Vergleich von Originalspitze mit Vollcarbonspitze (Solitip) - Was verändert sich? |
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Moin,
ich glaube auch, dass sich durch das Ändern von Spitzenteilen, die Verteilung der Biegesteifigkeit über die Blanklänge ändert und sich dadurch auch solche Dinge wie das was Du beschreibst ändern, vielleicht auch das Ansprechverhalten etwas verschiebt, also irgendwas, was man fühlt. Aber Du wirst da sicher bei warmen Wetter noch mal reinfühlen. Das max. Wurfgewicht insgesamt eher nicht, die Handteile sind ja gleich. Ich lese immer gerne in den Shootouts, die Einschätzungen der Werfer, wenn sie meinen, dass einzelne Rutenteile, bestimmte Dinge abliefern, z.B. wenn alle Teile bis unterhalb der Spitze auch bei weiten Würfen sich kaum biegen, dass sich die Rute dann klinisch anfühlt und von einem weicheren Mittelteil profitieren würde.
Ich möchte auch daran erinnern, dass in der Abhandlung zum CCS auch irgendwo vorgeschlagen ist, jedes Rutenteil einzeln zu betrachten, wenn man es genau nehmen will. Also mir geht es um die Erklärung dahinter.
Und das so eine Rute, wie die alte 3er FT, dann vielleicht ein 6er HT und zweites Teil hat, und eine 3 er Spitze. Das kann man wirklich so annehmen. Durch die Anordnung kommt hinten was raus.
__________________ Sie sollten nicht alles glauben, was Sie denken.
Und es gibt keine Rutenklassen.
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09.02.2026 04:01 |
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Aber ich wollte die Arbeit gerne ausrechnen, anhand Deiner Messwerte. (aber mit Trapezregel und linearer Interpolation, also nicht ganz so schöner Verrundung der Kurve)
Es ist gar nicht so schwer, ich bilde den Weg mal für die orangene Kurve ab. Zuerst rechnet man die Werte in SI Einheiten um, also bloss die Kommastelle verschieben und schon wird z.B. aus 10g 0,01 kg , aus 12,1 cm werden 0,121m. Das dann für alle Werte und nun brauchen wir auf dem Weg zu einem Wert in Newton noch eine Konstante, die Erdbeschleunigung, 9,81m/s². F=m*9,81 , also 0,01kg*9,81= 0,0981N, usw.
(Wer also vorher sein Diagramm zum abbilden der Fkl an einer Achse mit Newton von 1-10 beschreiben wollte, wird spätestens hoffentlich hier feststellen, das 1N etwa 102 g (1-10 N wären recht viel für 3,75°/15°) entspricht und Newtongewichte habe ich auch nicht, in 0,1 Abstufung, bzw. beim vermessen nach diesem Weg, wird da Gewicht (g) angehangen und meine Wage misst auch Gramm)
Das heißt alle Messwerte sind dann umgewandelt, wie in der Tabelle unterhalb. Die Tabelle gilt also auch für die blaue Kurve oder jede Messung 10-130g. 0-10g ist hier eine Dreiecksfläche, weil der Ursprung beim Nullpunkt startet.
Jetzt brauchen wir z.B. die Formel für die einzelne Fläche unter 2 Punkten (hier 2-13), in die nur noch unsere Werte eingesetzt werden und am Ende werden alle diese Trapezflächen und die eine Dreiecksfläche, bzw. die Teilarbeiten A1-13 addiert.
habitealemagne hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
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09.02.2026 05:15 |
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Für die Dreiecksfläche 1 (orange Kurve) ist die Auslenkung s1=0,121m, die Kraft F1=0,0981N
Formel A Dreieck=1/2*F1*s1 hier 0,5*0,0981*0,121= 0,00593505 J, als Teilarbeit.
Für die Trapeze (A2-13) benötigt es die Werte für den vorderen Messpunkt und den nachfolgenden Messpunkt (Weg und Kraft), um die Fläche darunter zu berechnen.
Als Beispiel das Intervall für Fläche 7 orange Kurve (Abbildung oberhalb).
