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Geschrieben von fly fish one am 03.10.2021 um 19:25:
Frage war: Wo werden die verpackt?
Antwort: Im Keller, bei Kerzenschein, weil es so peinlich ist!
@René: Carsten hat schon den Orden "Wider den tierischen Ernst", aber Der ist auch großartig!
Geschrieben von habitealemagne am 04.10.2021 um 07:38:
Habe da mal ein Foto. Das sind Handteile, andere Teile sind auch vorhanden. Wenn ich die alle nehme, bekomme ich die jeweiligen Teile im Bündel, wenn ich nur einen Blank brauche, wird von jedem Bündel ein Teil genommen, und zusammen passend verpackt. Wird dann wohl direkt im Verkaufslager verpackt. Zum Glück brauche ich immer nur einen, sonst könnte man sicher einen Kilopreis verhandeln.
Geschrieben von Jeronimo66 am 04.10.2021 um 19:42:
| Zitat: |
Original von fly fish one
Frage war: Wo werden die verpackt?
Antwort: Im Keller, bei Kerzenschein, weil es so peinlich ist!
@René: Carsten hat schon den Orden "Wider den tierischen Ernst", aber Der ist auch großartig!
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Moin Frank,
um meinem Ruf gerecht zu werden habe ich hier etwas für dich. Du kannst auch mehrere Antworten ankreuzen. Es geht um meine Frage.
1. Ich habe deine Frage nicht verstanden.
2. Ich habe meine eigene Interpretation deiner Frage.
3. Hauptsache ich sage was dazu.
4. Ich habe deine Frage zwar verstanden, antworte aber individuell.
5. Ich habe deine Frage nicht gelesen.
6. Antwort oder nicht, was war nochmal die Frage?
7. Ich antworte auch auf Fragen, die nicht gestellt wurden.
8. Ich habe einen Ruf zu verteidigen, da zählen Antworten, nicht Fragen.
9. Ich hatte gerade keine Zeit, ich feile an einem Epos über rosa Brandungsruten im korsischen Abendlicht.
10. Ich gehe jetzt in den Keller und zünde eine Kerze an.
Kleiner Tip: In meinem vorvorletzten Beitrag findest du die Frage. Und außerdem bin ich tierisch neugierig auf dein korsisches Epos. Lass und nicht so lange warten.
@Rene. Danke für deine Antwort auf meine Frage! Ich denke dem Verkäufer ist einiges durcheinander geraten.
Ich muss noch ein wenig ausprobieren. Dann gibt es die Antwort auf die Kombination der Blankteile, die die Aktion des von Reinhard getunten GTX2 Blanks abbilden. So viel sei verraten, ich war sehr überrascht. (ich baue mal ein wenig Spannung auf, in der Hoffnung, dass es jemanden interessiert.
Gruß
Carsten
Geschrieben von habitealemagne am 05.10.2021 um 06:05:
"@Rene. Danke für deine Antwort auf meine Frage! Ich denke dem Verkäufer ist einiges durcheinander geraten."
Ich hatte das Foto gewählt, weil es sich um HT von Fliegenruten, in verschiedenen Klassen handelt und Du bist ja mehr Fliegenruten begeistert und ich interessier mich für mind. eines der Modelle selbst . Die weiteren Teile sind genau so klassenweise gebündelt. Abziehlend auf Deine Frage, ob HT und ST bei Bestellung von größeren Mengen einzeln verpackt werden, habe ich auch ein Foto von Spinnrutenblanks. Die erreichen den bestellenden Weiterverkäufer in Bündeln. HT Bündel und ST Bündel, bei zweiteiligen Blanks, oder auch schon als Blank separiert. Ganze Bündel von separierten Blanks gibt es auch. Manchmal ist so ein Blank auch in einer Folie, in Bündeln oder es gibt auch Blanks in Taschen in Bündeln.
(noch mal editiert ca. 6:25 MEZ)
Geschrieben von Jeronimo66 am 05.10.2021 um 06:28:
Moin Rene,
ich meine tatsächlich den Verkäufer der GTX Blanks. Bei meinen ist einiges durcheinander geraten. Wenn sie als Bündel mit HTs und STs verkauft wurden ist das eine Erklärung. Meine kamen sortiert zu jeweils 5 kompletten Blanks und der Verkäufer hat Dutzende verkauft.
