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Zum Ende der Seite springen Wurf, Gewicht, Dichte, Länge vs Rute
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Reinhard 02 Reinhard 02 ist männlich
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Hey, ihr Lustgreise Zunge raus , so kenne ich euch garnicht Lachen-5
...nicht das wir noch weiter vom Thema abweichen...

Also, bitte etwas mehr Ernst...




....beim Peitschen großes Grinsen .

Carsten, du irrst, mein Beispiel passt perfekt (darum habe ich es ja angebracht) auf das Werfen mit der Fliegenschnur.

Eine solche Bullenpeitche:https://sattlerei.cz/de/produkt/901-lede...AiABEgKuCvD_BwE

ist ja getapert wie eine Fliegenschnur. Nimm mal die Triangle Taper als Peitschspiel äh als Beispiel mein ich:
Sowohl die Peitsche als auch die Schnur haben ein dickes Ende, welches sich nach vorne immer mehr verjüngt.
Die TT lässt sich sehr gut werfen, solange noch ein Stück der Keule im Spitzenring ist.
Perfekt für Rollwürfe ect.
Aber: Sobald die sehr dünne Runningline zum Vorscheint kommt, ist es mit einer Kraftübertragung außer der linearen von RL auf das fette Keulenende vorbei . Da fehlt einfach die Masse, ich kann der RL noch so viel "Schwipp" mitgeben - das juckt die Keule überhaupt nicht.

Direkt auf die Peitsche übertragen: So eine Peitsche kann ein Handschlaufe haben. Jetzt versuch mal, mit der Peitsche zu peitschen ( ich sehe schon, wie ihr feucht werdet Lachen-5 ) indem du sie nur an dieser Handschlaufe und nicht am Stiel festhältst. Na, wie gut funktioniert das?

Natürlich kann ich die TT aber noch gut werfen, auch wenn sich paar Meter der RL schon außerhalb des Spitzenrings befinden.
Aber eben kaum durch den Stopimpuls der Rutenspitze sondern durch den langen linearen Weg, den die Rutenspitze durchläuft. D.h. die gesamte Schnur nach hinten bildet eine Gerade, auf der ich die schwere Keule auch über die dünne RL beschleunigen kann, denn die Keule hängt in der Verlängerung der RL.
In einer solchen Situation führt man die Rutenhand möglichst weit nach hinten vor dem abschliessenden Vorwurf, hat vorher noch mal ordentlich beschleunigt, lässt die Schnur am Besten noch ein paar Meter nach hinten rausschiessen.
Dann geht die Rutenhand möglichst gerade nach vorne ohne die Rutenspitze hochzunehmen. Erst wenn die Rutenhand an der Körperachse vorbei ist dreht/kippt sich das Handgelenk nach vorne, die Rute bewegt sich von grob 14.00 bis 10.00 und die Rutenspitze/Fliegenschnur bekommt ihre Endbeschleunigung - genauer: Die durch die Rute erzeugte Geschwindigkeit/Beschleunigung.

Und diese Kippbewegung des Handgelenks und das Beenden dieser Handgelenksbewegung können langsamer/schneller ausfallen (Kippbewegung)bzw. härter oder weicher (Stop) ausfallen.
Aber je schneller ich kippe desto härter muss der Stop ausfallen und desto mehr strengt das mein Handgelenk an. Spürbar vor allem in den hohen Klassen aber auch bei größeren Schnurlängen. D.h. diese schnelle Kippung/ Harte Stop lohnt sich vor allem dann, wenn in der Rutenspitze noch so viel Masse ist, dass diese auch einen vernünftigen Impuls nach vorne weiterreichen kann.

Und wenn ich aber nur einer dünnen RL diesen starken Impuls mitgeben kann, der wiederum nur wenig Auswirkung auf die viel schwere Keule haben kann - siehe Peitsche falsch rum, bzw an der Handschlaufe gehalten - dann spar ich mir das.

Denn die Schnur bekommt ja genug Geschwindigkeit mit - einmal über die liniare Beschleunigung - die Keule + paar Meter RL hängen gestreckt nach hinten in der Luft - und werden durch die lineare Bewegung der Rutenspitz nach vorne gezogen=beschleunigt. Jetzt kommt noch der DZ dazu und ich kann ordentliche Weiten erreichen.

Ich komme gerade vom Hechtfischen und habe das alles gerade praktiziert.
Mit einer alten blauen Germania Glasrute ( aber neu aufgebaut) einer 10er WF mit 12m Schwimmkeule, schnellsinkender 1,5m Spitze und leicht beschwertem 15cm Streamer.
Durchschnittweiten von 21 - 23 m ohne mein Handgelenk zu sehr zu strapazieren. Aber immer mit langen Wegen sowohl von der Rutenhand als auch der Schnurhand.
Gerade der lange Weg der Schnurhand muss so allerlei Ungenauigkeiten des Rückwurfes ausgleichen, denn die optimal nach hinten gestreckte Schnur vor dem Abwurf habe ich bei diesem Setup nicht immer.
Das liegt an ungerader Führung der Rutenspitze, verschiedener DICHTEN der Schnur ( die viel dichtere Spitze tendiert zum "Überschlagen") und auch der beschwerte Streamer wird nicht nur hinterhergezogen sondern entwickelt aufgrund seiner DICHTE ein Eigenleben.
Dazu noch etwas Wind - das alles führt zu einer nicht optimal gestreckten Schnur hinten, die aber durch lange Wege der Hände ausgeglichen werden kann. Natürlich sind dem auch Grenzen gesetzt, wenn der Rückwurf zu schlecht war, schlägt man mit der Rute etwas ins Leere und bekommt auch durch die Schnurhand keinen richtigen Druck mehr auf das ganze System und der Wurf verhungert.

So, ich muss fort, meine Peitsche wässern.... großes Grinsen


Reinhard

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Reinhard 02: 31.01.2020 18:00.

31.01.2020 17:24 Reinhard 02 ist offline E-Mail an Reinhard 02 senden Beiträge von Reinhard 02 suchen Nehmen Sie Reinhard 02 in Ihre Freundesliste auf
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Jeronimo66 Jeronimo66 ist männlich
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Moin Reinhard,

hab das Prinzip schon verstanden, und gerade die Triangel Taper oder eine DT passen schon gut zum Beispiel Bullenpeitsche. Wollte nur darauf hinweisen, dass sich die meisten WF Schnüre ja auch deutlich zur Running Line hin verjüngen, also nicht 1zu1 mit der Peitsche (je öfter ich das Wort schreibe umso mehr Lust bekomme ich, den Körper hübscher kleiner Nymphen mit Latex zu umwickeln und mit Draht zu fixieren) und ihrem kontinuierlich verjüngendem Taper vergleichen kann. THEORETISCH ist da PHYSIKALISCH bestimmt ein Unterschied, der aber nichts daran ändert, dass die Kraftübertragung irgendwann nicht mehr funktioniert.