Für eine Trapezfläche 7 beachten wir das Intervall zwischen 60 und 70g , bzw. die Kräfte F6 und F7 und Wege s6 und s7.
Wir haben F6=0,58860N zu S6=0,565m und F7=0,6867N zu s7=0,625m
Aus den zwei Kräften bilden wir den Mittelwert Fdurchschnitt =(F6+F7)*0,5=0,63765N und die Wegdifferenz berechnet sich S7-S6 = 0,06m
Und schon können wir die Teilfläche 7 ausrechnen, wenn wir denn wollen.
A7=0,63765*0,06=0,038259 J, als Teilarbeit.
Nachdem ich alle 12 Trapezflächen berechnet und alle Ergebnisse incl. Dreiecksfläche addiert habe(2 mal) ergibt sich für Kurve orange ein Wert von rund 0,446 J und für Kurve blau ein Wert von rund 0,462 J.
Das System blau, also die Rute mit der Spitze zur blauen Kurve, absorbiert als System in Summe errechnet etwa 3,6% mehr Energie über den gesamten Belastungsbereich bis 130g, als das System Rute mit der Spitze zur orangenen Kurve. Ich finde man sieht, dass sie in einigen Bereichen mehr absorbiert und dann zum Ende gleicht es sich das wieder an. Erstaunt bin ich dann aber, dass wenn ich die Flächenverhältnisse zueinander vergleiche, dass der größte Unterschie zwischen 90 und 100g auftritt und auch noch woanders, obwohl das aus der Grafik nicht so deutlich hervorgeht. Aber ich habe die Werte aus der Tabelle nun mehrmals gegengeprüft und alle Einzelflächen miteinander verglichen.
Nachtrag: Die Skalierung der Einteilung auf X und Y Achse hat natürlich entscheidende Auswirkungen auf die abgebildete Form der Kurve im Diagramm. Vielleicht liegt es daran, dass z.B. die Abstände zwischen 0 und 10 usw. auf beiden Achsen unterschiedlich lang sind. Aber es war schön, die Vorlagen nutzen zu können, für eine Berechnung.
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09.02.2026 06:49 |
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Jeronimo66
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Moin,
danke für die umfangreichen Berechnungen. Die Werte der einzelnen Trapeze sind so ja nur in ihrer Gesamtheit genau zu vergleichen, weil die Auslenkung bei 130g gleich ist. Ansonsten hätte ich die Rute um gleiche Längen auslenken müssen und die jeweiligen Auslenkungsgewichte bestimmen müssen. Unterschiede bei den gleichen Teilflächen sagen so ja erstmal nicht so viel aus. Der große Unterschied bei den Teilflächen 10 lässt sich vielleicht auch dadurch erklären. So speichert die orangene Teilfläche 1 mehr Energie als die blaue Teilfläche. Das wäre bei gleicher Auslenkung anders.
3,6% sind eine kleine aber messbare Veränderung. Die Rute mit der Originalspitze ist also 3,6% "kräftiger", bzw. der Solitip hat die Rute um etwa 3,5% "schwächer" gemacht
Liege ich falsch, wenn ich annehme, dass eine Rute die weniger Energie speichern/aufnehmen kann auch eine niedrigeren Schnurklasse zuzuordnen ist? Sie kann ja weniger Arbeit verrichten. Ich nehme weiterhin an, dass sich die Menge der gespeicherten Energie proportional zum "idealen" Schnurgewicht verhält.
Die Rute mit Originalspitze hat ein 3,75° Gewicht von 15,5g, die mit dem Solidtip ein 3,75° Gewicht von 13,65g. Das entspricht eine Verringerung um etwa 12% durch den Solitdip, wenn man dieser Ermittlung des Schnurgewichtes folgt. (Bei der ERN habe ich mit 6.34 zu 6.35 ja keinen wirklichen Unterschied gemessen.) Das ist erheblich mehr als die 3,5% die du aus meinen Werten errechnet hast.
Trotzdem hat der Solidtip die Schnurklasse etwas nach unten verändert, wenn auch nicht um eine Klasse.
