Pacbay Arctos AF905-4, 9' #5 |
Jeronimo66
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Dabei seit: 19.11.2016
Beiträge: 2.174
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Pacbay Arctos AF905-4, 9' #5 |
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Moin,
dann fülle ich auch mal ein wenig das Sommerloch mit ein paar Fotos und viel Text. Ein Aufbau wie inzwischen fast alle meiner Ruten, ganz schlicht und bis auf einen Akzent ohne Zierwicklungen. Nicht perfekt, aber mehr dazu weiter unten.
Blank: Pacbay Arctos AF905-4
Ringe: Pacbay T Guide Light TiCH 12, Noonroo OSG 9,8,7,6, 5x6 in dark grey (alle Ringfüße sorgfältig spitz geschliffen) und Noonroo Top (4mm gekürzt),
Rollenhalter: Elnetti mit Nussbaum Maser Spacer
Garn: PacBay Chestnut, nachträglich mattiert mit Seymo Rod Varnish
Trims: Artist Pen in Schwarz, Weiß, Kupfer
Lack: Clou Boots- und Yachtlack, Clou EV Verdünnung
Die Rute wiegt 85 Gramm, 3,75° liegt bei 13,6g, 15° bei 62,5g und die ERN beträgt 5,7.
Insgesamt sehe ich den Blank nicht als x-fast wie PB ihn einstuft, sondern halte es mehr für eine med-fast Aktion. Ich finde die Arctos aufgebaut wirklich sehr schön zu werfen und empfinde sie als sehr gelungene Rute der #5. (Hier habe ich ihn letztes Jahr mal mit angetapeten Ringen eingeschätzt und verglichen, da war ich etwas zu kritisch.)
Die Farbe finde ich ganz schick, was sicherlich Geschmacksache ist. Sie hat aber den Nachteil, dass sie (mMn) nicht besonders gut mit den gängigen Bindegarnen harmoniert.
Und nun etwas mehr Text für alle die mehr als Bilder gucken mögen. Für Instagram Fans war es vermutlich aber jetzt schon zu viel.
Neu ist eigentlich nur die Lackierung mit Bootslack.
Das wird ja schon seit jeher gemacht und auf dem Zettel hatte ich das schon eine Weile. Wie schon oft erwähnt, finde ich die Lackierungen von Laszlo Elnetti absolut unschlagbar. Gerade seine Kunst nicht über den Garnrand zu lackieren und superschlank sowie ohne Lackproppen an den Ringfüßen zu arbeiten, finde ich sehr ansprechend. Als ich erfahren habe, dass mit Bootslack lackiert hat hatte ich aber schon ganz ähnliche Lackierungen mit Roddancer 2K Lack drauf. Der ist nun endgültig durch und mit meinem neuen Lack bin ich nicht ganz zufrieden. Ist zwar meckern auf hohem Niveau, aber für mich nicht 100%.
Wieder auf Bootslack gestoßen hat mich ein Forumsmitglied, von dem ich eine Rute mit sehr schön schlanken Lackierungen bekommen habe, welche nicht über den Band hinaus gingen. Diese hat er mit Bootslack (10 Schichten) gemacht. Er findet das inzwischen schöner als die Wicklungen unter 2K Lack zu begraben! Da bin ich ganz bei ihm.
10 Lagen sind es in etwa auch geworden, aber davon „nur“ 6-8 mit Bootslack und 2-3 Schichten mattes Rod Varnish. Macht also deutlich mehr Arbeit, und das Ergebnis ist auch nicht so wie ich es mir vorstelle. Deutlich verdünnter Bootslack neigt nicht dazu sich sich über die Wicklungslänge zu einer glatten Fläche zu ziehen. Wenn man an einer Stelle etwas mehr Lack aufträgt, dann bildet er da auch einen feinen umlaufenden „Buckel“. Und gerade am Rand ist es schwer den Lack auch wieder abzunehmen ohne über den Rand zu kommen. Auch füllt er die Hohlräume der Leitringfüße schlechter, obwohl er verdünnt geradezu durch das Garn fließt. (Zu wenig Adhäsion?) Auch sind zwei Wochen Trocknungszeit bis zur vollständigen Aushärtung nichts für meinen Geduldsfaden. Vorteile sind die Dosierbarkeit, die lange offene Zeit beim Lackieren und die Tatsache, dass es kaum Bläschen gibt. Mit dem Feuerzeug sollte man sich auch fernhalten. Das Lösungmittel brennt fantastisch und so einen brennenden Leitring will man nicht wirklich. Ich habe einfach 5ml verdünnt, den ersten Durchgang lackiert und den Rest auf eine Spritze gezogen und mehrmals wieder verwendet. Die lange Trocknungszeit heißt aber auch mehr Zeit für Staub. Und mehr Geduld bis man Pickel wegschneiden kann.
