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Geschrieben von habitealemagne am 23.11.2025 um 12:04:
Absolut, ich erachte eine Berechnung beim Einspleißen der Spitze auch als nicht wichtig und finde solch Reparaturen nicht so anspruchsvoll, dass ich einen Profi brauche und es nicht selbst qualitativ und funktionell bewerkstelligen kann. Jeder kann das. Bei manchen geht das vielleicht gleich, beim anderen vielleicht nach ein zwei- drei Mal. Und deswegen hab ich das auch überall geschrieben. Direkt in meinem ersten Beitrag, den ich auf Deine Bitte hin, hinten angestellt habe schon. Ich berechne da gar nichts, schrieb ich. So eine Berechnung, egal ob Widerstandsmoment oder Flächenträgheitsmoment macht für mich auch nur Sinn, wenn man das Spitzenteil und das Unterteil auf molekularer Ebene Stoß auf Stoß verbinden könnte und das so zu verschweißen geht ja nicht. Wenn wir dort aber eine weitere Versteifung hinbauen müssen, was ja immer der Fall ist, ist "das Ziel : Widerstandsmoment Kreis (Vollspitze)= Widerstandsmomnet Kreisring (Hohlblank)" rechnerisch herbei zu führen, umsonst, finde ich.
Du hingegen findest das gut, steht in einem Thema nebenan. Da hat sich dann auch jemand böse beschwert, dass er schlecht behandelt wurde, dass er es grundsätzlich schlimm findet, wenn sich Leute über andere erhöhen um dann mitzuteilen, dass er schließlich 40 Jahre erfolgreicher Ingenieur ist, usw. usw. Also im selben Zug mit der Beschwerde genau das gemacht, was er vorgeblich ablehnt, finde ich. Aus der Emotion heraus reflektiert, quasi. Ich hatte nicht mal die Stelle im Thema nebenann gefunden, wo es zum Missverständniss kam. Ich hatte dort aber schon krampfhaft die Erläuterung mit Formeln, des Ingenieurs im Forum gesucht, teilte er doch schon im Swingweightthema mit, das er dies schon mal erläutert hatte. Dann las es sich dort nebenan, für mich noch mal so, als wenn es in den Tiefen des Forums doch steht, aber nein, es ist gar nicht so. Dann liefert der erfolgreiche Ingenieur 3 Zeilen Formeln und dann auch noch zum Teil falsch.
Und weil Du hier das Thema eröffnet hattest, habe ich meine Meinung hier niedergeschrieben, dass ich wenn ich rechnen wollte, dies über die Flächenträgheitsmomente machen würde (nur bei der Annahme, dass der E-Modul ident. ist).
Der Grund ist ganz klar, Flächenträgheitsmoment ist der Wiederstand der Querschnittgeometrie gegen Verbiegung. Sind Spitze und Blank in dem Punkt Stoß an Stoß verbunden erzeugen wir eine harmonische Biegung. Jegliche Überlappung ändert das. Widerstandsmoment ist der Widerstand der Querschnittgeometrie gegen Bruch unter Biegung. Sind Spitze und Blank in dem Punkt Stoß an Stoß verbunden, erzeugen wir dort den Gleichen Widerstand gegen Bruch. Jegliche Überlappung ändert das.
Ich beteilige mich an Kommunikationen, und schreibe, meine Meinung nieder. Dafür ist das Forum doch da. Andere sollten das auch ungestraft tun dürfen. Wenn Du nicht alles verstehst oder anderer Meinung bist, stört mich das gar nicht. Ich finde jeder soll das tun, was er macht, egal was er meint, was er ist. Rechnen, malen, mitteilen, leben, schön.
Geschrieben von habitealemagne am 23.11.2025 um 12:12:
Hi,
und ich wollte noch mitteilen, das ich zuletzt solide Spitzen verwende, die am dicken Ende minimal verjüngt sind, so dass sie dafür vorgesehen sind, von vorne, bzw. oben (wie man will) eingesetzt zu werden. Ich finde die gut. Da messe ich den Außendurchmesser am dicken Ende über der Verjüngung, finde den ident. Außendurchmesser am Hohlblank, schneide da und mit Glück passt das direkt. Wenn nicht schneide ich noch 2mm ab und gut. Eingeklebt fertig, außen abwickeln, mit was auch immer oder wie im Foto Ring drauf. Hält bisher, einige male gefischt. Das unscharfe Foto, da sieht man die Biegekurve besser, finde ich.