Interessant finde ich jetzt den Unterschied bei einer Auslenkung von etwa 61cm, was etwa der 15° Auslenkung entspricht. Bei kurzen bis mittleren Würfen lenkt man die Rute ja kaum mehr aus. Das entspricht der Summe der Trapeze 1-7, wobei beim orangen Trapez 7 der Weg um etwa 1,5cm verringert werden müsste. Die Teilarbeit vom orangen Trapez 7 beträgt also nur: A7=0,63765*0,045= 0.02869425 J.
Da du Rene' ja die anderen Werte schon berechnet hast, wäre es schön, wenn du die Teilflächen bis A7 noch mal zusammenrechnen könntest. Hier würde mich der prozentuale Unterschied sehr interessieren.
Gruß
Carsten
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09.02.2026 15:40 |
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Hi,
ich bin schon auf dem Weg ins Bett, habe aber alles berechnet und mir auch eine calc gebastelt und darin gerechnet. Die Kurve sieht aus wie bei Dir. Die Werte stehen wie gesagt als Teilarbeiten dabei. Ich hänge das Arbeitsblatt mal an, vielleicht hilft das, Ansonsten führe ich da später zu aus.
| Dateianhang: |
FKL Ber.xls (27 KB, 5 mal heruntergeladen)
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09.02.2026 15:58 |
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Jeronimo66
Moderator
  

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Moin,
anke für die Datei. Ich war zu blöd meine anzuhängen. Als Dateianhang klappte das nicht.
Ich habe mal gerechnet und erhalte für die Rute mit Originalspitze einen Arbeitswert von 0,1909026 J bei einer Auslenkung bis 61cm.
Die Rute mit Solidtip hat bei der Auslenkung einen Arbeitswert von 0,17658 J.
Das entspricht einer Verringerung um 7,5% durch den Solidtip.
Verringere ich den 3,75° Wert der Originalrute um 7,5% dann komme ich von 15,5g auf 14,3g. Das entspräche gut einer halben Schnurklasse 5.
Die Zahlen belegen also eine ungefähr 7,5 prozentige Verringerung der Schnurklasse nach 3,75°, bei einer Biegung der Rute von ca. 15°. Das verändert sich allerdings je nach Wurfweite. Wie viel habe ich keine Lust auszurechnen.
Vorausgesetzt man darf so rechen.
Ich bin immer noch neugierig auf das Werfen bei vernünftigen Bedingungen.
Gruß
Carsten
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09.02.2026 18:26 |
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Sehr schön, Jungs! Federkennlinien, Energiebetrachtungen! 7,5 % sind ja kein Pappenstil und bei der Gier nach Weite ein Argument.
"Coach" sagt auch, wie Carsten schon anmerkte, die Diskrepanz mit dem Powerfaktor, dass die Originalspitze, weil fester mehr Energie, auch schneller bei den Schwingungsanalysen schwingt. Im Sinne einer Feder ist eine steife Feder bei gleicher Auslenkung schneller, weil mehr Energie. Schneller bedeutet höhere Abwurfgeschwindigkeit und das, machen sich Comp. Blanks im besonderen Maße mit sehr "dicken" Spitzen zu nutze. Eine Spitzenaktion ist umgangssprachlich und sehr überspitzt betrachtet, eine lahme Krücke! Und ich weiß immer noch nicht, beim besten Willen nicht, was ich mit einer Solitipspitze eigentlich soll! Nahdistanzen abdecken kann ich auch mit Besenstilen, ja ok, es wird unsensibel, aber ich bezweifle doch ganz stark, ob "Dieser" Kollege die Hintergründe verstanden hat und vielleicht mal eine Spitze spendiert die nicht ein Downgrade bedeutet. Warum das Alles toller werden soll, wenn die dummen Klassen für die Spitzen sinken? Enge Schlaufen, Nahdistanzen, dafür brauche ich keine Solitip!
LG,
Frank
Und Ihr wisst schon, dass Ihr Zwei hier gerade Entwicklungshilfe für gewisse Personen lierfert.... Aber macht ja nix, wenn ich mal eine Solitip bekomme, die aus einer meiner Raketen noch mehr rauskitzelt... why not!