Gruß
Carsten
Geschrieben von habitealemagne am 05.10.2021 um 07:32:
Ich habe schon mal gesehen, wie sehr günstige Fertigruten in einem Versandkarton in einem Angelgeschäft entpackt wurden. Da war geschätzt 20% Ausschuss dabei, was anscheinend nicht ungewöhnlich ist. So Sachen wie Beringungen, die extrem verdreht angebunden waren oder Triggerrollenhalter, verkehrt herum verklebt, sowohl in Richtung, als auch am Blank um 180° verdreht, usw. Da bleiben dann auch schon mal ein paar mehr HT oder ST am Ende, je nachdem, wie man aussortieren musste. Wie die Sachen beim GTX Verkäufer ankamen oder ob er in seiner eigenen Herstellung auch mal Ausschuss produziert hat, kann ich so nicht beurteilen. Es ist aber so, dass Blanks mit Überschubverbindung aus mind. 2 Teilblanks kombiniert werden, während ein verzapfter Blank theoretisch aus einem hergestellten Blankstück kombiniert werden kann und später auch bestehen könnte. Es könnten in jedem Fall so sein, dass einen Weiterverkäufer eine größere Anzahl Blankteile eines Segments erreicht, als eines anderen, wenn so Bündelchen, wie im ersten Bild ankommen.
Geschrieben von ArminK am 05.10.2021 um 08:22:
Moin Carsten,
die Kombination hartes HT mit weicher ST scheint nicht das optimale zu sein?
Dieses Tuning mit einer weichen Spitze (z.B. Solitip) und den Powerfaktor zu erhöhen ist mir eh suspekt. Meine Nachfragen bei Leuten, die das so toll finden, blieben immer unbeantwortet und erstaunt war ich, dass die so tollen Ruten dann im Kleinanzeigenbereich angeboten wurden.
Was mir auch Sorgen bereiten würde, wenn durch das Tuning der Überschub sich auf 2,5cm verkürzen würde. Das erscheint mir auch bei guter Passung zu wenig.
@Frank
Für dich als Tuningvorschlag: nicht sägen sondern anbauen so steht dem 24´ ZH nix mehr im Wege.
Gruß
Armin
Geschrieben von habitealemagne am 05.10.2021 um 09:29:
Ich finde die Herangehensweise als Prozess ganz gut, weil man sich so seine Erkenntnisse erarbeiten kann. Ich denke, man muß dabei gar nicht immer erfolgreich sein. Man weiß dann vielleicht nicht immer was die perfekte Lösung oder der richtige Weg ist, aber man weiß, was es alles nicht ist und man kommt auch so zu seinem Optimum.
Solitip Tuning, nur weil es hier zur Sprache kommt, habe ich bisher noch nicht betrieben. Wobei ich auch nicht wüsste, ob ich dies bei einer funktionierenden intakten Spitze anwenden würde. Ich habe aber schon mehrfach eine Solitip Reparatur angewendet, wegen Bruch und auch schon Brüche mit Hohlspitzen repariert. Allerdings vornehmlich an Spinnruten und an einer Matchrute. An meiner letzten reparierten Spinnrute ist das ST durch die solide Spitze indes subjektiv gefühlt etwas steifer, als mit dem abgebrochene Blankstück davor. Das kommt dem Blank, für meinen angedachten Anwendungsbereich entgegen.
Mit einem 24´ZH Blank wäre man ganz sicher der Größte, man muß nur aufpassen, dass man nicht schnell zum größten Blitzableiter wird.
Geschrieben von Reinhard 02 am 05.10.2021 um 09:37:
Was die Länge der Überlappung angeht, kann ich aus meiner Praxis sagen, dass 2,5 cm ausreichend sein können oder auch schlecht angepasste "10" cm nicht ausreichend sind.
Ich hatte früher so einiges an original Ulmer Sportexblanks und Fertigruten in der Hand - vor allem Karpfenruten - die deutlich geklappert haben in der Verbindung.
Wenn man dann die Teile mal ein bischen in der Verbindung gegeneinander verdreht hat, konnte man am polierten Bereich erkennen, wie weit sie bei 10 cm Überlappung tatsächlich gefasst habe. Und auch diese kurze Strecke von manchmal 2cm hat wegen des falschen Konuses nicht mal auf diesen 2cm richtig gepasst.