Carsten
31.01.2020 18:39 Jeronimo66 ist offline E-Mail an Jeronimo66 senden Beiträge von Jeronimo66 suchen Nehmen Sie Jeronimo66 in Ihre Freundesliste auf
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Grundsätzlich gefällt mir diese Wendung zum Peitschen schon, nimmt die Schärfe aus dem Faden, was ich gut finde. Aber das Kopfkino jetzt ist nicht jugendfrei.... Nase Lachen-5

Haut rein Jungs! (Die Rutenbauerinnenenenen schütteln sicher nur noch den Kopf! Denken2 )

Euer Frank

__________________
Annemarie - Leinen und Lachse
31.01.2020 19:17 fly fish one ist offline E-Mail an fly fish one senden Beiträge von fly fish one suchen Nehmen Sie fly fish one in Ihre Freundesliste auf
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sundvogel
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Auf die Gefahr hin das es nervt.

Der von mir angesprochene Drehimpuls der durch die erst gebogene und sich dann entspannende Rute entsteht, lässt sich vereinfacht auch wie der Effekt der bei einer Pirouette oder bei einer Peitsche betrachten. Dadurch wird die Geschwindigkeit der Rutenspitze gesteigert.

Also ist die Idee der Peitsche nicht so abwegig.

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht wie der Thread begann. Es geht doch um das erzeugen von Schnurgeschwindigkeit? Oder nicht?
31.01.2020 19:55 sundvogel ist offline E-Mail an sundvogel senden Beiträge von sundvogel suchen Nehmen Sie sundvogel in Ihre Freundesliste auf
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Reinhard 02 Reinhard 02 ist männlich
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Ich kenne die Seite von Tobias Hinzman schon einige Zeit und habe sie zum Teil auch durchgelesen.

http://www.passion-fliegenfischen.de/fli...s-drehimpulses/

Ich empfinde seine Gedanken und Ausführungen als auch die von ihm verwendeten Begriffe für unnötig verwissenschaftlich und nicht wirklich zielführend.

Fangen wir mal mit den Begriffen an: Translation, Rotation, Drehimpuls.

Was heisst eigentlich Translation?

Es gibt verschiedene Bedeutungen, in der Biologie ist das irgendeine Proteinsynthese, im Englischen ist es das Wort für "Übersetzung" und in der Physik ist das die lineare Bewegung eines Körpers, wobei sich der Körper immer in der gleichen Position befindet, also nicht in sich dreht zb. und damit alle Teile des Körpers/Systems zu einem Zeitpunkt die gleiche Geschwindigkeit haben.

Wo haben wir das beim Wurf mit der Fliegenrute?
Ist die Fliegenschnur damit gemeint, die Hand oder Schnur/Rute/Hand?

Letzteres kann es nicht sein, denn da die Fliegenrute sich während des ganzen Vorgangs stetig weiter biegt, muss es zu Geschwindigkeitsänderungen innerhalb des Systems kommen.
Und dann ist das, wenn ich es richtig verstanden habe, keine Translation mehr.
Aber vielleicht kann mir jemand erklären, was da gemeint ist, danke.

Dann die Rotation. Ok, die Rute beschreibt eine Winkelförmige Bewegung, also Teilrotation, ist verständlich.

Und dann der Drehimpuls. Also ich verstehe unter Drehimpuls einen Impuls, der einen Körper dazu bringt, sich um eine seiner Achsen zu drehen.
Was dreht sich beim Fliegenwerfen um die eigene Achse? Die Schnur, die Rute, die Rolle vielleicht?
Was Tobias Hinzmann als Drehimpuls bezeichnet, ist die fortlaufende Biegung der Rute vom Handteil zur Spitze hin.
Nun, ist nicht ganz so außergewöhnlich: Wenn ich einem flexiblen System einen Impuls verpasse, dann habe ich am Ort des Inputs die erste Bewegung, die sich dann weiter verbreitet. Bei der Rotationsbewegung der Hand erfolgt der Impuls also am Griff und pflanzt sich dann beschleunigend Richtung Spitze fort. Naja.

Wo ist da aber ein Drehimpuls? Warum kommt es da zu einem Vergleich mit einer Pirouette? Geht es um die zunehmende Geschwindigkeit der Rutenspitze, während sie sich zur Spitze hin immer weiter "begradigt/entspannt"? (Bei einer Mensch - Pirouette wird die Geschwindigkeit durch Ausstrecken oder Anlegen der Arme gesteuert) Was hat das mit der Biegung der Fliegenrute zu tun?

Im Film sehe ich die zur Rutenspitze wandernde Biegung der Fliegenrute. Das sich eine Fliegenrute von unten nach oben "begradigt" liegt doch wohl hauptsächlich daran, das irgendwann der Input durch die Rutenhand aufhört und die gespannte Rute sich dann Richtung Spitze entspannt. Da die Auslenkung der Rute am HT aufgrund des größten Konus am gerinsten ist, gleichzeitig die Rückstellkraft am größten, wird sie natürlich dort zuerst gerade und an der Spitze zuletzt. (Hätte ich eine Fliegenrute mit einem parallelen blank würde die sich, glaube ich, über die gesamte Länge gleichmäßig entspannen.)
Was bringt mir dieses Wissen für meine Werferei?
Kann mich jemand aufklären? Danke.

Was bitte schön soll dieses mehr oder weniger nachvollziehbare Verwissenschaftlichen des Fliegenwurfes?

Lässt sich das alles nicht viel einfacher und nachvollziehbarer erklären?

Viel wichtiger für einen erfolgreichen Fliegenwurf ist zB., dass in meinem Spannungssystem Rute- Schnur keine "Lücke" entsteht, die zu einem Spannungsverlust führt.

Wenn ich also zB. im falschen Moment meine Schnurhand zu weit Richtung Führungsring bewege ohne das die Schnur gleichzeitig daran zieht.
Oder falsch getimter DZ, zu früh eingesetzt.
Den Stop zu früh gesetzt.
Zu langsamer, zaghafter Rückschwung, der die Schnur nicht zum Strecken bringt oder überpowerter Rück/Vorschwung, der Wellen in die Fliegenschnur drückt,
und..............
Das sind die Dinge, die ich nachvollziehbar zumindest zum Teil selber erkennen kann.