Geschrieben von Jeronimo66 am 23.11.2025 um 18:52:
Moin,
diese vorgetaperten Spitzen wollte ich mir auch mal anschaffen, bis mir aufging, dass mir dann die Spitze vorgibt wo ich sie einsetze. Auf der Suche nach der möglichst originalen Biegekurve oder einem anvisierten 3,75° Wert ist das dann eher weniger hilfreich. Wenn es die Teile hier günstig geben würde, hätte ich aber sicherlich eine Auswahl.
Ich schleife meine Spitzen am Übergang ähnlich, siehe Bild. Sie stecken natürlich möglichst passgenau im Blank. Und sie bekommen immer ein wenig Roving.
Da anscheinend fast alle die Spitzen "so ungefähr" einpassen und das auch funktioniert habe ich gerade folgenden Gedanken. Bei Vorfächern ist es ja wichtig, dass der Massenübergang zur Fliegenschnur einigermaßen stimmig ist, damit sich das ganze gut abrollt. Perfekt muss es aber nicht sein. Wer die Massenprofile von Troutcontrol mal gesehen hat, der sieht, dass hier auch leichte Abätze bei dem Massenübergang funktionieren. Ist ja auch bei geknoteten Vorfächern so. Erst wen der Übergang zu grob wird rollt das Vorfach nicht mehr sauber ab. Ich stelle mir vor, dass es bei einem Blank ähnlich ist. Perfekt muss der Übergang nicht sein.
Eine kleine Versteifung im Blank halte ich für nicht so wichtig. Ein glatt gebrochener Blank verliert bei einer nicht übertrieben langen und steifen "Flickstelle" nicht wirklich. Zumindest habe ich das nicht feststellen können. Ich stelle mir das ein bisschen wie die Knoten im selbstgeknüpften Vorfach oder geschweißte Loops vor. Das fällt beim Wurf nicht auf.
Ich denke auch gerade an die Ruten, wo ich eine relativ große Beschädigung des Blanks hatte oder einen Mehrfachbruch auf kurzer Strecke. Wenn man so grob 30cm+ raustrennt (bei dünnwandigen Blanks) kann man die Spitze von unten einschieben. Ich fand das Ergebnis immer erstaunlich gut.
Trotzdem versuche ich eine möglichst stimmige Biegekurve herzustellen.
Gruß
carsten
Geschrieben von Reinhard 02 am 23.11.2025 um 22:14:
| Zitat: |
Original von Jeronimo66
Moin,
Eine kleine Versteifung im Blank halte ich für nicht so wichtig. Ein glatt gebrochener Blank verliert bei einer nicht übertrieben langen und steifen "Flickstelle" nicht wirklich.
Gruß
carsten |
Die Rute verliert nichts, allenfalls wird sie ein klein wenig steifer.
Nur ein zu schwerer Zapfen könnte die Performance - Rückstellung - verschlechtern.
Den negativen Einfluss zu schwerer Vollglaszapfen an alten Glas-Fliegenrutenblanks habe ich durch neue, leichtere Zapfen ausgemerzt. ( "ausgemerzt" - was für ein Wort in der aktuellen politischen Lage

)
Oder ein zu weicher Zapfen, der eine Schwachstelle in der Kraftübertragung darstellt.
Und solche "zu weichen Zapfen" gibts auch schon ganz ohne falsche Reparatur bei manchen Originalblanks mit O/U Verbindung.....
Reinhard
Geschrieben von habitealemagne am 24.11.2025 um 08:16:
| Zitat: |
Original von Jeronimo66
diese vorgetaperten Spitzen wollte ich mir auch mal anschaffen, bis mir aufging, dass mir dann die Spitze vorgibt wo ich sie einsetze.
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Ja das ist so, deshalb braucht man da einen guten Vorrat, möglichst breit gestreut, wenn man viel repariert, finde ich. Die gibt es hier in vielen Abstufungen. Um ehrlich zu sein habe ich bei der Rute mit den Bildern an der richtigen Stelle den Hohlblank abgeschnitten, die Spitze eingeklebt und dann gesehen, dass das Spitzenteil nun 10 cm zu lang ist.

Ich hatte auch nur ein paar verschiedene Spitzen da.
Da es ein neuer Blank war, den ich vor dem Aufbau abgebrochen hatte, hatte ich die Wahl das HT etwas zu verlängern oder die Spitze zu kürzen. Ich habe dann 10 cm an der Spitze abgeschnitten und die Rute so aufgebaut. Mir gefällt die Rute wie sie nun ist, auch wenn sie nun mehr straff parabol daher kommt, als vorher spitzenorientiert. Eine leichte Rute, mit nun etwas breiterem Einsatzspektrum, mit der man auch mal einen kleineren bis mittleren Jerk werfen und gut führen kann.