Trotzdem wurden diese Ruten gefischt, Hautpsache das Spitzenteil fliegt beim Auswerfen nicht weg.
Dagegen habe ich zB. eine 4-teilige 10er Fliegenrute, die ich aus einem 2-Teiler gebaut habe.
Die Überlappung der untersten Verbindung/Überschubhülse - zwischen HT und 2. Teil - beträgt genau 2,7cm.
Die habe ich kurz vor dem Urlaub noch zusammengepfriemelt und wollte die Verbindung später noch etwas runterschleifen.
Das war aber nicht nötig, den die Verbindung hält super und ohne zu verdrehen.
Da auf dem 2. Teil direkt über der Verbindung der Führungsring sitzt, bekommt diese Teil sogar andauernd einen deutlichen seitlichen Kraftimpuls von der Schnurhand auf den Führungsring.
Trotzdem hält es einwandfrei.
Also: 2,5 cm können bei guten Passung absolut ausreichend sein.
Reinhard
Geschrieben von fly fish one am 05.10.2021 um 11:43:
Nur kurz: B&W hat ZH bis 20' offiziell im Programm!
LG,
Frank
Geschrieben von ArminK am 05.10.2021 um 12:35:
Hallo,
@Reinhard
wie bekommst du so eine gute Passung der Verbindung hin? Arbeitest du mit Schleifpaste?
@Frank
20´ist doch langweilig. Bei 24´fängt der Spaß erst an. Und einen Tipp habe ich noch: Du könntest doch so eine Kombination Lachsrute mit Brandungsrute fertigen. Mit dem Modell "Frankenstein" gewinnst du sicher die Meisterschaft.
Gruß
Armin
Geschrieben von Reinhard 02 am 05.10.2021 um 12:59:
Papier 280er Körnung.
Das muss auch nicht vollflächig passen, bekommt man kaum hin.
Aber über die ganze Länge der Überlappung sollten immer wieder gute Kontaktstellen sein.
Und schleifrauhe Oberfläche, nicht lackiert. Die blanks sind innen auch eher "rauh", die Kombi hält gut.
Reinhard
Geschrieben von ArminK am 05.10.2021 um 14:35:
Hallo Reinhard,
danke für die Info. Muss ich mal testen, da ich bei einer Verbindung auch Probleme habe.
Gruß
Armin
Geschrieben von fly fish one am 05.10.2021 um 19:33:
| Zitat: |
Original von Reinhard 02
.....
Alle Bruchstellen, die bei vernünftiger Drillkurve weiter oben entstehen, sind letztendlich eine Fehlkonstruktion, da sie mir nicht die Möglichkeit bieten, den kompletten blank aus zu nutzen.
....
Reinhard |
Das ist eiin schöner Satz von Dir, über den ich ernsthaft nachdenken musste, natürlich vor allen extrapoliert auf den Wurf und nicht allein auf den Drill. Drillbruch ist meist der Anwender das Problem, aber ich bin geneigt, dass nach einigem Nachdenken auch auf den Wurf zu erweitern, bzw, dem Hersteller dann zu zuweisen!
Warum?
Antwort:
Die Rute ist ein Balken mit abnehmenden Querschnitt und am dicken Ende eingemauert, vorne an der Spitze frei hängend. Vorne legen wir Gewichte drauf, immer mehr, Balken biegt sich, Spitze mehr als der Rest und aus der Sicht der Spitze wirkt ein Hebel in Richtung eingemauertes Ende. Wenn alles gut läuft bricht der Balken direkt an er eingemauerten Stelle, weil hier dann der größte Hebel wirkt. Der Balken funktioniert solange, da ja der Querschnitt kontinuierlich wächst, wie die Bruchlast nicht überschritten wird - an der eingemauerten Stelle, weil hier der längste Hebel wirkt! Damit sind Reinhard und ich deckungsgleich und der Satz für Walhalla!
Weitere Schlußfolgerung ist auch richtig, dem zu folge "inhomogene Bereiche" (nennen wir die Schwachstellen einfach mal so) die Bruchlast nicht mehr analog des Querschnittes verkleinern oder vergrössern, sondern sich abrupte Wechsel ergeben! Und zwar nach oben oder unten, was für diese Bereiche darüber oder darunter besagte Konsequenzen hat.