Es gibt Wurffehler, die sich einschleichen oder erlernt wurden, die besser durch ein geschultes Auge von außen entdeckt werden.

Ich bin/war zB. ein "Crepper", das heisst, ich mache vor dem eigentlichen Beginn des Vorwurf schon so eine minimale Bewegung der Rute nach vorne, bevor die Schnur sich hinten gestreckt hat,so eine Art Anlauf nehmen und das führt zu einem kleinwenig verringertem Arbeitsweg.
Besser ist es, die Rute noch mal zusätzlich nach dem hinteren Stop ein wenig weiter nach hinten zu führen und so den Arbeitsweg zu verlängern.

Aber Translation, Rotation , Drehimpuls? Brauch ich das?

Wichtig ist eher, aufden Weg der Rutenhand einzugehen: Je weiter ich werfen will, desto länger sollte er werden.
Muss aber nicht sein, siehe Steve Rajeff. Der stopt seine Rutenhand auch für einen 35m Wurf bei 12.00, er macht eher kurze Wege, die aber sehr explosiv.

Dann sollte man beim Vorschwung die Hand, wie ich schon geschrieben habe, nicht zu früh rotieren sondern so spät wie möglich, d.h. die 1. Beschleunigungsphase kommt durch die Bewegung der Rutenhand von hinten nach vorne.
Dann kommt eine zusätzliche und nicht unerhebliche Beschleunigung durch die Rotation und zusätzlich durch den DZ.

Und wenn man diese 3 Beschleunigungsarten perfekt und in max. Ausführung kombiniert, wirft man optimal weit.
Aber gerade die Rotationsbewegung ist halt fürs Handgelenk sehr anstrengend und daher spare ich da etwas an Kraft, wenn es ums Weitwerfen von WF oder SK geht und versuche das, durch einen langen, schnellen und gut getimten DZ aus zu gleichen.

Ganz anders beim Fischen auf mittlere Distanzen, mit der Trockenfliege zB.
Da ich dort ausschliesslich mit DT oder Longbelly a´la Expert Distance oder Batio GT fische (also gute Kraftübertragung habe), bekomme ich durch die scharfe Rotation und den harten Stop eine engere Schlaufe und eine hohe Geschwindigkeit. Da arbeite ich auch mit dem Doppelzug, aber mit viel kürzerem Weg als beim Weitwerfen mit schweren WF Schnüren oder SKs.

Soweit zu meinen Ansichten zur Schnurgeschwindigkeit.

So, ich mach Schluss, die Peitsche ruft. Peitsche

Reinhard

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Reinhard 02: 01.02.2020 00:16.

01.02.2020 00:10 Reinhard 02 ist offline E-Mail an Reinhard 02 senden Beiträge von Reinhard 02 suchen Nehmen Sie Reinhard 02 in Ihre Freundesliste auf
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Moin Reinhard,

ich bin voll bei dir, wenn es um unnötige Verwissenschaftlichung geht. Grundsätzlich ist es aber in Ordnung auch Begriffe wie Translation und Rotation zu verwenden, dass macht die Sportwissenschaft auch.
Mit Translation ist wohl der kurze Weg gemeint, bei der sich der Arm im Wurf nach vorne bewegt ohne den Winkel der Rute zum Boden/Wasser zu verändern.
Das was du geschrieben hast meint den Drehimpus. Finde das Beispiel Piruette auch ungünstig. Ein Salto vom Minitram oder eine Flugrolle würde besser passen. Aber wir haben ja die Peitsche (Sabber). Wenn sich die Peitsche beim Schlag ausrollt wird der Radius dieser abrollenden Bewegung immer kleiner und die Geschwindigkeit höher. Ebenso bei der Fliegenrute im Wurf.

In der Biomechanik wird versucht Bewegungen unter Berücksichtigung des Körpers (von der Anatomie bis zur Psyche) und der Mechanik (als Teilbereich der Physik) zu analysieren.
Die Biomechanik sagt aber ganz klar, dass man aus der Physik keine optimalen Bewegungen ableiten kann, da der Körper und die Sportart individuelle und spezifische Vorraussetzungen haben. Bei einer Bewegung wie dem Fliegenwurf wird es recht komplex, da zur Bewegung die Rute und die Schnur hinzukommen. Und wenn man sich dann die verschiedenen Wurfstile anschaut die erstklassige Werfer erfolgreich praktizieren, die unterschiedlichen Rutenaktionen und Materialien und dann noch die verschiedenen Fliegenschnüre, bekommt man eine Ahnung wie komplex das Thema ist. Deshalb ist hier, für den Nichtprofi wie mich, ganz klar weniger mehr.
Für mich bringen Ausführungen wie deine Reinhard, am meisten. Mit diesem Praxisbezug kann ich am was anfangen und verstehe die Materie tiefer.
Schätze auch den Diskurs, Lieber Frank, da er mich Dinge hinterfragen lässt. Zu viel Theoretisierung finde ich allerdings eher hinderlich als weiterführend. Aber die Menschen sind unterschiedlich. Und die Biomechanik beschäftigt sich ja auch mit der Psyche als Teil der menschlichen Komponente.
So, Meine Frau drängelt, muss jetzt los.

Carsten

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Jeronimo66: 01.02.2020 18:23.

01.02.2020 15:18 Jeronimo66 ist offline E-Mail an Jeronimo66 senden Beiträge von Jeronimo66 suchen Nehmen Sie Jeronimo66 in Ihre Freundesliste auf
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Was ich noch auf der Zunge hatte aber nicht loswerden konnte, da meine Frau drängelte. Nein...nicht wegen der Peitsche...sie wollte mit mir shoppen. Denken1 Also eigentlich doch wie peitschen, aber ich am falschen Ende.

Aus meiner Sicht muss man den Fliegenwurf mit seinen wesentlichen Aspekten begreifen. Und das Wort begreifen kommt von.....? Richtig! Kann ein gewisses Maß an Theorie gut vertragen und halte es für sinnvoll. Schließlich sind wir vernunftbegabte Wesen (wenn nicht gerade die Peitsche ruft) und dadurch ist das Verstehen der wichtigsten Aspekte auch wichtig.