Am Ende habe ich die Lackierungen dann mattiert, was zwei Vorteile bot. Bei Kunst- und Tageslicht (ohne Sonne) ist die Rute farblich deutlich stimmiger (Bild 2 und 5 geben die Farben gut wieder) und die kleinen Unebenheiten, die die hochglänzenden Lackierungen schonungslos offenlegen, wurden so optisch kaum noch sichtbar.
Insgesamt empfinde ich das matte Varnish aber als sehr problematisch in der Verarbeitung. Bläschen bekommt man kaum wieder raus und das Feuerzeug ist hier kontraproduktiv, da der Lack durch die Wärme manchmal schneller trocknet als das Bläschen platzt. Auch trocknet das Varnish so schnell auf den Pinselborsten, dass bei den letzten Wicklungen sich manchmal kleinste Klümpchen lösen. Jeder Korrekturversuch sollte auch erst bei gründlich durchgetrockneter Schicht erfolgen, sonst macht man alles nur schlimmer. Vielleicht mache ich irgendetwas falsch, weiß aber leider nicht was. Nutze jetzt drei Pinsel für einen Durchgang . Die Haltbarkeit finde ich nach wie vor absolut in Ordnung, auch wenn Knobi da andere Erfahrungen gemacht hat. Muss dafür aber gründlich durchtrocknen.
Gruß
Carsten
Jeronimo66 hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
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20.07.2025 13:58 |
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Tach,
ja das mit dem Sommerloch zeigt Wirkung. Andererseits hoffe ich, dass das gute Wetter auch genutzt wird, für die sommerlichen Aktivitäten. Ich für meinen Teil gehe vermehrt ganz früh morgens laufen oder auch mal wedeln und am späten Nachmittag regelmäßig baden, wobei ich dann auch immer eine Strecke schwimme, danach gehe ich dann noch ein wenig spazieren. Zwischendrinnen ist es hier recht heiß, bisweilen fällt die Temperatur auch nachts nicht unter 30°.
Deine Rute finde ich schön schlicht und gelungen. Die Lackierungen sind bemerkenswert, so ohne dass der Lack vorne am Ringfuß zusammenläuft. Bei dem mattierten, binn ich mir nicht sicher, ob es mir klar nich noch besser gefallen hätte.
__________________ Sie sollten nicht alles glauben, was Sie denken.
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20.07.2025 14:48 |
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Tölkie
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Dabei seit: 21.03.2008
Beiträge: 2.544
Herkunft: Deutschland NRW
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RE: Pacbay Arctos AF905-4, 9' #5 |
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Hi Carsten
gefällt mir. Die Lackierung ist super. Muss aber gestehen, dass mir 10x lackieren einfach viel zu aufwendig wären.
Mit dem matten Finish, oh da grübele ich auch gerade drüber nach. Ein Freund wünscht das für seine neue Rute. Die Erfahrung von Frank sprechen aber dagegen.
Da ich ja was mit Farben und Lack zu tun habe, gibt es bei uns natürlich auch Additive zum Mattieren. Nur, will man die richtig unterbringen, müssen die in den Dreiwalzenstuhl oder zumindest richtig mit einer Disolverscheibe eingerührt werden. Habe aber auch ein wenig Sorge, da Matt immer kratzempfindlicher in der Oberfläche ist und ev. auch die Additive für eine Feuchtigkeitsaufnahme sorgen könnten. Muss damit noch mal schwanger gehen.
Viel Spass mit der neuen Rute.
LGB
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21.07.2025 08:57 |
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Reinhard 02
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Dabei seit: 25.12.2010
Beiträge: 3.323
Herkunft: BaWü, Heidelberg
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Danke für die ausführliche Lackier-Beschreibung.
Ich habe früher auch ein paar Rutenwicklungen mit Parckett/Bootslack lackiert.
Aber der Zeitaufwand war mir zu hoch.
Das Matte finde ich gut passend zum blank, ansonsten bin ich auch kein großer Fan matter Bindungslackierungen.
(Seiden) - Matt lackierte blanks gefallen mir aber gut.