__________________ Die Hölle von der Leine - SOR Competition Spey Casting
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von fly fish one: 09.02.2026 19:55.
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09.02.2026 19:49 |
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Hallo,
meine momentane Meinung zu den Fragen weicht ein wenig ab, ich möchte sie aber äussern.
| Zitat: |
Original von Jeronimo66
3,6% sind eine kleine aber messbare Veränderung. Die Rute mit der Originalspitze ist also 3,6% "kräftiger", bzw. der Solitip hat die Rute um etwa 3,5% "schwächer" gemacht
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Ich bin momentan der Auffassung, dass die Power im Vergleich, Aussagen zum Wurfgewicht erlaubt. Also sowas wie die CCS IP, eine große Auslenkung, ca. 1/3, etwa wie hier bei 130g Belastung, da lenken beide Rutensysteme genau gleich weit aus. Also alles so Begriffe, wie innewohnende Kraft oder Rutensteifigkeit (aus der Textübersetzung bei den ZH) oder Spannkraft. (Bitte nicht mit Biegesteifigkeit verwechseln oder gleichsetzen, Biegesteifigkeit ist in international gültigen Regelwerken als physikalische Größe (für eine Materialeigenschaft) klar definiert, mit Rechenweg Formelzeichen und Einheit.)
Im Moment bin ich also der Auffassung, dass beide Rutensysteme, die hier zu Federkennlinien vermessen wurden, im Vergleich gleich sind, in Bezug auf das Wurfgewicht (nennt es von mir aus Schnurklasse). Der ermittelte Unterschied über die ganze Messreihe, spricht für mich eher für unterschiedliche Energieabsorbsionen, also Dämpfungseigenschaften. Also z.B. das Gefühl am Fisch oder auch die Rückmeldung im Wurf. (Wie schon angemerkt, wünschen sich die Tester in shootouts 2024, bei solch Topruten, wie Helios4 F auch D oder NRX+ auch +LP, dann etwas mehr Dämpfung und Biegung(Rückmeldung im Vergleich oder auch Vorfachschutz) bei weiteren Würfen (gut da geht es jetzt nicht primär nur um die Spitzenteile). Diese Ruten stehen auch wie eine eins, aber mancher will das unbedingt so und mancher eben nah- weit und akkurat, mit einem Quäntchen mehr Rückmeldung. Das führte dann da auch zu entsprechenden Platzierungen trotz gigantischem Werbeaufwand, aus z.B. Vermont, finde ich) Aber alles meckern auf ganz hohem Niveau.
Die 2 hier vermessenenSysteme weisen also m.M.n., bei gleicher Steifigkeit (die wird beispielsweise bei CCS nun mal bei großer Biegung ermittelt und nicht in Bereichen), eine unterschiedliche Zähigkeit auf (über den Bereich gemessen, aber auch mittendrin). Das kann dann auch dazu führen, dass die Solidtip, an einer etwas leichteren Schnur und vorsichtigen Würfen schon gut performt und die Hohlspitze noch nicht ganz so (kann, muss nicht). Na wir warten Mal den Frühling ab, und Carstens Würfe.
Also als Beispiel zu Steifigkeit und Zähigkeit mal eine sehr steife Wettkampfrute wt8 und eine gut gedämpfte Fliegenrute wt6, die erste kann weniger Energie absorbieren (bricht ggf. früher), hat aber die höhere Schnurklasse.
Also ich sehe den Wurfgewichtsunterschied (Schnurklasse) anhand dieser Messung nicht direkt bestätigt.
Und weil wir von der Federkennlinie wieder auf diese Vermessung, nach 3,75° kommen, da gibt es also Anwender, die das Messergebnis in einem Gewichtsfenster sehen und wissen, dass noch andere Randparameter notwendig sind und andere glauben, bzw. interpretieren und kommunizieren auch, dass es das einzig werfbare Gewicht an der Rute auf allen Distanzen ist.