Ich habe mal von der Uni eine Skiexkursion mitgemacht. An einem Tag wurden wir von den Dozenten über eine Buckelpiste nach der anderen geschickt um zu begreifen wie die richtige Bewegung sein sollte. Bewegungsanweisungen oder biomechanische Erklärungen wurden nicht gegeben. Nachdem ich gefühlte 100 Mal auf die Fresse gefallen war, erbarmte sich dann einer der Dozenten und sagte mir, dass ich auf dem Buckel aktiv in die Hocke gehen muss um die Ski zu entlasten. In diesem Moment könne ich dann die Drehung einleiten. Das habe ich verstanden und danach die Bewegung begriffen und umsetzen können. Natürlich hätte er mir die Bewegung auch mit Translation, Rotation und Drehimpuls erklären können. Hätte mich aber nicht weiter gebracht und ich wäre vermutlich weiter auf die Fresse gefallen. Haben wir dann Abends gemacht und ich kann mich heute an nichts mehr erinnern.

Warum erzähle ich das Ganze. Ich habe damals begriffen, welche Aspekte für das Bewegungslernen wichtig sind. Zentral ist immer die Erfahrung durch die eigene Bewegung. Nur dann begreift man. Wissen und Verstehen ist da durchaus hilfreich , gerade wenn eine Bewegung nicht funktioniert. Die theoretische und physikalische Aufdröselung des Ganzen mag vielleicht für den Leistungssport und das Renomee eines Wissenschaftlers wichtig sein. Aber nicht für den Breitensport. Und zu diesen zähle ich das Fliegenfischen an dieser Stelle einfach mal.

Ach ja, hat man genügend Bewegungserfahrung, dann kann man die Beschreibung von Bewegungsabläufen nachvollziehen und auch ein gewisses Maß an Theorie "mental" in Bewegung umsetzen.

Carsten
01.02.2020 19:12 Jeronimo66 ist offline E-Mail an Jeronimo66 senden Beiträge von Jeronimo66 suchen Nehmen Sie Jeronimo66 in Ihre Freundesliste auf
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fly fish one
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Zitat:
Original von sundvogel
Auf die Gefahr hin das es nervt.

Der von mir angesprochene Drehimpuls der durch die erst gebogene und sich dann entspannende Rute entsteht, lässt sich vereinfacht auch wie der Effekt der bei einer Pirouette oder bei einer Peitsche betrachten. Dadurch wird die Geschwindigkeit der Rutenspitze gesteigert.

Also ist die Idee der Peitsche nicht so abwegig.

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht wie der Thread begann. Es geht doch um das erzeugen von Schnurgeschwindigkeit? Oder nicht?



Is eh schon wuarst! fröhlich

Bevor ich mit meinem eigentlichen Thema mal irgend wann weiter komme, darf ich hoffentlich korrigierend bei dem Einen oder Anderen einmal rein grätschen.

Wovon Du spricht, lieber Sundvogel (habe ich jetzt den Vornamen in diesen ganzen Texten etwa überlesen?), nennt sich Impulserhaltung eines vollkommen elastischen Stoßes. Der Impuls, ich versuche es ohne Formeln, ist abhängig von der Masse und Geschwindigkeit, und bleibt konstant oder besser "erhalten". Ich als Werfer leite einen Impuls ein und der läuft die Rute hoch bis zur Schnurspitze. Der Impuls, aus Masse und Geschwindigkeit, bleibt immer konstant. Da die Masse aber kleiner wird, je mehr wir uns der Rutenspitze und dem Leinenende nähern, nimmt die Geschwindigkeit zu um den Impuls konstant zu halten.

Der Peitscheneffekt hat damit nüschts zu tun! Der Peitscheneffekt meint nur, dass das Ende der Peitsche mit seiner Geschwindigkeit die Schallmauer durchbricht - dahinter steckt ebenfalls die sich immer weiter steigernde Geschwindigkeit, bei abnehmender Masse, um den Impuls konstant zu halten.

Ein grösseres Stück Running Line vor der Rutenspitze ist für eine kontinierlich Übertragung des Impulses aber "schlecht". Es gibt einen Sprung hoher Masser und moderater Geschwindigkeit der Rutenspitze, auf eine sehr kleine Masse hoher Geschwindigkeit der Running Line, die aber diesen Impuls nicht mehr verlustfrei übertragen kann.

Frank

__________________
Annemarie - Leinen und Lachse
01.02.2020 20:43 fly fish one ist offline E-Mail an fly fish one senden Beiträge von fly fish one suchen Nehmen Sie fly fish one in Ihre Freundesliste auf
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Zitat:
Original von fly fish one
[

Der Peitscheneffekt hat damit nüschts zu tun! Der Peitscheneffekt meint nur, dass das Ende der Peitsche mit seiner Geschwindigkeit die Schallmauer durchbricht - dahinter steckt ebenfalls die sich immer weiter steigernde Geschwindigkeit, bei abnehmender Masse, um den Impuls konstant zu halten.

Frank


Ich glaube du verwechselst gerade Peitschenknall (Überschall) und Peitscheneffekt (Bewegungsbeschleunigung).

Carsten
01.02.2020 21:49 Jeronimo66 ist offline E-Mail an Jeronimo66 senden Beiträge von Jeronimo66 suchen Nehmen Sie Jeronimo66 in Ihre Freundesliste auf
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Carsten, danke für deinen ausführlichen, konstruktiven, praxisbezogenen und zielführenden Input.

Auch dein letzter Beitrag, s.o. ersparrt es mir, einzugreifen.

Ist die Peitsche doch geradezu ein Paradebeispiel für die Darstellung des Bewegungsablaufes der Fliegenschnur.

Den "Knall" am Ende habe ich ja durchaus auch bei der Fliegenschnur/Vorfach.
(Und dass das zum unweigerlichen Verlust der Fliege führt, ist auch eine Mähr, die ich regelmäßig durch meine Praxis widerlege, damit lässt sich wunderbar die Fliege trocknen, man muss es nur mit GEFÜHL, gell Frank, machen - wie so vieles andere beim Fliegenwurf).

Frank, du schreibst: "....nennt sich Impulserhaltung eines vollkommen elastischen Stoßes."

Beim "Impuls des elastischen Stoßes" geht es doch um das Aufeinandertreffen 2er Körper, die nach dem Zusammenstoß, der ohne Verformung der Körper vonstatten geht, sich wieder voneinander trennen - ohne Energieverlust. ( denn es ging keine Energie durch die Verformung der Körper verloren)

Könntest du mir bitte erklären, wo/wann dieser Vorgang beim Fliegenwurf stattfindet?

Reinhard
02.02.2020 09:02 Reinhard 02 ist offline E-Mail an Reinhard 02 senden Beiträge von Reinhard 02 suchen Nehmen Sie Reinhard 02 in Ihre Freundesliste auf
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[quote]Original von Reinhard 02



Wo ist da aber ein Drehimpuls? ..........Geht es um die zunehmende Geschwindigkeit der Rutenspitze, während sie sich zur Spitze hin immer weiter "begradigt/entspannt"? ....

