer erscheinen lässt.
Gruß
Carsten |
So sehe ich das auch.
Reinhard
Geschrieben von habitealemagne am 24.09.2025 um 10:26:
Hi,
es gibt so Testaufbauten, wo mit einem z.B. Hammergeber, o.ä. Schwingungen regelmäßig angeregt werden, die mit Geschwindigkeitssensoren oder auch DMS (also Dehnmessstreifen in verschiedenen Regionen, mit wheaton Brücke und Messverstärkung) gemessen und dann aufgezeichnet werden. Man sieht das nicht unbedingt alles, mit dem Auge, aber man bekommt da jede harmonische hin, wie Michael schon schreibt. ( OT Übrigens dürfen Soldaten in Gruppen nicht im Gleichschritt über Brücken marschieren, je nach Größe der Gruppe bekommt man sonst auch die dritte harmonische hin, nicht nur von der Seitenansicht, auch von der Draufsicht)
Aber hier folgen wir ja bisher einem vorgeschlagenen Messaufbau, der dadurch gekennzeichnet ist, dass jede Rute beim ermitteln von irgendwas, gleich behandelt wird, was den Messaufbau normiert.
Die Rute soll in aller erster Linie charakterisiert werden, in 3 Bereichen.
1. Die Kraft, die sich aus einer Biegung von 1/3 der Rutenlänge (das ist hier die Standardisierung) ergibt. Es wird eine Zahl zugeordnet, die ERN.
2. Die Aktion, die sich aus dem Spitzenwinkel zur Ebene, während dieser Biegung ergibt. Das ist AA.
3. Die Rückmeldung, die abhängig einer der Rute innewohnenden Frequenz bei Anregung sein soll. Messgewicht wird in Abhängigkeit der zuerst ermittelten ERN gewählt. (auch hier ist der Messaufbau normiert)
Am Ende wird der Charakter der Rute, bzw. des Blanks als Index dargestellt, ganz ohne irgend welche Einheiten. DBI= ERN; AA ; CCF
Leute, die so einen Index ermitteln, sollen Anhand dieses Indexes Ruten vergleichen können.
Und da schon viele Jahre in Rutentests, immer wieder ERN und AA als Index angegeben werden ( zuletzt auch noch CCF), weiß der, der verstanden hat, worum es überhaupt geht, die Rute anhand eines Testblattes objektiv einzuordnen und er kann objektive Vergleiche anstellen, mit Ruten für die es auch diesen Index gibt.
Ich kenne eine große Datensammlung, in der zumindest ERN und AA, für viele Ruten eingetragen sind, in größerer Anzahl für Spinnruten.
Es geht erstmal nicht darum ein Wurfgewicht zu finden sondern Ruten zu charakterisieren um sie objektiv vergleichbar zu machen!
Erst dann gibt es die Möglichkeit bei Fliegenruten, ein Wurfgewicht anhand der ERN nach einer Tabelle zuzuordnen, was meiner Meinung nach in den Bereich der Interpratation fällt. CCS ist in erster Linie eine Messreihe zum charkterisieren von Blanks und Ruten, zum objektiven vergleichen.
Bei CCF bzw.NIF stehen wir nun und versuchen etwas abzuleiten, was der Erdenker gemeint haben könnte oder sich gedacht haben könnte. Ich finde, mann sollte da zwei Ruten vergleichend werfen, die sich in ERN und AA gleichen und höhere Unterschiede in NIF aufweisen (vielleicht 4 oder 5CPM) Aber Carsten ich finde da in der Liste nichts, was sich dahingehend vergleichen ließe.
Ich finde der hier vorgestellte Vergleich von Carstens RPL und seiner One, zeigt recht gut, dass das System anhand der ermittelten ERN und AA, dem Benutzer die Möglichkeit gibt, die beiden Ruten so einzuordnen, dass man sagen kann sie gleichen sich in Eigenschaften. Die Werte liegen dicht beieinander. Das Gefühl im Wurfversuch auch, wenn ich es recht verstanden habe.
Wäre Carsten jetzt nur User seiner RPL und hätte nur diese nach dem System vorher vermessen, könnte er anhand des Messwerte ERN, AA, und den Infos zu Blanklänge Material und Gewicht, eine objektive Voreischätzung treffen, mit welcher aktuellen Rute er seine gute alte RPL austauschen könnte, sollte sie ersetzt werden müssen. Und wenn Sage zumindest ERN und AA als Index für ihre Ruten angeben täten, wäre Carsten vielleicht ganz automatisch auf die One gekommen, eine Rute die sich mit der RPL gleicht, aber leichter ist. Gut nun hat er beide da und kann sie selbst vermessen und anhand der Messwerte und des Wurfgefühls vergleichen.