Die Erfahrung (sagen wir meiner Meinung nach) zeigt, dass 3,75° im Mittel gut passt, drüber und drunter aber auch performant funktionieren kann. (Ich meine, dass kann man nach 3,75° noch empirisch feinabstimmen, für den eigenen Bedarf)
Und das ist ja die Frage, was wollen bzw. können wir überhaupt ermitteln, mit der Vermessung nach 3,75°, einen mittleren Wert, den oberen, bzw. Maxiamalwert, den unteren oder wirklich den einzigen Wert? Egal was ich bisher ermittelt habe, da ging immer mehr und natürlich auch weniger. Aber als erste Richtlinie finde ich selbst, 3,75° gut und richtig und mache ich auch.
Und abschließend zu den Solidtips, die gibt es auch in identischen Abmessungen in bretthart (bzw. von bis), kommt halt auf die Schichtung und oder Materialmix im Mattenstapel an, der in die Matritze gelegt wird, die Form ist mitunter die selbe. Genauso wie es Ruten mit unterschiedlicher Mattenanordnung und oder Materialien aber völlig identischem Taper gibt, die sich dann anders verhalten im direkten Vergleich.
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10.02.2026 04:16 |
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Ja und sonst zur Errechnung der Trapezfläche 7, bei der orangenen Kurve steht es da (im Text als Beispiel vorgerechnet) und bei der Blauen ergibt sich das Trapez ja an leicht verschobener Position, steht dann aber auch in der Datei, die jeweilige Teilarbeit. Man könnte aber theoretisch an der Kurve selbst, im Diagramm, senkrechte und wagerechte Linien einzeichnen und findet so für jeden Punkt in x den dazugehörenden Punkt in y und versa vis. Demzufolge kann man in jedem Punkt des Weges, das passende Gewicht in der Messung finden und man kann so auch selbst Trapeze einzeichnen oder nur Linien, an der genehmen Stelle und rechnen. Also man muss auch nicht immer die gleichen Wege auslenken, und das passende Gewicht aufnehmen. Man kann mit der Grafik arbeiten. Als Beispiel zwischen 59 und 61 cm Auslenkung, als Näherung. Beispiel für die orangene Kurve unterhalb, Rechenweg wie im Beispiel weiter oben für Fläche 7.
Nachtrag: Das macht sich natürlich gut, wenn man da alles schön skaliert und die Kurvenlinie schön dünn ist, Bild 2 60,5cm -61cm.
habitealemagne hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
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10.02.2026 09:33 |
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Jeronimo66
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Moin,
stimmt, wenn die Grafik genau genug ist, kann man alle Werte darüber ablesen. Ich sehe gerade erst deine blaue Tabelle in der neuen Excel Tabelle. (Mein 13 Zoll Bildschirm ist echt zu klein.) Unsere Ergebnisse sind anscheinend auf 0,2% gleich. Mag jetzt nicht mehr nachrechnen, ob es an meiner Schätzung liegt, oder ob du die Werte mit Originalspitze nicht als 100% genommen hast. Ist auch egal, ändert ja nichts Wesentliches.
Was die Trennschärfe der Begrifflichkeiten angeht, werde ich mich sicherlich nicht immer korrekt ausdrücken. Da muss man versuchen bei mir zwischen den Zeilen zu lesen, also es so zu verstehen, wie ich es meine. Denke aber ich bekomme es in der Regel verständlich genug hin oder man fragt halt nach.
Ich glaube nach wie vor, dass sich die Rute auch geringfügig in der Schnurklasse/Wurfgewicht verändert hat, nur eben nicht so stark wie der 3,75° Wert es zu belegen scheint.
Ich stimme dir zu, dass jede Rute auch um den 3,75° Wert herum gut wirft. Ein klein wenig mehr oder weniger Schnurgewicht, ein wenig mehr oder weniger Biegesteifigeit/Rutensteifigkeit wird von der großen Mehrheit der Fliegenfischer wohl kaum bemerkt werden. Trotzdem geht es um mehr als Dämpfungseigenschaften oder Energieabsorptionen, meine ich. Dafür könnte man aber vielleicht größere Unterschiede, durch einen noch feineren und ggf. auch längeren Solidtip untersuchen.