Im Film sehe ich die zur Rutenspitze wandernde Biegung der Fliegenrute. Das sich eine Fliegenrute von unten nach oben "begradigt" liegt doch wohl hauptsächlich daran, das irgendwann der Input durch die Rutenhand aufhört und die gespannte Rute sich dann Richtung Spitze entspannt. Da die Auslenkung der Rute am HT aufgrund des größten Konus am gerinsten ist, gleichzeitig die Rückstellkraft am größten, wird sie natürlich dort zuerst gerade und an der Spitze zuletzt. (Hätte ich eine Fliegenrute mit einem parallelen blank würde die sich, glaube ich, über die gesamte Länge gleichmäßig entspannen.)Was bringt mir dieses Wissen für meine Werferei?


Ich finde es schade, dass (zumindest von den Interessierten) zu diesem Aspekt garnichts kam.

Der Konus - immens wichtig im Rutenbau allgemein und beim Fliegenwurf im Speziellen.
Was beschleunigt denn die zur Rutenspitze hin auslaufende Biegung am meisten?
Ist es meine schnelle Rotation, ist es das verbaute, schnelle Material oder ist es nicht vielmehr der Konus?

Ich war gestern auf einem Fliegenfischerstammtisch mit einigen Rutenbauern, vor allem auch Gespliesste aber auch "konventionell".
Es waren aber auch nur Fischer ohne Rutenbauerfahrung dabei.
Ich hatte so einiges Meiner Sammlung dabei, unter anderem einiges altes aus Glas.
DAM Allround 2,4m, 6/7, DAM Airway Teleskop, 2,4m 5-8 und meine 1. Fliegenrute/Eigenbau von 1980, eine 7,5´Glasrute, 6er.

Die wurden von fast allen geworfen, entweder mit DT 6 (DAM Allround u. Eigenbau), Airway Tele mit 7er DT.

Fast allen gelang es, die Schnüre bis ins backing zu werfen ( Fliegenschnur 27 yards =25,4m).

Obwohl die alle aus "langsamen" Glas gebaut sind, die Tele nur 6 Ringe hat!

Was hat jetzt zur ausreichenden Beschleunigung der Fliegenschnur beigetragen, dass alle so weit werfen konnten?

Oder anders rum: Warum kann ich mit langsamen Glasruten nicht genauso weit werfen? (Mann kann es natürlich, obwohl sich bei denen dieser sogenannte"Drehimpuls" eher langsam Richtung Rutenspitze bewegt, dh. die Beschleunigung muss von anderen Seite ins System kommen))

Worauf ich hinaus will: Wie wichtig, bzw. wie hoch ist der Anteil einer schnellen Rotation, wie hoch ist der Anteil eines schnellen Konus, wie hoch ist der Anteil der Schnellkraft des Rutenmaterials?

Wie würde eine Rute mit einem parrallelen blank in dieser Gleichung dastehen, bei der es keine Beschleunigung der "Rollbewegung" Richtung Rutenspitze gibt, da sie sich völlig gleichmäßig über die ganze Länge entspannt, also keinen Peitscheneffekt?

So, jezt ruft meine Frau, tja, Männerschicksal großes Grinsen .

Reinhard
02.02.2020 10:21 Reinhard 02 ist offline E-Mail an Reinhard 02 senden Beiträge von Reinhard 02 suchen Nehmen Sie Reinhard 02 in Ihre Freundesliste auf
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Also... ich schreibe hier jetzt noch mal ein paar Sätze, dann bin ich aus der Thematik raus.

Zunächst mal zu Carsten.

Biomechanische Erkenntnisse sind natürlich wichtig für ein Teilgebiet der Sportwissenschaft. Psychologie bzw. eine ganzheitliche Betrachtung spielt dabei überhaupt keine Rolle, könnte es möglich sein, dass du das mit Physiologie verwechselst? Bewegungen werden unter biomechanischen Aspekten betrachtet mit dem Ziel der Optimierung. Das von dir gewählte Beispiel der Tiefenentlastung beim Skifahren ist eigentlich recht geeignet, um den Stellenwert der Biomechanik zu erläutern. Beim Erlernen einer Bewegung fällt es Laien natürlich erheblich leichter eine Bewegung zu erlernen, wenn man sich auf wenige Bewegungsanweisungen beschränkt. In diesem Fall ist es "in die Hocke gehen."
Wenn man dann aber irgendwann weiß, welchen Effekt das hat, ist es auch sinnvoll zu verstehen, was da eigentlich passiert, nämlich eine Verlagerung des Körperschwerpunktes. Für den Profi ist es dann essentiell genau zu wissen, was wann, wie und vor allem warum es passiert und welche Auswirkungen kleine Fehler in Bewegungsausführungen haben. Da arbeitet sich der Biomechaniker dran ab, konstruiert ein Idealbild einer Bewegung und der Sportler versucht abhängig von seinen körperlichen Besonderheiten, dieser Idealbewegung möglichst nahe zu kommen. Mit Psyche hat das rein gar nichts zu tun.

Wenn du daran interessiert bist empfehle ich dir das Buch von Georg Kassat "Biomechanik für Nichtbiomechaniker" von 1993.

Dieser Literaturtipp führt uns sogleich zu Reinhard.
Die Verwendung der Begriffe Translation, Rotation, Drehimpuls etc ist grundlegend für die Beschreibung von Bewegungsprozessen. Kassat verwendet sie schon 1993 völlig selbstverständlich und sie sind auch umungänglich um Bewegungsprozesse en Detail zu beschreiben, nachzuvollziehen und auf höherem Niveau zu trainieren.

Das werfen mit einer Fliegenrute mit einer Fliegenschnur kann unterschiedliche Ziele haben.

-möglichst genau werfen
-möglichst sanft präsentieren
-möglichst weit werfen
-eine möglichst große oder schwere Fliege werfen
-bei viel Wind werfen

es fallen einem sicherlich noch andere Ziele ein.
Je nach meiner Zielsetzung wähle ich die Länge, das Gewicht, das Taper meiner Schnur und variiere die Wurfparameter bis hin zu Extremen bei denen nur einzelne isolierte Aspekte des Werfens zum tragen kommen, wie z.B. den Bow and Arrow Cast.