"Gute" Hersteller sind sich dessen sicher bewusst und in meinen Augen liegt genau hier ihre Kunst, diese Bereiche durch das "Spiel" mit Querschnitten/Wandstärken einen super Blank mit O/U zu entwickeln. Ich persönlich finde ja verzapfte Blanks deshalb auch sehr edel, findet man allerdings bei den Herstellern nicht mehr so oft. (Ich habe eine Hardy Zenith Sintrix #5, bei der das so ist und ist meine meist gefischte hier in Minga und Winston hat bei den UL einen dreiteiligen mit Zapfen. Das sind Hersteller die meist OU machen, aber für bestimmte Zwecke Zapfen benützen, finde ich äußerst beachtenswert!)
LG,
Frank
Geschrieben von Jeronimo66 am 05.10.2021 um 21:18:
Moin,
dann löse ich mal auf. Das weiche Handteil mit der harten Spitze hat genau die Biegekurve von Reinhards Tuning. Wenn das HT durch das Tuning etwas steifer geworden ist, dann war es davor wohl noch etwas weicher.
Das Ganze verwirrt mich ein wenig und passt für mich noch nicht unter einen Hut. Ich habe zwar jetzt schon mehr Erkenntnisse gewonnen als erwartet. Richtig schlau bin ich aber noch nicht geworden.
Das harte Handteil mit der weichen Spitze ergibt nämlich auch eine sehr schöne Rute.
Und meine Ruten mit den harten HTs und den harten STs sind auch gut.
Folgende Erkenntnisse sind schon mal da. Die Erwartung beeinflusst die Wahrnehmung. War zwar auch schon vorher klar, habe mich aber trotzdem reingelegt. Die vermeindliche Überlastung bei weiten Würfen mit meinen Ruten ist tatsächlich wohl eher der Moment, an dem die HTs anfangen richtig mitzuarbeiten. Kein Wunder wenn man das Gefühl hat, dass es wie ein Katapult wirkt.
Anscheinend kann man auch viele Teile miteinander kombinieren, ohne das Schrott dabei rauskommt.
Ich muß jetzt erstmal ein weiches HT fertig aufbauen, damit ich alle Kombinationen werfen und vergleichen kann. Mit aufgestecktem Griff und Rollenhalter ist es nicht das gleiche. Reicht gerade mal um einen ungefähren Eindruck zu bekommen. Weiches HT mit harter Spitze lässt sich gut werfen. Wie gut kann ich aber noch nicht sagen. Der erste Eindruck ist nicht so gut, wie das Tuning von Reinhard.
Mein Tuning lässt sich auch gut werfen, die erwartete deutliche Verbesserung kann ich aber nicht sehen. Ich denke, dass das HT jetzt zu straff geworden ist. Aber vielleicht wird es ja mit einer schwereren Schnur zum Burner. Ich habe also schon einen Haufen Erfahrung gesammelt, jede Erkenntnis wirft aber neue Fragen auf.
Trotzdem irgendwie cool. Meine Drillinge mit den drei verschiedenen Beringungen werden zu einem richtigen Rutenbauexperimentierkasten.
Solidtip Tunings sehe ich differenziert. Ich habe mehrere Spitzenreparaturen (Fliegen- und Spinnruten) gemacht, bei denen ich die alte Aktion versucht habe zu reproduzieren. Bei zwei Fliegenruten konnte ich bisher direkt vergleichen, da ich jeweils eine original Ersatzspitze habe/hatte. Der Solidtip ist aus meiner Sicht gleichwertig. Eine #4 Sage Z-Axis ist mit Solitip fantastisch. War sie vorher bestimmt auch, ich habe sie aber defekt gekauft. Eine Rute mit original Solitipreparatur vom Meister gefällt mir nicht so gut. Die Rute war vorher besser. Ich habe aber auch eine billige Rute mit einem weicheren Solidtip repariert (aus #6 wurde #5). Die Rute ist deutlich besser geworden und warf plötzlich traumhafte Loops. Ab 20m war sie aber immer noch schlecht. Und mindestens eine Spinnrute ist mit Solitip schlechter geworden. Die Rute ist nicht mehr so feinfühlig, obwohl die Spitze stärker auf die Spinnköder reagiert. Also optisch besser anzeigt, aber weniger gefühl in die Hand leitet.
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