Ich stelle bei dieser Rute mit dem Solidtip fest. Die Rute ist dadurch in ihrer Aktion schneller geworden, hat also durch die neue Spitze mehr Spitzenaktion. Die Rute ist dafür in ihrer Rückstellung etwas langsamer geworden, zumindest wenn das Gewicht (und die Gewichtsverteilung) der der neuen Spitze sich nicht proportional zu der gespeicherten Energie verändert hat. Dann stellt sich die Rute mit der höheren gespeicherten Energie schneller zurück. (dafür müsste ich aber durch einen Schwingungstest noch einen Nachweis erbringen, wenn sich diese mit Hausmitteln so eindeutig messen lässt.)
Das Swing Weight der Rute mit den beiden Spitzen könnte ich auch noch ermitteln. Ich halte hier den erwartbaren Unterschied aber für zu gering, um ihn beim Wurf feststellen zu können.
Grundsätzlich wird es kaum möglich sein, eine eindeutige Definition für das Wurfgewicht einer Fliegenrute zu finden. Zumindest keine mit der jeder einverstanden sein wird.
Maßgeblich ist am Ende, meiner Meinung nach, immer etwas ganz Subjektives. Das Gefühl beim Werfen! Das wird von Rute, Schnurgewicht und Profil, den Wurfstil und vom Einsatz beeinflusst. Das sind ganz viele Faktoren, bei denen die Rutenaktion und Steifigkeit nur ein Teil sind.
Bei weiten Würfen hat die Rute ihre Klasse für mich nicht verändert. Dafür ist aus meiner Sicht der von mir vermessene Unterschied zu gering.
Im Bereich der Rutenauslenkung bis 15° sprechen die Werte für mich schon für eine leichte Veränderung der Klasse. Wenn sie sich mit weniger eingebrachter Energie oder weniger Schnurgewicht biegen lässt, dann hat sie für mich ein geringeres Wurfgewicht. Wenn jemand eine Rute vorzugsweise in diesem Bereich einsetzt, dann kann er auch mit einem gewissen Recht behaupten, dass die Rute durch die Spitze ihre „Klasse“ (also ihr Wurfgewicht) verändert hat.
(Tests wie bei den Yellowstonern finde ich inzwischen recht amüsant. Was die Spitzenwerfer da mit ihrem erstaunlichen Wurfgefühl, im stundenlangen Wurfvergleichen mit einem Dutzend Ruten, so alles an Unterschieden herauskitzeln. Respekt! Ich finde ja den praktischen Vergleich von nur zwei ähnlichen Ruten schon herausfordernd. Und am Ende befinden sich bei der Performance 9 von 10 Ruten in einem Bereich von über 90%, was in vielen Benotungssystemen der Note 1 entspricht. Und dass bei Ruten, die sich doch sehr deutlich in der Aktion und der Rutensteifigkeit unterscheiden wie die Helios F und die Helios D. Die unterscheiden sich nirgendwo um mehr als einen von 20 Punkten und in der Gesamtperformance um gerade mal 0,4 Punkte bei 100 vergebenen Punkten.)
Gruß
Carsten
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10.02.2026 18:12 |
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Morgähn,
ich habe jeweils die Anteile der Teilarbeiten bis 60g zusammengerechnet und dann von dort, bis auf genau 61cm Auslenkung zwei Flächen berechnet (eine je Kurve) und noch dazu addiert. Dann das Verhältnis ausgerechnet.
Meine momentane Meinung zu den Aktionsformen und Verhalten von Fliegenruten:
Ich bin der Auffassung dass wir Ruten in der Anwendung als schnell wahrnehmen, wenn sich im Wurf möglichst wenig Rute über die Länge biegt. Ist ja auch klar, wenn sich wenig biegt, dann wird wenig Weg zurückgestellt. Ich hänge mal eine Illustration mit 3 Biegekurven unter Last an. (Quelle Internetauftritt von Sage).