Unterschiedliche Schnüre verwendet man deswegen, weil sie unterschiedliche Zielsetzungen unterschiedlich gut untersützen. Wenn ich sanft präsentieren will, dann verwende ich eine Schnur mit langem Frontaper, wenn ich eine gewichtige Fliege werfen will, dann verkürze ich das FT, naja ist ja logisch, dass ich die Schnur meinen Bedürfnissen anpasse. Manche Dinge mache ich, relativ sinnfrei, weil sich mir da eine besondere Ästhetik ergibt, wie das Verwenden von gespliessten oder Glasruten oder sowas exotisches wie Seidenschnüre. dass da jeder seinen Bereich findet, dass ist ja auch total toll und soll auch so sein.

Was ja ganz interessant ist Reinhard, dass ist, das du ja einige Wurffehler beschreibst und gleichzeitig die physikalischen Erklärungen dazu gibst, warum sich welcher Fehler wie einstellt. Allerdings beschreibst du einige Aspekte schlicht falsch, weil du deine individuelle Erfahrung als Maßstab wählst.

Kommen wir noch mal zurück zu den Begriffen.
Translation meint eigentlich nur eine gerade Bewegung der Rutenhand die in unterschiedlichen Bewegungsebenen nicht variiert.
Daraus ergebn sich ja ganz praktische und wesentliche Fragen für den Fliegenwurf insbesondere auch und gerade für den Anfänger z.B.:

Was macht eigentlich dein Ellenbogen während des Wurfes?

Bleibt dein Oberkörper stabil oder führt die Rotation (sic) deines Oberköpers dazu, dass die Rutenspitze eine Schleife beschreibt und resultiert daraus der Tailing Loop?

Naja Carsten, da sind wir wieder bei dir, diese beiden Aspekte lassen sich leicht selbst beobachten, selbst korrigieren und sind außerhalb komplexer Bewegungsanweisungen.

Mit der Rotation ist das Kippen der Rute gemeint, die zwangläufig entstehen muss, wenn ich die Rutenspitze möglichst weit nach vorne oder hinten führen will.
Abgesehen von der Frage des Timings, ist es besonders interessant, in welchem Winkel die Rute rotiert und wie die Rute anhält und was passiert eigentlich danach.

Reinhard, du beschreibst ja dein Problem mit dem Creeping, mein Tipp wäre, dass du dich mal mit dem Driften auseinandersetzt.

Ja was passiert eigentich danach? ich habe die Schnur hin und her bewegt, irgendwie gestoppt, um die Schnurgeschwindigt zu erhöhen noch irgendwie einen Zug gemacht oder sogar einen doppelten und jetzt fliegt die Schnur weg. Indem Moment indem die Schnur wegfliegt, verliert sie Geschwindigkeit. Je nach Taper, Gewicht und Länge verliert sie unterschiedlich schnell Geschwindigkeit, dass sind Eigenschaften, die ich durch meine Auswahl festlege. Was ich ausserdem beeinflussen kann, dass ist, wie weit Ober- und Unterschnur auseinanderliegen. Großer Loop heißte viel Luftwiderstand, kleiner Loop entsprechend weniger. Wie mein Loop aussieht, dass ich gut beinflussen indem ich meine Stopps variiere. Harter Stopp kleiner Schlaufe, weicher Stopp große Schlaufe. Ein weicher Stopp führt natürlich auch dazu, dass sich der Anhalteweg der Rutenhand verlängert und ich Geschwindigkeit langsam abbaue und damit auch die Geschwindigkeit der Schnur sich veringert, was grundsätzlich schlecht ist, wenn ich darüber Weite verliere die ich brauche, aber auch ganz gut sein kann, wenn mir anderfalls jedesmal der schwere Hechtstreamer ins Handgelenk trümmert.

Der leider viel zu früh verstorbene Mel Krieger beschreibt in seinem kleinen gut lesbaren Buch "Die Qintessenz des Fliegenwerfens" wunderbar einfach und gut verständlich was beim Werfen passiert und warum die Betrachtung der Teilaspekte so wichtig ist. Carsten, er gibt da auch gut zu reproduzierende Bewegungstipps, anschaulich und fühlbar, die selbstverständlich biomechanisch begründet sind.

Hinzmann hat sich eingehend mit der Frage beschäftigt was eigentlich die Rute während des Werfens so macht. Dieses ist der Bereich, der sich wenig vom Werfer beeinflussen lässt. Er stellt die Frage, warum Rutenbiegeung beim werfen eigentlich wichtig und welche Kräfte dabei eine Rolle spielen. Dazu gibt es durchaus interessante Diskussionen, insbesondere auf der Plattform Sexyloops von Paul Arden. Interessant allerdings auch harter Lesestoff für Freaks.

Für den, der sich dafür interessiert, was da wann wie passiert, hier noch mal der eine oder andere Link.

https://www.sexyloops.com/flycasting/stop.shtml
https://www.sexyloops.com/flycasting/tailingloops.shtml
https://www.sexyloops.com/flycasting/5principles.shtml
http://www.first-cast.de/Textdateien/fli...fenbildung.html
http://www.first-cast.de/Textdateien/ele...nd-ziesche.html
http://www.first-cast.de/Textdateien/fli...windigkeit.html
https://www.youtube.com/watch?v=SmIs6MHsmR0

Die Folge solcher Diskussionen kann ja leider auch sein, dass der Eindruck entsteht, das Fliegenfischen etwas ganz kompliziertes schwieriges ist.

Ist es nicht. Es ist ganz einfach.
Liebe Grüße,

Uli

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von sundvogel: 02.02.2020 13:11.

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Ich verwechsle gar nüschts. Wenn ihr euch besser fühlt die Rute mit der Peitsche gleich zu setzen, dann von mir aus. Was das aber helfen soll die Rutenbeschleunigung der Spitze zu beschreiben?

Man hat auch mit einem völlig geraden und biegsamen Stock eine Beschleunigung des Impulses, weil die Masse zu Spitze hin (die Länge wird im Lauf des Impulses immer kürzer) weniger wird. Diese Impulsbeschleunigung setzt sich auch auf einer DT (also völlig geraden Schnur) mit immer höherer Geschwindigkeit fort, weil die Masse "vor" dem Impuls ständig abnimmt, je weiter der Impuls läuft! Was das alles mit der Peitsche zu tun hat, ist mir deshalb ein Rätsel!

Und warum elsatischer Stoß??? Lasst doch mal ein wenig Fantasie walten und abstrahiert es ein wenig. Wir können uns die Rute und die Leine wie kleine aneinander liegende Massekügelchen vorstellen. Jetzt habt ihr vermutlich Probleme mit der Leine, im Sinne von Impuls statt Drehimpuls? Aber auch der Drehimpuls gehorcht der "Erhaltung" und erhöht seine Geschwindigkeit mit abnehmender Masse! Sonst gelten die Erhaltungssätze nicht mehr und wir sind auf der Scheibe statt der Kugel (Erde)!