Nachtrag:
Also der Vergleich, den ich immer wieder höre und lese, zwischen 3,75 und CCS, den sehe ich nicht,.
Das erste ist eine Vermessung, die zu einem Wurfgewicht führt, mit dem eine Fliegenrute zufriedenstellend performt. Wir Vermesser hier im Forum haben in unseren Messanlagen alle die Winkel in 3,75° und in 15° drinnen und vermessen zumindest 3,75° als erstes. International sieht das sicher anders aus. CCS funktioniert um Ruten oder Blanks wie oben abgebildet zu charakterisieren und ermöglicht objektive Vergleiche. Das ist der ursprüngleiche Gedanke zu CCS, das abheben können auf ein WG kam danach noch dazu.
Weder 3,75°, noch CCS ermöglichen, wie ich finde, immer eine passende Zuordnung zu einem für den Werfer perfekten WG. Ich verwende immer zuerst das WG, was ich mit 3,75° ermittle und interpretiere danach auf ein WG mit der ERN und einer Liste für 15m lange Schurlängen, was aber nicht im Sinne des Erdenkers, des Systems ist. Grund ist, dass ich nacheinander 3,75 und dann CCS messe. In der Regel ist dieses zweite Gewicht am oberen Leistungsspektrum der Rute oder schon etwas darüber. 3,75 funktioniert für mich immer so, dass das WG zufriedenstellend performt, aber oft geht da auch noch etwas mehr performant und etwas weniger geht ja in jedem Fall auch immer. Ich probiere aus, was da individuell zu mir passt.
Geschrieben von Jeronimo66 am 24.09.2025 um 14:17:
Moin,
ich bin ja für Harmonie, aber bei diesen Harmonien lese ich höchstens mit.
Ich finde auch keine zwei Ruten, die sich in ERN und AA ähneln, aber nicht in der Frequenz. Ich würde sagen, bei ähnlichen Material (und ich halte das Carbon was für meine Fliegenruten verwendet wurde für halbwegs ähnlich, trotz HM und IM) sollte das auch so sein. Wenn ist eine ähnliche ERN der beste Vergleichsfaktor, da man mit den gleichen Schnüren testen kann.
Ansonsten bin ich auf die Arctos und die Eternity² neugierig, wir haben aber im Moment zu viel Wind für einen Sinnvollen Test. Wenn sich die Rute sehr sehr ähnlich anfühlen und performen, dann wäre das ein zweiter Beleg, dass CCS eine gute Grundlage für einen Vergleich bietet. Da auch noch 3,75° und 15° sehr ähnlich sind, ist also auch der Spitzenbereich anscheinend sehr ähnlich.
Wenn vielleicht nichts bei der Frequenz rauskommt, so doch vielleicht etwas zu der Vergleichbarkeit von Ruten.
Gruß
Carsten
Geschrieben von miso am 24.09.2025 um 15:49:
Ihr habt ja alle irgendwie Recht.
Die Vermessungsarten, die Renè alle aufzählt messen alle die Statik. Mit der Frequenz kommt die Dynamik dazu. Wir haben ja ein dynamisches System und nicht nur eine statisch gebogene Stange.
Und wenn ich Glasruten und CFK vergleiche, dann finde ich bei gleichem ERN sicher ganz andere Resonanzfrequenzen.
Ich arbeite an einem Messaufbau für die dynamische Vermessung. Ein Motor mit einem Exzenter erzeugt die Schwingung am Griff, das Ende wird mit einem drehbaren Lager aufgehängt. Damit kann man dann die Frequenz so lange verändern, bis man die Harmonische sieht. Es findet also eine Frequenzanalyse statt. Das alles kann man dann schön in eine Fourier Transformation überführen. Die kann man dann schön vergleichen.
Vielleicht führt das hier zu weit und ich melde mich wieder, wenn ich den Aufbau mal gemacht habe. Die Teile, die ich dazu brauche, liegen schon rum. Wird aber dieses Jahr leider nichts mehr
TL Michael
Geschrieben von habitealemagne am 24.09.2025 um 17:36:
Ermitteln von CCF bzw. NIF ist eine dynamische Messung. Da wird die Spitze mit einem Messgewicht belastet, ausgelenkt und pendeln gelassen. Gut dann wird nur bis 20 gezählt, die Zeit dafür gestoppt, etwas einfaches gerechnet und nix weiter gemessen oder aufgezeichnet und negative und positive Anteile der Sinuswelle werden nicht summiert und so weiter.
Verwendet wird bisher nur CCS, in verschiedenen Rutenreviews und bei Epic. Ja und bei vielen Privatleuten, die dann Datenbanken mit Werten füllen, für Fliegen und Spinnruten. Halt um Vergleichswerte zu haben.