Aber was sehen wir denn da. Das sind 3 Biegekurven von unterschiedlich starken Ruten ! Wenn wir da 1/3 auslenken würden, wird die als schnell wahrgenommene Rute (oben), eine wesentlich höhere IP und damit ERN haben, als die langsame im Bild (unten). Demzufolge ein höheres oberes Wurfgewicht. Wenn ich solche Biegekurven an meiner Messwand, bei einer statischen Belastung sehe, dann hängt da schon einiges an Gewicht dran aber in der Regel mehr als für eine Auslenkung auf 3,75°. Sage hatte vor einigen Jahren ihre Ruten im Internetauftritt, in 3 Segmente geteilt und für jedes Segment, Spitzenteil, Mittelteil und Unterteil, ein Verhalten zugeordnet. Wurde aber nicht lange so gemacht und dann irgendwann eingestellt. Für mich macht das durchaus Sinn.
Also es ist so, dass die schnellen Ruten in der Vermessung häufig eine oder sogar 2 Klassen darüber ergeben, bzw. die Interpretation des Wurfgewichtes dahingehend ausgerichtet werde kann.
Eine Schnurklassenangabe auf Ruten, ist eine Empfehlung des Herstellers. Die sechser Salzwasserrute ist vermessen vielleicht eine 8, mittlerweile liegen auch die Frischwasserruten häufig drüber. Manche Leute wollen schnelle Ruten und es geht ja gar nicht anders, als dass es dann eine steifere Rute ist und durch die Materialsteifigkeit mehr Gewicht braucht, für die entsprechende Biegung. In der Regel haben die dann weniger Dämpfung, man spricht auch davon, dass hochmodulierte Ruten schneller brechen sollen. Wenn das so ist, absorbieren sie bzw., das steifere Material, dann also weniger Ernergie. Und es ist richtig, dass ich die 6er Schnur auf der 8er Rute schneller bewegen kann, da sich im Wurf einfach weniger Rute biegt. Das sagen viele Leute ja schon lange und es ist richtig. Die Hersteller verfahren entsprechend, es geht ja kaum anders.
Wie ich nun die 3,75° Vermessung sehe, ja als ersten Anhaltspunkt ganz gut, aber ich muss für mein Verständniss ansteigend weiter belasten um eine starke Biegung zu erziehlen, damit ich die Verteilung der Biegesteifigkeit und ob und wie ein Rückgrad da arbeitet und wann , einschätzen kann. Und dann interpretiere ich das für mich, die Eindrücke, die ich während der ganzen Messreihe hin zu 1/3 Auslenkung sammle. Und so habe ich manchmal z.B. Ruten, die auf dieser kurzen Strecke bis 3,75° 16,6g benötigen und dann eine ERN 6.0 liefern und dann gibt es z.B. auch Ruten, die brauchen für 3,75° 16,1g und liefern eine ERN 7.3. Freilich dann natürlich unterschiedliche PWF bzw. AA.
Deshalb behandle ich vor der Vermesseng einer Rute, die Rute als Unbekannte. So habe ich schon Blanks aufgebaut mit einer WT5 Beschriftung, die würde nach den Maßstäben und der 15m Schnurtabelle der 3,75° Vermessung eine Rute WT 3 sein, aber die wirft eine Schnur mit Kurzprofil um 30ft, da steht #5 dran, auch, natürlich nicht schnell von fast alleine, mit ganz engen Schlaufen. Also entsprechend der alten Affta Tabelle wäre die Empfehlung die auf dem Blank steht, nicht falsch.
Wenn wir jetzt Identische Unterteile, mit verschiedenen Spitzenteilen bestücken, dann stellt die Rute, mit der biegsameren Spitze weniger schnell zurück, im gleichen Wurf, weil mehr Weg da ist, bis zur Nullposition zurück. Würde man zumindest annehmen. Die Solide Spitze in dieser Messreihe vom Carsten, verhält sich hier aber ein wenig anders, scheint bei stärkerer Belastung ein eigenes Rückgrad im Spitzenteil mit einzubeziehen. Bei hoher Belastung lenken beide Rutensysteme gleich weit aus, bei wenig Belastung, bis 3,75° etwa, ist das noch ein wenig anders, mittendrin auch mit Unterschieden.