Und jetzt habe ich auch vom Sundvogel den "Uli" mit bekommen!

Frank

Und Nachtrag zu euren Bewgungen:

Translation und Rotation (sprich Geschwindigkeiten und Kräfte die sich überlagern) sind die richtigen Ansätze um den Ursprung des Impulses zu beschreiben.

Und einen habe ich noch und einen habe ich noch zum Thema "Überlagern":
Windstille! Schiff fährt mit Motorkraft und Matrose sitzt im Mastkorb! Der Matrose lässt eine Kokusnuss senkrecht nach unten fallen! Fällt die Kugel hinter dem Schiff ins Wasser oder fällt die Kugel auf's Deck?? Physik 1. Semester 1. Woche!! Wer das falsch beantwortet darf hier nicht mehr mitmischen! großes Grinsen

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Zitat:
Original von sundvogel

Zunächst mal zu Carsten.

Biomechanische Erkenntnisse sind natürlich wichtig für ein Teilgebiet der Sportwissenschaft. Psychologie bzw. eine ganzheitliche Betrachtung spielt dabei überhaupt keine Rolle, könnte es möglich sein, dass du das mit Physiologie verwechselst?


Lieber Uli,

ich meinte schon Psychologie und habe das ganz bewusst geschrieben. Nach meinem Wissensstand beinhaltet die Biomechanik auf der "Bio" Seite neben der Anatomie, der Biochemie und der Physiologie auch die Psychologie. Dazu gehört z.B. der Bereich des impliziten Lernens, also (vereinfacht ausgedrückt) dem unbewussten Lernen.
Menschliche Bewegung sollte man auch immer auf der motivationalen und emotionalen Ebene betrachten. Und wem die physikalischen Analyse des Fliegenwurfs beim Fliegenwerfen hilft, dem hilft es. Und wen es hemmt, den hemmt es. (Ob sich genau das jetzt in der Biomechanikliteratur wiederfindet weiß ich allerdings nicht Denken1 ).

Grundsätzlich liegen wir aber gar nicht weit auseinander. So finde ich z.B. deine Ausführungen durchaus nachvollziehbar und frage mich ein Stück weit, ob wir aneinander vorbei reden. Persönlich finde die Biomechanik sogar recht sinnvoll und in Maßen ermöglicht sie mir ein tieferes Verständnis von Bewegung. Das volle Maß ist allerdings nur für PROFIS sehr wichtig, wie du ja auch schreibst.
Ich frage mich deshalb, wie viel von diesem Wissen für den Fliegenwurf wichtig ist. Zumindest für Gelegenheitsfischer bis hin zu sehr ambitionierten Hobbyfischern.

Bei mir fällt die Klappe (Psychologie), wenn ich z.B. die Skizze XI

http://www.passion-fliegenfischen.de/wp-...0/skizze_xi.jpg

sehe, die Thomas Hitzmann zur Erklärung des Drehimpulses heranzieht.
Ist natürlich ein extremes Beispiel. Tatsächlich fällt bei mir die Klappe schon viel früher, da ich persönlich mit solcher Verwissenschaftlichung nichts anfangen kann. Werde mir auch keine weiterführenden Diskussionen dazu antun, und schon gar nicht auf Englisch. Wie du ja schreibst, ist das etwas für Freaks.

Zitat:
Der leider viel zu früh verstorbene Mel Krieger beschreibt in seinem kleinen gut lesbaren Buch "Die Qintessenz des Fliegenwerfens" wunderbar einfach und gut verständlich was beim Werfen passiert und warum die Betrachtung der Teilaspekte so wichtig ist. Carsten, er gibt da auch gut zu reproduzierende Bewegungstipps, anschaulich und fühlbar, die selbstverständlich biomechanisch begründet sind.


Hab zwar nur mal kurz reingelesen, da das Buch nicht in meinem Besitz ist, bin aber ganz bei dir.

Zitat:
Wenn du daran interessiert bist empfehle ich dir das Buch von Georg Kassat "Biomechanik für Nichtbiomechaniker" von 1993.


Guter Buchtip, ist schon lange her, dass ich es gelesen habe.


Zitat:
Die Folge solcher Diskussionen kann ja leider auch sein, dass der Eindruck entsteht, das Fliegenfischen etwas ganz kompliziertes schwieriges ist.


Genau dagegen wehre ich mich, wenn ich mich gegen übermäßige Theoretisierung ausspreche. Halte schon den Begiff Translation für unnötig, wenn damit gemeint ist, dass sich die Hand beim Wurf auf einer möglichst geraden Linie bewegen soll. Oder wie ich Hitzmann verstanden habe nur der kurze Weg, auf dem sich der Winkel der Rute zum Boden/Wasser nicht verändert. Also bevor die Rotation einsetzt, also dem Teil, bei dem sich die Rute wie ein Scheibenwischer von 12.00 Uhr auf 10.00 Uhr bewegt. (Oder einen Winkel von etwa 120° überstreicht, oder von schräg hinten nach schräg vorne bewegt wird, oder oder oder...) Ist mir völlig schnuppe wie man sich ausdrückt. Hauptsache verständlich! Und wenn das Ganze dann physikalisch ungenau wird, aber den Kern trifft, dann ist das halt so. Beim Begriff Translation können wir uns ja anscheinend nicht einigen was genau, bzw. welcher Teil der Bewegung, damit gemeint ist. Und für Rotation und Drehimpuls bin ich vermutlich auch zu blöd, weil ich die korrekte physkalische Verwendung nicht immer verstehe. Da scheine ich aber nicht alleine zu sein.

Zitat:
Ist es nicht. Es ist ganz einfach.


Da bin ich nicht bei dir.

Carsten

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02.02.2020 15:50 Jeronimo66 ist offline E-Mail an Jeronimo66 senden Beiträge von Jeronimo66 suchen Nehmen Sie Jeronimo66 in Ihre Freundesliste auf
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Lieber Frank,
habe deinen Beitrag erst jetzt gelesen und stelle fest, dass mir die Verwendung der physikalischen Begriffe, das Verständnis deiner Aussagen erschwert. Sind aber ein gutes Beispiel für das, was ich in meinem letzen Absatz meine.