Hier ist z.B. eine, wo die alte CCS Datenbank für Fliegenruten, mit Daten von ERN und AA für Spinnruten zusammengeführt ist.
Geschrieben von Jeronimo66 am 26.09.2025 um 16:15:
Moin,
ich habe inzwischen die Pacbay Arctos und die Batson Rainshadow Eternity² dreimal nebeneinander geworfen. Da die beiden Ruten sehr unterschiedliche Griffe haben, ist es nicht ganz leicht dieses auszublenden. Bei normalen Würfen passt der schlanke Griff deutlich besser zu meiner Hand. Bei kräftigen Schwüngen kann man aber mit dem sehr dicken Griff der Arctos besser Druck machen. Ich habe zuerst wieder die halben DT Keulen verwendet, die übrigens genau 13g wiegen.
Ich würde sagen sie fühlen sich auf allen Entfernungen gleich an. Wenige Male hatte ich aber ganz leicht den Eindruck, dass die Arctos sich ein wenig geschmeidiger anfühlt. Aber nichts, was ich beim Wechsel verifizieren konnte. Ich habe die Rute auch mit beiden Händen gleichzeitig hin und hergeworfen und dabei immer wieder gewechselt. Man kann sie so absolut synchron werfen und ich musste schon bewusst auf den Griff achten um zu wissen welche Rute ich gerade in welcher Hand hatte.
Mit einer GL Presentation Evolve 12g auf 8,7m (14,6g auf 12,6m) werfen sie sich sehr gut. Mit der reinen Keule harmonieren die Ruten für mich sehr gut. Die Werte in den Klammern sind incl. der Handling Zone, die sich sehr gut mit in der Luft halten lässt. Ich würde beide Ruten als gleichwertig ansehen und mit beiden nicht mehr Gewicht werfen wollen als die 14,6g auf 12,6m.
Mit einer 8,8m Keule bei 14,5g lassen sich beide auch noch sehr gut werfen, wobei ich der gleichen Schnur mit 2g weniger den Vorzug gebe.
Ich habe sie auch mit etwa 30, 60, 90 und 120g belastet, zwischen 60g und 90g sieht man, dass sich der vordere Teil ein wenig anders biegt. Aber insgesamt doch sehr ähnlich und mit dem auf wenige Zehntel gleichen Gewicht.
Wenn ich mich für einen der Blanks entscheiden müsste, dann würde ich vermutlich nach der Farbe/dem Preis gehen. Dass die Arctos ein anderes Material hat merke ich nur an dem etwas höheren Durchmesser des Blanks. Ansonsten kann ich den Unterschied in den Daten nur an den 3g mehr Blankgewicht sehen. Es ist auch sehr schwer den unterschiedlichen Griff auszublenden. Ich würde sagen, dass ein ggf. unterschiedlicher Eindruck in der Performance durch persönliche Vorlieben zum Griff, der Farbe und des Aufbaus und vielleicht noch vom Preis beeinflusst wäre. Einen Unterschied beim Werfen sehe oder merke ich nicht. Sehr guten Werfern mag das anders gehen.
Fazit: Ich denke das CCS (+ 3,75° und 15°) eine gute Methode ist zwei Blanks zu finden, die sich sehr ähneln, wenn nicht sogar gleichen. Ob die NIF (CCF) dabei einen Einfluss/Anteil hat, kann ich aber noch nicht sagen.
Gruß
Carsten
Nachtrag: Ich finde es bemerkenswert, dass Batson und Pacbay mit der Rainshadow und der Rainforest schon zwei so ähnliche Namen hatten. Dass die Arctos und die Eternity² jetzt so gleich ausfallen gibt mir zu denken
Geschrieben von habitealemagne am 27.09.2025 um 16:13:
Hi,
ja genau so sehe ich das auch. 3,75° für die erste Richtung, was das WG angeht. Ich habe ja schon Blanks gehabt, wo jemand 5 draufschrieb und dann war das doch sehr viel leichter und umgekehrt kennen wir das ja auch. Und dann habe ich auch öfter Blanks, ohne Beschriftung, mit nur so einer Meinung vom Verkäufer. ERN um die Aktion schön zu sehen und denn AA abzulesen, was m.M.n. besser als der Pwf ist. ERN mit AA zusammen zum vergleichen und was die NIF bzw.CCf angeht, sind wir uns noch nicht sicher. Ich kann da selbst nicht viel testen, da ich nicht so viele Ruten in einer Range habe, die sich gleichen könnten.
Danke für Deine Tests, das hilft mir, um mir einen Eindruck zu verschaffen.
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