Also ich würde sagen im oberen Lastbereich gleich, was das Wurfgeicht betrifft. Das heißt nicht zwangsläufig, dass immer identische passende Gewicht, auf unterschiedlichen Schnurlängen verteilt, immer gleich gut performen, bei langen Würfen. Was zwischendrin passiert, muss man herauswerfen, finde ich.
Also als Zwischenfazit, eigene Interpretationen sind immer subjektiv, ich, du, er, sie, es, alle. Eine genormte Vermessung um zu einem objektiven Vergleich zu kommen ist sicher sinvoll.
Ich beachte wie sich die Verteilung der Rutensteifigkeit ergibt, von der niedrigen Belastung, bis CCS IP, hänge also verschiedene Gewichte an, schaue, wie verhält sich das Mittelteil usw, bzw. wann arbeitet welcher Teil wie mit.
Ich arbeite ja im Grunde genauso, wie bei einer Federkennlinie, belaste schrittweise, bis zur 1/3 Auslenkung, bewerte die ganze Biegeverteilung, die Form des Rutenblanks, bei unterschiedlichen Belastungen.
Sicher kann man auch Federkennlinien aufnehmen, anhand derer man die Biegesteifigkeitsverteilung einschätzen kann. Allerdings ist dann nur die Spitzenänderung zu betrachten, für mich auch nicht so sinnvoll. Ich würde wenn das ein bekanntes Verfahren wäre, was mehrere Leute für eine Vermessung von Ruten verwenden, Um Kurven zu vergleichen, die Rutenlänge dritteln, diese Punkte markieren und für jeden Punkt incl. Spitze, die Weg/Gewichtskurven abbilden in einem Diagramm. Fotoanalyse, immer aus dem selben Winkel hatte ich schon erwähnt, meine ich, wäre auch eine gute Idee, wenn ich den wollte.
Aber wie gesagt, bringt nichts, wenn man sowas als Einzelkämpfer betreibt.
Wenn ich jetzt nochmal auf die Grafik zurückkomme und annehme, dass alle 3 Ruten mit einer Schnurklassenempfehlung WT 5 versehen wären, dann würde ich sagen, die moderate Rute unten wirf die passende 5er Schnur langsam und präzise im nahen und mittleren Bereich, mit Rutenbiegung, die obere Rute wirft die passende 5 er Schnur ohne starke Biegung und man kann damit schnell und weit werfen, die mittlere dazwischen. Auf allen kann man eine 5er Schnur werfen, im jeweiligen Anwendungsbereich. Die Kurven bilden genau das Spektrum ab, was Rutenhersteller so haben und was Kunden so wünschen. Moderate, med/ medfast, fast- ultrafast.
Warum ist in der Abbildung die obere Rute vom Spitzenwinkel her nicht hoch? Es liegt daran, dass sie nocht nicht 1/3 bzw. stark belastet ausgelenkt ist. Wenn das dort der Fall ist, liefert sie von allen 3 Ruten die höchste ERN und hat auch einen steilen Spitzenwinkel.
habitealemagne hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
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11.02.2026 09:35 |
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Ach ja zu dem 2024er 5er shootout von YA, das ist tatsächlich erstaunlich, bei den Ruten im Hochpreissegment, da geben die überall recht hohe Bepunktung, bis auf den einen Tester, der auch nur kurze Statements abgibt. Aber der fährt dann bei der Sage, relativ gefühlt eine andere Strategie. Zumindest habe ich ein wenig das Gefühl, der ist Sage affin. Andererseits wäre die sonst fast hinter allen mittelpreisigen Ruten gelandet, von den Punkten.
Siehst, habe ich mich geirrt, das mit den Helios, der vierten Generation, stand bei Yellow Dog, im final takeaway unter dem Kaufangebot, das die klinisch wirken. Aber in den 24er shootout liest sich das auch nicht so prall.
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11.02.2026 09:42 |
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