Zitat:
Original von fly fish one
Und einen habe ich noch und einen habe ich noch zum Thema "Überlagern":
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Carsten

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02.02.2020 16:03 Jeronimo66 ist offline E-Mail an Jeronimo66 senden Beiträge von Jeronimo66 suchen Nehmen Sie Jeronimo66 in Ihre Freundesliste auf
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Zitat:
Original von Jeronimo66
Lieber Frank,
habe deinen Beitrag erst jetzt gelesen und stelle fest, dass mir die Verwendung der physikalischen Begriffe, das Verständnis deiner Aussagen erschwert. Sind aber ein gutes Beispiel für das, was ich in meinem letzen Absatz meine.
....
Carsten


Lieber Carsten,

des Pudels Kern oder was die Welt im Innersten zusammen hält, lässt sich in der Theorie komplexer Abläufe, und das ist ein Wurf schon ganz ohne Rute und Leine, nicht immer auf auf simpelstes Niveau vereinfachen.

Entweder man bleibt bei der schieren Praxis und genießt das Werfen im Hier und Jetzt (oh man habe ich einen Schonzeitkoller, kann ich euch sagen großes Grinsen ), oder Du beißt Dich in der Theorie der Mechanik (das ist der Zweig der Physik der diese Vorgänge beschreibt), ein wenig fest.

Für den, den die Professoren vor vielen Jahren mal durch die Mangel gedreht haben, selbst wenn ich das heute nicht mehr rechnen kann (dann müsste ich wieder richtig einsteigen), reicht normal das Grundverständnis der Abläufe um so etwas komplexes auch in der Theorie bis heute zu verstehen. Die Physik des Wurfes lässt sich sehr wohl veranschaulichen und vereinfachen, dass ist etwas was man lernt, wenn man sich damit beschäftigt. Es bleibt aber Physik und keine Milchmädchenrechnung.

Das hat nichts mit willkürlichem Verkomplizieren zu tun, um sich womöglich selbst zu beiweihräucher. Was ich einmal gelernt habe sind ein paar Basics die nur an der Oberfläche kratzen und ist praktisch die alte Welt der Physik, für die ein Name wie Newton steht. Die neue Welt sind Namen wie Heisenberg oder der gewaltige Einstein, die wirklich versuchen zu erklären was die Welt im Innersten zusammen hält - aber das führt dann echt zu weit und wird philosophisch!


Frank

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Annemarie - Leinen und Lachse

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von fly fish one: 02.02.2020 20:30.

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Zitat:
Original von fly fish one

Lieber Carsten,

des Pudels Kern oder was die Welt im Innersten zusammen hält, lässt sich in der Theorie komplexer Abläufe, und das ist ein Wurf schon ganz ohne Rute und Leine, nicht immer auf auf simpelstes Niveau vereinfachen.


Du verstehst mich falsch. Ich möchte komplexe Abläufe nicht auf simpelstes Niveau herunterbrechen. Es reicht mir schon, wenn etwas verständlich erklärt wird und so weit wie möglich auf Fachbegriffe verzichtet wird, die auch studierte Menschen nachschlagen müssen.

Ich finde halt die Simplifikation komplizierter und komplexer Denotate sinnvoller, als sich im Purismus der Spezialdisziplinen zu ergiessen um keinen minimal inakkuraten Nexus zu notieren.

Carsten

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Ups,

habe ganz vergessen, dass ich ja nicht mehr mitmischen darf, weil ich die Erstsemester Eingangsfrage falsch beantwortet habe.

Nein, ganz im Ernst. Ich merke, dass mich die Sache langsam anstrengt, und beginne unsachlich zu werden und abzudriften. Außerdem habe ich eine volle und z.T anstrengende Woche vor mir.

Lieber Frank,
zudem sehe ich auch immer mehr, dass wir so unterschiedliche Herangehensweisen haben, dass wir uns mit unseren Beiträgen oft nicht beflügeln, sondern eher behindern. Ich werde mich also mit Beiträgen raushalten, falls ich nicht, durch Beiträge wie von dir oder Uli, persönlich gefordert werde.
Und der hat ja schon, trotz seiner letzten Breitseite, angekündigt nicht mehr mitzuspielen.

Carsten

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Jeronimo66: 02.02.2020 21:49.

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Carsten




Also ich kenne das Beispiel nicht, aber ist das Ergebniss nicht abhängig von der Geschwindigkeit des Schiffes, der Länge des Schiffes und der Höhe des Masts?

Solange der Matrose die Kokosnuss in der Hand hält, hat sie die Geschwindigkeit des Schiffes. Trotz der Windstille gibt es aber den Luftwiderstand.
Und diesem ist die Kokosnuss im Fall ausgesetzt.
Sobald der Matrose die Kokosnuss losläßt wird ihre horizontale Geschwindigkeit, die bis zum Zeitpunkt des Loslassen der des Schiffes entsprach, durch den Luftwiderstand abgebremst.
Gleichzeitig wird sie durch "g" zum Erdmittelpunkt hin beschleunigt.

Ich würde sagen, die K. fliegt in einer Kurve Richtung Deck.

Wenn die horizontale Anfangsgeschwindigkeit der Nuss sehr hoch war (schnelles Boot) ist der Luftwiderstand nach dem Loslassen auch sehr hoch, ihre horizontale Geschwindigkeit wird entsprechend stark abgebremst. Da sich das Boot aber immer noch schnell unter der Nuss wegbewegt, kann sie bei entsprechender Länge/Kürze des Bootes, Höhe und Position des Mastes (Entfernung zum Heck) doch durchaus auch ins Wasser fallen. Denken1

Bewegt sich das Boot aber eher langsam, ist der Mast nicht zu hoch plumst die Nuss trotzdem etwas hinter dem Mast aufs Deck, da sie zumindest einem leichten Luftwiderstand auf ihrem Weg nach unten ausgesetzt ist, wodurch sich ihre horizontale Geschwindigkeit gegenüber dem Schiff verringert.

Korrigiert mich bitte, wenn nötig. großes Grinsen

Reinhard

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Reinhard 02: 03.02.2020 10:45.

03.02.2020 10:43 Reinhard 02 ist offline E-Mail an Reinhard 02 senden Beiträge von Reinhard 02 suchen Nehmen Sie Reinhard 02 in Ihre Freundesliste auf
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@ Reinhard

Das habe ich auch überlegt, auch wenn ich in der ersten Schulwoche Physik nicht anwesend war großes Grinsen ...wollte mich da aber nicht auch noch einschalten.

Bin gespannt.


LGB
03.02.2020 11:52 Tölkie ist online E-Mail an Tölkie senden Beiträge von Tölkie suchen Nehmen Sie Tölkie in Ihre Freundesliste auf
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