Reinhard
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21.07.2025 09:13 |
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miso
User

Dabei seit: 20.01.2021
Beiträge: 1.183
Herkunft: Wilder Süden
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Ich finde die matten Lackierungen sehr stimmig zum Blank
Wollte das auch immer mal probieren. Hab da noch eine andere Idee
Die Rute ist sehr schön geworden, Carsten
TL Michael
__________________ "Schützt die Würmer, fischt mit der Fliege"
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21.07.2025 16:15 |
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Wolfgang-K
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Dabei seit: 02.09.2018
Beiträge: 790
Herkunft: Peißenberg Skype-Name: Wolfgang
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Hi Carsten, eine sehr stimmige Rute geworden, das Matte ist vom Design her natürlich der Hammer, habe allerdings noch nie eine Rute gesehen die in den Lackierungen nach einiger Zeit nicht Abnützungen zeigt, wenn dann nicht Poliert werden kann wars das, und bei Mattiert geht da halt gar nichts.
Die Farbe des Blanks alleine finde ich schon sehr spannend, auch wenn die Garn Wahl etwas schwieriger ist. In meiner Wahrnehmung ist sie doch Perfekt, und sehr stimmig.
Da ich Dreizehn Jahre ein Boot hatte kenne ich mich relativ gut mit den Verschiedenen Lacken aus. Ich denke dabei das ein Bootslack nicht besonders für unsere Wicklungen geeignet ist, denn wie du schon erfahren hast, bleibt er immer auf der Erhöhung stehen,
( füllt also ohne Zwischenschliff die Hohlräume nicht auf) und der verlauf ist auch mäßig da sonst bei jedem Boot die Brühe herunterlaufen würde.
Ganz anderst sieht es bei Polyurethan Lacken aus ( Bootslack zb. von International) diese Lacke haben einen Extremen Verlauf und werden selbst mit dem Pinsel zu einer Glasblatte, aber sind auch 2K Lacke, die dann auch sehr zügig härten, auch ein Verzögerer kann eingesetzt werden wenn es die Temperatur erfordert. Diese Lacke sind auch hoch Belastbar.
Es gibt also durchaus eine Alternative zu Epoxi. Blöd fand ich immer das Mischungs Verhältnis, da is nix mit 1:1.
Aber einer Transparenz ( Klarheit) und UV Beständigkeit die nicht zu toppen ist. Nachteil auch hier sind einige Schichten unumgänglich für ein sauberes Resultat.
Gruß Wolfgang
__________________ Wolfgang
Sche wirds erst wenst es selber machst.
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21.07.2025 18:11 |
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Jeronimo66
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Dabei seit: 19.11.2016
Beiträge: 2.174
Themenstarter
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Moin,
danke für eure positiven Rückmeldungen!
@Rene': Wenn ich nicht arbeiten muss, dann gehe immer gerne am Vormittag los. Bin dann auch schon mal um 5.00 Uhr am Wasser, solange die Wassertemperatur noch niedrig genug ist, was bei meinem Flüsschen auch in heißen Sommern die Regel ist. Hier gab es nach der kleinen Hitzewelle kaum noch einen heißen Tag.
@Bernd: Bei meiner Epic Black Mamba ist noch alles super, und die habe ich bestimmt schon 30 mal gefischt. Mein Abriebtest hat damals ja auch ganz gute Ergebnisse erzielt. Mal sehen wie das Matte in zwei Jahren aussieht.
@Reinhard: Den Zeitaufwand finde ich gar nicht sooo schlimm. Lackiere ja eh immer so 4-6 Schichten. Das perfekte Ergebnis wäre mir die Zeit wert. Ich werde es wohl noch einmal probieren, aber wenn das Ergebnis dann nicht perfekt wird, dann versuche ich den nächsten Lack.
@Miso: Deine Idee würde mich interessieren, wenn sie denn funktioniert. Ich wollte auch mal den Blank und die Ringfüße abkleben und dann mit feinem Schleifvlies ran. Habe nur
keine Rute die ich opfern mag und keine Lust auf Probewicklungen dafür.
@Wolfgang: Laszlo Elnetti hat mit Bootslack ja perfekte Lackierungen hinbekommen. Mit der richtigen Verdünnung und Technik wird es also gehen. Danke für deine Erfahrungen mit den 2K Bootslack. wenn ich mal günstig welchen bekomme, dann probiere ich den mal.
Gruß
Carsten
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23.07.2025 10:55 |
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