Geschrieben von maikh am 06.10.2026 um 12:22:
Moin,
bin seit Ewigkeiten mal wieder hier. Lange Jahre war ich gut bedient mit meinen DIY Ruten.
Leider hab ich mir am We meine CTS-Est 45-90 ungewollt um ca 5cm in einem Rutenstaufach auf meinem Boot eingekürzt. Wie würdet ihr das retten? Bzw wird die Aktion danach noch ähnlich sein? Man könnte einfach einen neuen Ring ankleben, aber dann ist der Abstand zwischen dem Spitzenring und dem darauf folgenden natürlich nicht mehr schön. Gibt’s Eurer Meinung nach andere Optionen um möglichst nah an der ursprünglichen Aktion zu bleiben? Oder lieber komplett neuen Blank aufbauen ?
Für Einschätzungen wäre ich dankbar.
Geschrieben von Jeronimo66 am 06.10.2026 um 17:31:
Moin,
meine EST -90g ist ebenfalls meine Lieblingsrute und auch mal an in der Spitze gebrochen, allerdings bei etwa 25cm. (Man sollte seine Lieblingsrute nicht aus der Hand geben!) Repariert habe ich sie mit einem kleinen Zentrierstück aus Hohlmaterial und einer 4cm langen Hülse aus einem dünnwandigen Reststück einer hochwertigen Fliegenrute. Darüber eine dünne Lage Roving (hin- und hergewickelt) und die Oberfläche dann geschliffen.
So weit oben würde ich auch ein kleines Stückchen Vollcarbon nehmen um die Spitze erstmal zentrisch zu fixieren. (Das muss aber nicht sei.) und dann ebenfalls eine kurze Hülse (3-4cm reichen locker) darüber setzten. Nimm ruhig hochwertiges und nicht zu dickwandiges Carbon, wenn du etwas als Rest hast. Darf sogar etwas dünner sein als die Blankstärke an dieser Stelle, da ja der Durchmesser größer ist. Sieht besser aus, wenn es dort schlank bleibt. Ich würde die Enden jeweils konisch schleifen, am Ende eine dünne Lage Roving darüber setzten und das Ganze dann sauber schleifen.
Eine Lage Tesafilm als Begrenzung direkt auf den Blank sorgt für einen sauberen Übergang zum Roving. Den glatten Übergang kann man dann, jeweils vom Blank her, mit einer scharfen Klinge vorsichtig "schnitzen". Und dann nochmal eine neue Lage Tesa direkt dort ran und sauber schleifen. Das oberflächig augetretene Epoxy kratzt man vorher mit einer nicht zu scharfen Klinge ab. So schützt du den Blank und bekommst einen sauberen Übergang. Am Ende etwas Rutenbaulack oder Epoxy als Lackschicht.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass du beim Fischen den geringsten Unterschied merkst! Die letzten Zentimeter in der Spitze biegen sich eh kaum. Meine Rute ist so feinfühlig wie eh und je, ich merke keinen Unterschied in der Aktion und sie hat seit der Reparatur schon sehr viele Zander gefangen.
Auf keinen Fall auf eine Vollcarbonspitze setzen. Die nimmt der Rute etwas von ihrer fühlbaren Rückmeldung.
Gruß
carsten
Geschrieben von Reinhard 02 am 07.10.2026 um 11:56:
Je nach dem, wie groß der ID des blanks an der Stelle ist, könnte für die Kraftübertragung/Biegekurve sogar ein Vollkohle Zapfen ausreichend sein und es könnte ohne äußere Hülse gehen.
Dann noch bischen Roving drüber zur Stabilisierung. Z.B. zuerst Längsroving parralel zum blank und dann umwicklen mit einer 2. Lage.
Oder doch direkt einen Spitzenring drauf und den nächsten Ring etwas nach unten versetzten, wenn dich optisch der Abstand stört.
Reinhard
Geschrieben von maikh am 08.10.2026 um 18:34:
Danke für Eure Tips. Ich glaube ich mache mal provisorisch einen neuen Spitzenring dran und schaue mir an ob sich die Aktion wesentlich verändert hat, wenn nicht, würde ich die letzten beiden Ringe demontieren und neu ausmitteln.
Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH